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 Vietnams Schulen

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der_tomtomtom




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BeitragVerfasst am: 21.07.2016, 12:30    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« xenos » hat folgendes geschrieben:
Wenn Vietnam auch zu den Staaten gehört, wo die Schüler auswendig lernen, oder ausschließlich um die nächste Prüfung zu bestehen, würde das einiges erklären.

Diese Form des Lernens ist eigentlich in vielen Ländern SOA verbreitet. So auch in Vietnam. Was hier noch dazu kommt, dass meistens absolut kontextlos gelernt wird - Es fehlt die Einbettung in einen Handlungskontext oder eine Situation. Wichtig ist allein die perfekte Wiedergabe in einer Testsituation.


Ein weiteres Problem ist die Fehlerintoleranz - Ein Fehler wird hier meist als etwas Schlechtes angesehen. Etwas dass dich blossstellt und dass du auf jeden Fall vermeiden musst. Ein Fehler zeigt deine Unvollkommenheit, du verlierst dein Gesicht, wenn du ihn offen zugibst.


Ich kenne jetzt nicht andere Fachbereiche, aber beim Sprachlernen (zumindest im DaF-Bereich) hat sich in Deutschland z.B. in den letzten 25 Jahren ein gravierender Wandel vollzogen.
Grammatik wird z.B. nicht mehr als Block unterrichtet bei dem man die Form vorgibt und die Schüler das dann zu lernen haben. Z.B. Hier bitte 100 unregelmäßige Verben bitte bis morgen lernen - wir fragen dann ab. Das kenne ich noch zu gut aus dem Lateinunterricht. Mit den Augen rollen
Heute wird Grammatik immer mehr in einen Kontext eingebunden - die Anwendung in einem sprachlichen Kontext (z.B. im Geschäft oder im Restaurant) steht im Vordergrund und nicht die 100%tig korrekte Wiedergabe aller Formen.

Fehler werden mit in den Lernprozess integriert - sie sind ein wichtiger Bestandteil, des Lernens geworden. Sie fördern das Mitdenken im Lernprozess und auch die Fähigkeit Probleme und Gefahren selbstständig zu erkennen. Oft kann man schneller durch Fehler erkennen, wie man es besser machen kann, als das man erstmal alles auswendig lernt. Im Unterricht fördert man die Schüler oft einfach mal zu probieren (Natürlich muss man einen gewissen Handlungsrahmen vorgeben) - kreative Fehler sind das beste, was einem Lehrer passieren kann. Darauf kann man aufbauen und das nächste Mal erinnern sich alle die lustige Situation von vorher und merken sich viel besser, wie es richtig geht. Man fördert damit nicht nur Wissen in Zukunft schneller abzurufen, sondern auch die Fähigkeit Fehler selbst zu sehen und zu korrigieren. Das ist im Sprachlernprozess sehr wichtig, vor allem wenn man später seine Sprache perfektioniert.

Der europäische Referenzrahmen zum Sprachlernen ist das beste Beispiel für die zunehmende Anwendungsorientierung: Hier haben wir mittlerweile immer KANN Anforderungen und keine expliziten Vorgaben, welche Grammatik abgerufen werden muss - So z.B. für das Niveau A1:
Zitat:
Kann vertraute, alltägliche Ausdrücke und ganz einfache Sätze verstehen und verwenden, die auf die Befriedigung konkreter Bedürfnisse zielen. Kann sich und andere vorstellen und anderen Leuten Fragen zu ihrer Person stellen - z. B. wo sie wohnen, was für Leute sie kennen oder was für Dinge sie haben - und kann auf Fragen dieser Art Antwort geben. Kann sich auf einfache Art verständigen, wenn die Gesprächspartnerinnen oder Gesprächspartner langsam und deutlich sprechen und bereit sind zu helfen

Der Fokus liegt ganz klar in der Sprachanwendung in konkreten Situationen und nicht in vorgegebenen Grammatik und Wortschatzvorgaben. Natürlich ist die Grammatik notwendig um diese KANN Vorgaben zu meistern. Sie ist aber nicht mehr Ziel, sondern mehr ein Mittel geworden.

