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 Situation von Bloggern in Vietnam

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Courti
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Anmeldungsdatum: 11.06.2007
Beiträge: 4398
Wohnort: Bayern


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BeitragVerfasst am: 05.12.2014, 20:44    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Ja deloubresse, relativieren kannst du, das haste ja schon gestern gezeigt, als du Ferguson ins Spiel brachtest. Es ändert aber nichts, dass der von dir zitierte Teil der Aussage von Dieu Cay, eine sehr weise, tolerante und friedliche ist.

Genau genommen ist es das Klügste, was im gesamten Interview gesagt wird. Es zeugt von einer Einstellung, die auch die von dir angebrachten Misstände in den USA beseitigen könnte. Missstände. Missstände, die auch in Vietnam vorkommen sollen, gegen die dort aber im Unterschied zu den USA niemand ohne Weiteres auf die Strassen gehen kann. Ausgerechnet darüber lachst du dich kaputt?

Dabei gäbe es in dem Interview, das ich verlinkt habe - und sogar in dem Absatz, den ich der Vollständigkeit halber ganz zitiert habe, um kein falsches Bild von DC zu zeichnen - genug Anlass zur Kritik, die man gut begründen kann.

Nochmal das Zitat in meiner Übersetzung:
« Courti » hat folgendes geschrieben:
In einer demokratischen Gesellschaft muss ich die Gedanken und Symbole anderer Menschen respektieren.


Und jetzt sag uns doch mal, was genau dich daran genau stört und was du forderst?
Lastest du es Dieu Cay an, für Amerikas Problem mit Polizeigewalt verantwortlich zu sein?
Erwartest du, dass er sich am Flughafen von LA zu Rassismus in den USA zu Wort meldet? Wieso? Seine Rolle in der Gesellschaft ist eine andere.
Wäre es dir lieber, er würde am Flughafen begeistert nach der gestreiften Flagge greiffen und stumpfsinnig anfangen zu hetzen? Was hättest du denn an seiner Stelle getan?

_________________
Um einen Schmetterling lieben zu können, müssen wir auch ein paar Raupen mögen (Antoine de Saint-Exupéry)

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deloubresse
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Anmeldungsdatum: 01.08.2013
Beiträge: 1824


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BeitragVerfasst am: 05.12.2014, 23:25    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Zitat:
Und jetzt sag uns doch mal, was genau dich daran genau stört und was du forderst?
Lastest du es Dieu Cay an, für Amerikas Problem mit Polizeigewalt verantwortlich zu sein?
Erwartest du, dass er sich am Flughafen von LA zu Rassismus in den USA zu Wort meldet? Wieso? Seine Rolle in der Gesellschaft ist eine andere.
Wäre es dir lieber, er würde am Flughafen begeistert nach der gestreiften Flagge greiffen und stumpfsinnig anfangen zu hetzen? Was hättest du denn an seiner Stelle getan?



Hallo Courti,

Wartest du ab , nach 5 Jahren wird du ein Anwort von deine o.g. Fragen bekommen, sagt mein Wahrsager.

VG

Pierre

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starlifter
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Anmeldungsdatum: 21.07.2008
Beiträge: 1014
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BeitragVerfasst am: 06.12.2014, 10:56    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« deloubresse » hat folgendes geschrieben:

Ja . ich denke an Ferguson und neulich NewYork . Ich lache mich schon wieder kaputt.



Blicke doch einfach nach Offenbach am Main. Vielleicht vergeht Dir ja dann das Lachen wieder. Zivilcourage!

Starlifter Cool

_________________
"Alles Denken geschieht unter der Kategorie der Zeit, das wahre Erkennen dagegen schaut in einem ewigen Nu."

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Hoi An
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Anmeldungsdatum: 09.05.2012
Beiträge: 231


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BeitragVerfasst am: 09.12.2014, 17:03    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Die Welt feiert in diesen Tagen den "Tag der Internationalen Menschenrechte". In Vietnam wird in diesen Tagen Menschenrechte jedoch weiter mit den Füßen getreten. Die berühmte Bloggerin Me Nam und zahlreiche Mitglieder des Netzwerks vietnamesischen Blogger (NVB) hatten sich der Initiative "Human Rights Challenge" (Menschenrechte Herausforderung) von der Deutschen Botschaft in Hanoi angeschlossen und versuchten den Geist dieser Initiative in die vietnamesische Gesellschaft auszutragen.

Doch das ständige Mitglied des UN-Menschenrechtsrats Vietnam ist der Meinung, Menschenrechte seien ein "empfindliches Thema" und hat die Menschenrechtsaktivistin und ihre Freunde wegen Tragen des Schildes mit der Aufschrift "I support Human Rights because: Only with Human Rights that we are able to empower our own individuals and our communities" (Ich unterstütze Menschenrechte, weil nur mit Menschenrechten man seine Individualitäten und die Gemeinschaften entfalten kann) und "I support the Human Rights because: Without Human Rights, would not have FREEDOM and DEMOCRACY does not exist" (Ich unterstütze Menschenrechte, weil ohne Menschenrechte keine Freiheit und Demokratie existieren) in der Öffentlichkeit festgenommen, ihre persönliche Sachen beschlagnahmt und stundenlang verhört.

