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 Phú Quôc 2015/2016

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ReinerH
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BeitragVerfasst am: 25.01.2016, 05:20    Phú Quôc 2015/2016 Antworten mit ZitatNach oben

Alle Jahre wieder notiere ich hier für Leute, die nicht auf PQC wohnen, was sich so tut oder getan hat, man vergleiche meine Beiträge Phu Quoc 2014, 2013 und 2012.

Hier also eine kurze Zusammenfassung:

Der beschleunigte Zerstörungsprozess, den die Insel seit etwa 5 Jahren erlebt, tobt ungebrochen. Rodungen, Bagger, Zementlaster und Müllberge bestimmen das Bild.
Die großen Straßen und Brücken sind weitgehend fertig und der Verkehr rollt, auch in die entlegenen Winkel der Insel. Zementlaster vor allem, Taxen und Minibusse. Die ersten Straßen werden bereits zum zweiten Mal verbreitert.
Die Piste rund um die Insel ist nicht mehr durchgängig befahrbar, weil die Strandlagen an große Hotelkonzerne vergeben wurden. Der Motorradtourist fährt also im Inselinnern und muss über Stichstraßen zu den verbliebenen Stränden gelangen.

Südlich des Vinpearl entstehen weitere Anlagen nach diesem Vorbild, der ehemals traumhafte Bai Dai (gesprochen etwa Bai-Yai, „langer Strand“), existiert in seiner bisherigen Form nicht mehr. Die Dörfer Rach Vem und Bai Khem werden in Kürze niedergerissen. Dem Bai Sao steht eine ähnliche Zukunft bevor.
Die Grenzen des Nationalparks wurden insgeheim neu abgesteckt: der gesamte – ökologisch besonders interessante - westliche Teil bei Ganh Dau (sprich Gan-Yau) ist der Zerstörung preisgegeben.
Was der Tourismus nicht schafft, erledigen Pfefferplantagen, für deren Anlage viel Natur verschwinden muss, ein sehr einträgliches Geschäft offenbar.

Der Charakter der Städte und Dörfer ändert sich. Mitten in Duong Dong erhebt sich jetzt eine riesige 30to.- Brücke über Hafen und Markt, die charakteristischen blauen und grünen Holzhäuser (erste Generation) sind fast vollständig verschwunden, die garagenähnlichen kleinen Ladengeschäfte (2. Generation) weichen jetzt bis zu 9-stöckigen klimatisierten Gebäuden mit Schaufensterfronten.

Für die Müllentsorgung gibt es weiterhin keine Lösung, nicht einmal Planungen. Die Insel, vor allem im Norden, erstickt förmlich in ihrem Plastikmüll und führt westliche Touristen ins blanke Entsetzen.

Der Neubau von Hotels und Bungalowanlagen schreitet weiter hemmungslos voran, selbst im Inselinnern und an den Berghängen versuchen Investoren ihr Glück und bauen Touristenhütte neben Touristenhütte.

Ganz anders die Nachfrage. Ich schreibe diese Zeilen an einem 25. Januar, das ist eigentlich Hochsaison, aber auf der Insel herrscht eine Grabesruhe. Die Strände sind so leer wie die Restaurants, am Bai Truong (sogenannter Longbeach) gibt es die Nacht jetzt schon ab 5 Dollar. Das Riesenrad des Vinpearl dreht sich nicht, im Aquapark gibt es weder Wasser noch Besucher, niemand steht an den Kassen, niemand golft auf dem Golfplatz, niemand guckt sich die Giraffen im gerade eröffneten Safariland an und niemand fährt Go-Kart. Auf dem Internationalen Flughafen wird kein einziger internationaler Flug (mehr) abgefertigt.

Offensichtlich gibt es immense Gelder fragwürdiger Herkunft, die investiert werden müssen und das geschieht genau hier. Jetzt entsteht noch die mit 7,9 km weltlängste Luftseilbahn von Phu Quoc hinüber nach Hon Thom, die 3500 Menschen pro Stunde transportieren soll.