Ich weiß nicht inwieweit so etwas eine Rolle spielt bei PISA etc. Zumindest ist meine Erfahrung hier, dass den Schülern meist dieses Anwendungsbezogene Wissen fehlt, bzw. sie darauf nicht zugreifen können. Daher gibt dann halt im Alltag bei der Anwendung massive Probleme.
Viele Vietnamesen, die im Ausland studiert haben, da dann leben und arbeiten können aber dann von ihrer tendenziell sehr großen Bereitschaft zum Lernen und der Selbstdisziplin wahnsinnig profitieren. Ich kenne Einige, die z.B. mit Mitte Ende zwanzig schon ihren Doktor in Deutschland machen, bzw. sogar schon fertig haben - und das in höchst anspruchsvollen Fächern wie Informatik oder Physik.

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Courti
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BeitragVerfasst am: 22.07.2016, 07:10    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Ganz klar: Auswendig lernen können Vietnamesen sehr gut. Meine Frau hatte während ihrer Ausbildung (in Deutschland!) einen Dozenten, der das genaue Wiedergeben von Texten auch verlangte. Zumindest war es das, was die Schüler ihm nachsagten. Die Deutschen taten sich recht schwer, meien Frau hatte aber keine Probleme 10-20 Seiten inkl. Rechtschreib- und Grammatikfehlern in den Prüfungen abzurufen. Auf den Hinweis, dass sie selbst mit vielem des Gelernten nichts anzufangen weiss, meinte dieser Dozent übrigens, dass dies einfach mehr Zeit brauche.

Aus meiner eigenen Ausbildung kann ich den Umgang mit Fehlern als Chance auch für die Naturwissenschaften bestätigen. Der Souveräne und flexible Umgang mit Fehlern, das Improvisieren der Lehrkraft aus der Situation heraus... das ist etwas sehr Schwieriges, was viel Überblickwissen verlangt, aber auch etwas, was den Unterricht sehr lebendig gestaltet. Besser geht es fast nicht.

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Bhadresvaravarman






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BeitragVerfasst am: 22.07.2016, 07:32    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Was den meisten Schülern hier vor allem fehlt - es wird ihnen von seiten der Gesellschaft und der Familie "aberzogen" ist Neugier. Neugier ist der Anfang allen Lernens. Im Westen werden wir zur Neugier erzogen, wir fragen, hinterfragen alles. Das ist hier anders. Der Lehrer ist Gott im Klassenzimmer und wird nicht hinterfragt. Vor allem im Englischunterricht zeigt sich dies ganz prägnant: Die Lehrer können oftmals selber kein Englisch, unterrichten es aber. Die Schüler übernehmen wie selbstverständlich den ganzen Unsinn, der da verzapft wird. Das können dann selbst die Ausländer an den ganzen privaten Centres nicht ausmerzen.

Ich kann nun diese Pisa-Studie leider auch nicht nachvollziehen. Das Allgemeinwissen vietnamesischer Schüler tendiert - verständlich - gegen Null. Die meisten meiner Schüler waren noch nicht einmal in Ho Chi Minh-City, geschweige denn im Ausland. Ich sehe viele kreative und auch sehr intelligente Schüler, die aber überhaupt keine Förderung erhalten - vor allem, wenn ihre Familie nicht "angesehen" ist.

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wildgoose
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BeitragVerfasst am: 22.07.2016, 09:51    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Ich habe mit meiner Frau auch über das Thema gesprochen. Und sie meinte, das ist Noten-Krankheit in Vietnam, das ist in Vietnam auch bekannt.