Etwa 2 Dutzend Stasi-Männer mit Unterstützung von ca. 100 Uniformierten haben die Festnahme gegen Bloggerin Mẹ Nấm und ihre 5 Weggefährten und ein 27 monatiges Kind ausgeführt, als sie nach der Aktion gerade in einem Lokal frühstückten. Nach dem Verhör sollten die Blogger/innen ein Protokoll mit folgenden Inhalten unterschreiben: "Wegen Anzeige von Bürgern hat die Gemeindepolizei eine Gruppe von Menschen entdeckt, die Schilder mit folgenden Aufschriften getragen haben: "Ich unterstütze Menschenrechte, weil ohne Menschenrechte keine Freiheit und Demokratie existieren" und sich auf dem öffentlichen Plätzen fotografiert zu haben. Da diese Aktivitäten gegen die Ordnung verstoßen, hat die Lokalpolizei diese Leute eingeladen, mit auf das Polizeirevier zu kommen. Ihre Sachen wurden beschlagnahmt".

Die Polizisten haben beim Verhör die festgenommenen beschuldigt, sich "unerlaubt" auf öffentlichen Plätzen fotografiert zu haben. Und das nicht genehmigte Tragen von Schildern mit Inhalten über Menschenrechte verstoße gegen "Störung öffentlicher Ordnung". Das Verhör erfolgte in getrennten Räumen. Dabei wurden Freunde von Bloggerin Mẹ Nấm befragt, ob sie von der Menschenrechtsaktivistin für die Teilnahme an dieser Aktion bezahlt wurden. Man hat ihnen auch gedroht, zu verhaften, falls sie sich weiter mit Bloggerin Mẹ Nấm zusammenarbeiten. Bloggerin Mẹ Nấm wurde beschuldigt, Geld vom Dritten bekommen zu haben, um diese "Aktion" zu finanzieren.

Diese Initiative wurde ursprünglich von der Deutschen Botschaft angestoßen. Unterstützt wird sie von Frau Botschafterin Jutta Frasch, von Herrn Felix Schwarz (Referent für den Bereich Politik und Menschenrechte bei der Deutschen Botschaft in Hanoi) und von Herrn Christoph Strässer – Sonderbeauftragter für Menschenrechte der Bundesrepublik Deutschland. Ob diese Dame und Herren demnächst vor einem Gericht dieses ständigen Mitgliedslands vom UN-Menschrechtsrat wegen "Anstiftung zu einer empfindlichen Forderung verantworten müssen?

Im gleichen Zusammenhang wurde heute Bloggerin Nguyễn Hoàng Vi heute wegen ihrer Aktivitäten anlässlich "Tag der Menschenrechte" auf offener Straße von mehreren Polizistinnen brutal zusammengeschlagen. Der Angriff geschah gegen 15:30 Uhr (Ortszeit) direkt vor ihrer Haustür, als die Gründerin des NVB gerade Zufluss nach Hause ging. Zunächst griffen 3 unbekannte Frauen die Bloggerin ohne Vorwarnung an. Sie zerrten an den Haaren der zierlichen Frau und fingen an, auf sie einzuschlagen.

Damit Passanten sich in die Attacke einmischen, beschuldigten diese Weiber schreiend, Nguyễn Hoàng Vi hätte mit ihren Männern eine Affäre. Nach kurzer Zeit sackte die engagierte Menschenrechtsaktivistin zu Boden. Als ihre Mutter und Familienangehörige von Bloggerin Nguyễn Hoàng Vi davon mitbekamen und zur Hilfe eilten, entfernten sich die 3 unbekannte mit ihren männlichen Begleitern den Tatort.

Angesichts der brutalen Attacke von der Stasi beschlossen das Opfer und ihre Familienangehörige zu protestieren. Sie nahmen ein Taxi und fuhren damit zur Polizei-Behörde. Auf dem Weg dahin wurden sie von einer großen Stasi-Gruppe verfolgt. Als sie kurz vor dem Ziel waren, stoppten ihre Verfolger das Taxi und zwang den Taxifahrer zur Umkehr. Dem Taxifahrer blieb wegen der massiven Drohung der Stasi keine andere Wahl als das Opfer nach Hause zu fahren.

Derzeit belagern ca. 50 Personen das Haus von Bloggerin Nguyễn Hoàng Vi in Gasse 107 – Phan Văn Năm, Tân Phú, Sài Gòn.