Woher die kommen sollen, weiß wohl niemand. Aus Europa jedenfalls nicht.

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der_tomtomtom




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BeitragVerfasst am: 25.01.2016, 05:28    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Danke für den Bericht - erschreckend, was man liest. Ich kann es selbst nicht mehr beurteilen, da ich seit 2 Jahren (mehr oder weniger aus oben stehenden Gründen) nicht mehr da war. Habe bisher auch allen davon abgeraten, die Insel zu besuchen. Es sei denn man steht auf Baustellen und Müllberge.

Die Entwicklung könnte aber auch ihre guten Seiten haben: Als Lehrbeispiel, wie man erfolgreich das Tourismusgeschäft (aus Europa und Übersee) zerstört...
Vielleicht wirkt sich das dann positiv auf andere Gegenden aus - also optimistisch bleiben.

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kirsche
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BeitragVerfasst am: 25.01.2016, 07:08    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

das war ja vorraus zu sehen , das es so kommen wird ,
wirklich schade um die schoene insel mit den schoenen stränden,
zum glück habe ich insel vor 9 und 8 jahren besucht und da war sie noch
halbwegs verschont vom grossen baubom.
das gleiche in Mui Ne ,
mann baut fleissig weiter , jetzt besonders in zweiter Reihe in die Sanddünen rein,
obwohl auch hier der grosse russentouribom vorbei is,
am Tag auf der "tourimeile" tote hose , Ca. 35 prozent der Läden zu,
abends so la la ...

Gruss aus Phan Thiet

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xenos




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BeitragVerfasst am: 25.01.2016, 10:41    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

So produziert man touristische Geisterstädte .
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der_tomtomtom




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BeitragVerfasst am: 26.01.2016, 02:49    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« xenos » hat folgendes geschrieben:
So produziert man touristische Geisterstädte .

Du wirst lachen - ich finde es durchaus reizvoll, wenn sich die Natur irgendwann die verlassenen Gebäude zurückholt...

In der Ecke Ho Tram/La Gi/Phan Tiet/Mui Ne gibts gibts da einiges zu sehen Winken
Hat etwas von morbidem Charme! Ich kenn sogar Leute, die sich da einquartiert haben...

Also wer weiß - Was der Schrecken von heute ist, könnte das Abendteuerurlaubsziel von morgen sein.

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kirsche
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BeitragVerfasst am: 26.01.2016, 03:44    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

so zu sagen ,
das " Angkor Wat " von übermorgen
bloss schade um die ganze zerstörte Natur

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deloubresse
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BeitragVerfasst am: 26.01.2016, 03:50    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Zitat:
In der Ecke Ho Tram/La Gi/Phan Tiet/Mui Ne gibts gibts da einiges zu sehen


leider Infrastruktur ist schlecht .

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deloubresse
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BeitragVerfasst am: 26.01.2016, 03:51    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

warum muss man unbedingt nach Phu Quoc und nicht nach Con Dao ?
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der_tomtomtom




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BeitragVerfasst am: 26.01.2016, 04:40    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« kirsche » hat folgendes geschrieben:
so zu sagen ,
das " Angkor Wat " von übermorgen
bloss schade um die ganze zerstörte Natur

ja das finde ich auch schade - Allerdings habe ich da immer die Bilder von Deutschland der 70er/80er Jahre im Kopf. Oder auch aus der DDR - was da kaputt gemacht wurde, ist ebenso unglaublich. War der Rhein nicht eine einzige Giftbrühe? Meine Familie kommt aus der Braunkohleecke in der Lausitz. Kann mich noch an die "Kohlestaubkippensandstürme" im Mad Max Style erinnern (Grube war direkt hinterm Dorf). Und dann gab es da noch den berühmten Luftkurort Bitterfeld... --- Schöner Vergleich: http://goo.gl/3bvBm0

Jetzt - 40 Jahre später - blühende Landschaften (wenn auch nicht im Sinne des Zitatautors). So faszinierend wie die Zerstörungskraft des Menschen, ist auch die regenerative Kraft der Natur. Erinnert mich immer wieder daran, was wir nur ein Furz in der Erdgeschichte sind, der hoffentlich nicht an seinem eigenem Gestank zugrunde geht - Die Natur braucht uns zumindest nicht...