Die Schulen stehen immer im Wettwerb. Daher möchte jede Schule die Schüler mit den besten Noten haben. Und die Lehrer "korrigieren" dann die Noten ihrer Schüler gerne nach oben, damit der Schuldurchschnitt angehoben wird. Es wird strickt auswendiggelernt und auf die Prüfung hingebogen. Das Ganze plus "Notenanhebung" ergibt dann die schöne Statistik. Das Niveau der angewandten Bildung ist aber unten.

lg, Paul

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xenos




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BeitragVerfasst am: 22.07.2016, 19:09    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

im weiten Sinne zu dem Thema ein Auszug aus einem Bericht der AHK vom 12.07.16:
...
Zitat:
Zusammenfassend hat die Umfrage gezeigt, dass die teilnehmenden Unternehmen einen Mangel an qualifizierten Mitarbeitern haben und dieser nicht in den nächsten drei Jahren gedeckt werden kann.
Probleme, die die Unternehmen dabei bewältigen müssen, sind vor allem das Fehlen von Qualifikationen und Arbeitserfahrungen aber auch zu hohe Gehaltserwartungen bei den Bewerbern sowie die hohe Zahl der Konkurrenzunternehmen auf dem Markt.
Die Mehrheit der Unternehmen wollen dies entgegenwirken und sehen duale Ausbildung als eine Möglichkeit an.
Die Ausbildungsprogramme, die implementiert werden sollen, umfassen Berufe wie Logistiker, IT-Fachmann, Einzelhandelskaufmann/-frau aber auch technische Berufe in der Metallverarbeitung sowie Handwerksberufe.
Weiterhin haben die Unternehmen erkannt, dass der Großteil der dualen Ausbildung im Betrieb durchgeführt werden muss.

...
http://www.vietnam.ahk.de/news-downloads/news-ticker-2016/news-ticker-single-view/artikel/ergebnisse-der-umfrage-deutscher-unternehmen-zum-thema-berufsbildung/?cHash=c9c2f8feca527d927955ccef975c15d8

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Dreamer
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BeitragVerfasst am: 24.07.2016, 02:33    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

mir ist dabei immer noch nicht klar, warum der IQ in Asien höher sein soll als anderswo ...

demnach wird das vorhandene "Gehirnmaterial" nicht genutzt, oder wie?

Was mir in Asien immer wieder begegnet:
echtes "Wissen" wird nicht weitergegeben, ganz einfach um den vermeindlichen Vorteil nicht aus der Hand zu geben ....
böse Falle!

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catbert
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BeitragVerfasst am: 24.07.2016, 14:51    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Nochmal auf die Schulpflicht,
die scheint es in Vietnam ja nicht "wirklich" zu geben. Meine Frau bestätigte mir das.
In Indien scheint es eine zu geben, wenn auch nur bis zum 14 Lebensjahr. Indien ist hier interessant, da die Einkommensverhältnisse wohl ähnlich sind.

Wie könnte sich eine Schulpflicht auf eine Statistik auswirken, die nur Schüler untersucht?
In einem Land ohne Schulpflicht, wird der Besuch der Schule wahrscheinlich Geld kosten. Das wird für viele keine Rolle spielen. Die verdienen sich das Geld irgendwie.
Was ist nun aber mit Beispielsweise mit Alkoholabhängigen oder sehr Armen Menschen? Hier steht dann die Bildung der Kinder in Konkurrenz zu einer Droge oder zur Ernährung. Ob dieser Nachwuchs eine Schule besuchen wird ist zweifelhaft. Wenn sie jetzt aber eine Schule besuchen würden, ist davon auszugehen, dass sich das negative Umfeld auch negativ in der Bildung darstellt. Nun kommt das paradoxe. Ein Land mit einer Schulpflicht und einer entsprechenden Überwachung würde auch diese Kinder auf eine Schule schicken. Statistisch würde sich das wie folgt darstellen. Das Land ohne Schulpflicht würde statistisch besser dastehen als das Land mit Schulpflicht.
Es kommt noch schlimmer. Wenn in einem Land ohne Schulpflicht die Kinder aus prekären Verhältnissen eine Schule nicht besuchen und die wohlhabenden Eltern ihre Kinder im Ausland auf die Schule schicken, werden diese nicht von der Statistik erfasst. Aus Deutschland vermuten wir ja, das die soziale Herkunft eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Reiche haben gute Note, Arme haben schlechte Noten. In einem Land ohne Schulpflicht würde man das nicht messen können und die Schüler wären von ihrem Ausbildungsstand dichter beieinander. Es würde so aussehen, als wäre dieses Schulsystem sozial gerechter, nur weil bei einer Schulpflicht alle gemessen werden.
Das wir in Deutschland von einer sozial ungerechten Bildung sprechen, kann auch einfach daran liegen, dass wir das messen können und nicht, dass es das in anderen Länder nicht gibt.

Übrigens. In unserem Freundeskreis verlassen einige Familien Vietnam und das Bildungssystem spiet dabei durchaus eine Rolle.

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xenos




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BeitragVerfasst am: 24.07.2016, 23:35    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« Dreamer » hat folgendes geschrieben:
mir ist dabei immer noch nicht klar, warum der IQ in Asien höher sein soll als anderswo ...

Vielleicht liegt es daran, dass du von anderswo kommst . Sehr glücklich

« Dreamer » hat folgendes geschrieben:

Was mir in Asien immer wieder begegnet:
echtes "Wissen" wird nicht weitergegeben, ganz einfach um den vermeindlichen Vorteil nicht aus der Hand zu geben ....
böse Falle!


Bist du sicher , dass überhaupt so weit überlegt wird?

Eine höhere Position wird in Mitteleuropa als Möglichkeit gesehen etwas zu gestallten und sich zu entfalten.
Um dies zu erreichen, ist es sinnvoll informierte Menschen um sich zu haben, die sich mit den Zielen und Aufgaben identifizieren.
Wenn die Mitarbeiter gut ausgebildet sind und hinter den Zielen stehen werden sie gute Arbeit leisten und loyal sein.
Loyalität ist eine Sache , die in einer Gesellschaft gelernt werden muß.
Schwierig für Leute, die nur ihren kurzfristigen Vorteil sehen.

In vielen anderen Teilen der Welt wird eine führende Stelle mehr als Mittel gesehen um seinen Status zu verbessern .
Wenn Loyalität nicht gelernt wurde, kennt man auch nicht die Fürsorgepflicht als Vorgesetzter.

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xenos




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BeitragVerfasst am: 24.07.2016, 23:41    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« catbert » hat folgendes geschrieben:
...
Übrigens. In unserem Freundeskreis verlassen einige Familien Vietnam und das Bildungssystem spiet dabei durchaus eine Rolle.


Da scheint es wohl einen Trend zu geben.
Zitat:

Vietnams „Bookpeople“ – Flucht aus dem Bildungssystem

Mehr als zwei Jahrzehnte nachdem der Exodus vietnamesischer Boatpeople seinen Höhepunkt erreichte, zeichnet sich nun eine neue Welle der Auswanderung ab. Steigende Zahlen von Vietnamesen im studienfähigen Alter suchen ihre akademische Ausbildung im Ausland. Diese neuen Auswanderer kann man als „Bookpeople“ bezeichnen, deren Ziel es ist hochwertige Abschlüsse von amerikanischen, britischen oder australischen Hochschulen zu erhalten. Die Mehrheit von ihnen bleibt nach dem Abschluss in ihrem Gastgeberland, das ihnen hochbezahlte Jobs anbietet, die ihren Fähigkeiten entsprechen.
Dieser Brain-Drain ließe sich durch regionales Wachstum hochwertiger Industriezweige und kontinuierlicher Verbesserungen von Universitäten in Vietnam eindämmen. Diese Strategie könnte auch als Fahrplan für andere Länder dienen, die von einer ähnlichen Abwanderung betroffen sind.

Allerdings wird der Exodus in Vietnam durch ein Schulsystem gefördert, bei dem nicht Leistung zählt, sondern weitverbreitete Betrügereien Alltag sind. Aber auch gebetsmühlenartiges Auswendiglernen und die Pflicht leninistische Ideologie als Unterrichtsfach anzusetzen, treibt die vietnamesische Mittelklasse zur Flucht ins Ausland.