« deloubresse » hat folgendes geschrieben:
Zitat:
In der Ecke Ho Tram/La Gi/Phan Tiet/Mui Ne gibts gibts da einiges zu sehen

leider Infrastruktur ist schlecht .

Jup - schade, dass man da keine 10 spurige Autobahn baut und keinen Internationalen Flughafen. Sollte doch machbar sein!

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deloubresse
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Anmeldungsdatum: 01.08.2013
Beiträge: 1886


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BeitragVerfasst am: 26.01.2016, 04:52    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Ja , vor 3 Jahren vom Ha Noi nach Sa Pa braucht man circa. 8 bis 10 Std. , heute nur circa. 5 Std . , was will man noch mehr. Wo Licht gibt , gibt es Schatten .
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kirsche
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BeitragVerfasst am: 26.01.2016, 10:03    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hallo tomtomtom
da muss ich dir voll zustimmen,
ich komme auch aus der leipziger ecke ,
sicher gab,s die drecksecken von Kohleabbau, die maroden stinkenden fabriken , dreckige Flüsse und der Smog im winter von Kohleöfen und zweitacktautos ,
aber so eine zubetonierung der umwelt und landschaft war viel wenniger,
weil es damals nur begrenzt Baustoffe gab ( Mangelware)
Nach der wende bei uns in BRD das gleiche wie jetzt hier in vietnam.
Die sogenannten blühenden Landschaften, von riesigen Wohngebieten und
Gewerbegebieten.
Die Geschäftemacherei ist auf der ganzen Welt das gleiche,
die Armen , umwelt, Natur und Tiere bleiben auf der Strecke,
der sogenannte Mensch ist der dümmste Bewohner dieses Planeten,
Leider ...

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carycary
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BeitragVerfasst am: 10.07.2016, 09:27    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Ist mir einfach unbegreiflich, warum in südostasien das Müllproblem nicht in den Griff zu bekommen ist.
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xenos




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Anmeldungsdatum: 21.06.2012
Beiträge: 1002


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BeitragVerfasst am: 10.07.2016, 21:04    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Diese Müllproblem ist sicher für einen Mitteleuropäer unverständlich,
aber es ist weder in ganz SOA so und noch ist ganz Europa so sauber, wie es erstrebenswert ist.
Das paradisische Landstriche - und nicht nur sie - vermüllt werden, ist leider in vielen Gegenden der Welt zu beobachten.
Generell (also nicht immer) kann man sagen: je ärmer die Gegend ist, weniger Rücksicht wird auf die Umwelt genommen.
Es fehlt einfach das Verständnisse

Fairerweise sollte man anmerken, dass ein Umweltbewussten in Deutschland auch nicht über Nacht entstanden ist.
Ich kann mich noch daran erinnern, dass - selbst in der Nähe von Flüssen- Bauern ihre tiefliegenden Wiesen mit Müll auffüllten und dafür von den Entsorgungsfirmen noch Geld bekamen.
Altöl wurde unter Farbe gemischt und diente als Konservierungsmittel.
Das nur als Beispiel.

Ich glaube, dass das Problem nur politisch und mit Zeit zu lösen ist.
Die Umwelt braucht eine starke Lobby und die muss aufklären und für Verständnis werben.
Wichtig ist der Ansatz in den Schulen und den Kindergärten.
Wenn auf diesen Weg eine Diskussion in die Familien und die Gesellschaft gebracht wird, ist man auf den richtigen Weg.

Grüße

XenoS

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deep
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Anmeldungsdatum: 07.08.2017
Beiträge: 15


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BeitragVerfasst am: 05.10.2017, 11:55    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Wie ist die Lage aktuell? Lohnt es sich für 4-5 Tage zum Baden im November noch auf Phu Quoc? Oder lieber nach Sihanoukville rüber?
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