Nach unabhängigen Beobachtungen geben statistisch gesehen alle Eltern zusammen mehr als $1 Mrd. für ihre Kinder aus, um sie auf Schulen oder Universitäten ins Ausland zu schicken.

Der Anteil von Schülern und Studenten aus Vietnam in den USA ist zwischen dem Jahr 2000 und 2014 von 2 066 auf 16 579 gestiegen. Etwa 33% davon studieren Wirtschaftsfächer. Laut ICEF Monitor befinden sich ca. 125 000 Schüler und Studenten im Ausland, was für ein kommunistisches Land eine signifikante Zahl ist, da traditionell nur die Elite Zugang zu ausländischer Bildung hatte.

Der Anteil gemessen an den 17 Mio. Schülern in Vietnam mag nur ein Bruchteil sein, jedoch wächst der Teil der Auslandsschüler jährlich weiter. Alleine im Jahr 2013 nahm die Abwanderung um 13% zu.

Nguyen Thi Thu, Beamtin, verkaufte ihren Familienbesitz, um die hunderte von tausend Dollar für die Gebühren ihrer beiden Söhne aufzubringen, die nun in Großbritannien zur Schule gehen.
Sie konnte früher oft nicht zur Arbeit erscheinen, als die Kinder auf eine staatliche Schule in Hanoi gingen, da sie ihre beiden Kinder zusätzlich zur privaten Nachhilfe brachte, welche von staatlichen Lehrern mit schlechter Bezahlung durchgeführt wurden. ...
....


mehr hier:
http://unser-vietnam.de/index.php/nachrichten/nachrichten/bildung-wirtschaft/10693-vietnams-bookpeople-flucht-aus-dem-bildungssystem

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garfield2008
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BeitragVerfasst am: 25.07.2016, 03:26    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

@xenos,
bei der "Quelle" wäre ich sehr vorsichtig. Ich erinnere nur daran, das die Betreiber der Seite in dem nicht mehr vorhandenen Forum alles den Machern dieses Forums angehängt haben.

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BeitragVerfasst am: 25.07.2016, 06:43    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Dieser Hintergrund war mir nicht bekannt.
Vielen Dank für die Info.

Aber man sollte alle Nachrichten vorsichtig hinterfragen.
Nur, weil einer etwas schreibt hat das noch nicht Allgemeingültigkeit.

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Courti
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Beiträge: 4417
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BeitragVerfasst am: 26.07.2016, 07:22    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« catbert » hat folgendes geschrieben:
Übrigens. In unserem Freundeskreis verlassen einige Familien Vietnam und das Bildungssystem spiet dabei durchaus eine Rolle.

Das Bildungssystem in Vietnam spielt dabei in meinem Bekanntenkreis auch eine wesentliche, ja sogar DIE Rolle schlechthin.

Ursächlich ist zum einen, dass man Angst vor einer schlechten Behandlung der Kinder, von Schlägen bisdahin, dass Kinder gemäß des Familienansehens bevorzugt/benachteiligt werden. Eine Freundin etwa hatte massive Probleme damit, den Erzieherinnen im Kindergarten beizubringen, dass ihr Sohn sich nicht alles erlauben darf, wenn er sich beispielsweise mit anderen Kindern um Spielzeug streitet. Doch auch das was wildgoose berichtet ist eine der Ursachen, welche abschrecken:
« wildgoose » hat folgendes geschrieben:
Die Schulen stehen immer im Wettwerb. Daher möchte jede Schule die Schüler mit den besten Noten haben. Und die Lehrer "korrigieren" dann die Noten ihrer Schüler gerne nach oben, damit der Schuldurchschnitt angehoben wird.

Diese Praxis wurde mir auch bereits von einem Freund, der auf einer internationalen Schule in SaiGon unterrichtet erklärt. Gute Noten, gute Schule. Er durfte keine Note schlechter als 3 geben.

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xenos




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BeitragVerfasst am: 26.07.2016, 14:50    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Damit wird mehr oder Minder das umschrieben , wass ich "politischer Wille " nenne.
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