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swr
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Anmeldungsdatum: 19.12.2014
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BeitragVerfasst am: 11.02.2015, 14:12    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Also Einer ist raus.
Vorläufig.
http://www.thanhniennews.com/politics/vietnam-releases-blogger-arrested-late-last-year-as-investigation-continues-38655.html

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Hoi An
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Anmeldungsdatum: 09.05.2012
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BeitragVerfasst am: 03.07.2015, 16:13    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Vom vietnamesischen Zuchthaus ins Weiße Haus. So kann man die Situation beschreiben. Der US-Präsident Obama hatte in seiner Rede zum Tag der Freien Presse in 2012 noch die Freilassung von Blogger Dieu Cay gefordert. Zweieihalb Jahre später sitzt der Ex-Gewissengefangene neben dem US-Präsident aus demselben Anlass und bespricht im Weißen Haus über die Menschenrechtsverletzungen in seinem Land.
Herr Nguyen Van Hai wurde 2008 wegen "Propaganda gegen den Staat" zu 12 Jahren Haft verurteilt. Nach eigenen Angaben sei Herr Nguyen Van Hai richtig gerührt, weil man auf dem Namenschild des Ex-Häftlings Dieu Cay anstatt seinen richtigen Namen geschrieben hat.

Kurioserweise hat der staatliche Sender VTV wenige Tage später in einem anderen Zusammenhang Szenenvon dem Treffen zwischen Obama mit Dieu Cay gezeigt. Dieser Bericht wurde später jedoch aus dem Netz entfernt. Derselbe Fernsehsender hat die Hauptstadt von Vietnam nach China verlegt.

Fast zur gleichen Zeit des Treffens forderte das Internationale Menschenrechtskomitee des US-Kongresses (USCIRF) in seinem Jahresbericht das US-Außenministerium erneut auf, die Regierung Vietnams in die Liste der CPC-Länder wieder aufzunehmen, weil bürgerliche Glaubensgemeinschaften wie die Vereinigte Buddhistische Kirche Vietnams vom Hochehrwürdigen Thich Quang Do, die Khmer-Krom, Cao %u110ài, Hòa Hảo, die katholische, evangelische Kirche und die Mennonites immer noch vom kommunistischen Regime massiv unterdrückt sind. Blogger Dieu Cay teilte auch in dem Interview mit Sender RFA mit, dass Senator Durbin (zweiter Mann der Demokratischen Partei) nach dem Treffen mit ihm die Freilassung von Gewissengefangene Ta Phong Tan, ebenfalls Mitglied vom Club der Freien Presse, gefordert habe.

Seit seiner (frühzeitigen) Freilassung aus dem kommunistischen Gefängnis und anschließender Abschiebung in die USA kämpft Blogger Dieu Cay im Exil weiter für Menschenrechte und Demokratie in Vietnam. Er sprach als Zeuge vor dem UN und zuletzt am 17.06. vor dem Menschenrechtsausschuss des US-Unterhaus über die Menschenrechtssituationen in Vietnam. Im Anschluss der Anhörung sagte der Ex-Häftling mit Sender BBC: "Als Zeuge kam ich mit zwei Hauptthemen nach Washington, nämlich über Meinungsfreiheit und Gewissengefangene. Wir Mitglieder vom Club der freien Journalisten wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, nur weil wir von unserem Recht nämlich der Meinungsfreiheit im Internet Gebrauch machen wollen. Wegen der unmenschlichen Behandlung treten politische Gefangene immer wieder in den Hungerstreik, um sich dagegen zu protestieren. In dem Gespräch forderte ich auch die Abschaffung von Paragraphen 258, 88 und 79, die den Behörden erlauben, jeden zu verhaften, die nicht mit der Regierung eine Meinung ist".

Blogger Dieu Cay wurde von den vietnamesischen Communites in den USA von Anfang an herzlich aufgenommen. Er nimmt bei zahlreichen Veranstaltungen für die Demokratie Vietnams teil.

KP-Chef Nguyen Phu Trong wird bei seinem USA-Besuch wahrscheinlich im Weißen Haus dort Platz nehmen dürfen, wo Ex-Gewissengefangene Dieu Cay vor einem Monat Platz genommen hat. Im Hinblick auf den offiziellen Besuch des vietnamesischen KP-Chefs empfing das Weiße Haus am 01.07.2015 Vertreter von politischen Exil-Organisationen, um deren Meinungen und Forderungen anzuhören.



Edit von Courti: Link gerichtet.

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da_lanh_dien
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Anmeldungsdatum: 11.07.2015
Beiträge: 15


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BeitragVerfasst am: 22.09.2015, 14:38    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

habt ihr vielleicht schon mitgekriegt, aber ich poste das nochmal:

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Infoservice/Presse/Meldungen/2015/150921-MRHH-Vietnam.html

http://www.dw.com/de/vietnam-l%C3%A4sst-bloggerin-ta-phong-tan-frei/a-18726286

Liebe Gruesse

DLD

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Hoi An
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Anmeldungsdatum: 09.05.2012
Beiträge: 231


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BeitragVerfasst am: 11.10.2016, 18:04    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Nguyen Ngoc Nhu Quynh, bekannt mit dem Alias Me Nam wurde gestern 10.10.16 wegen "Propaganda gegen den sozialistischen Staat Vietnams" festgenommen und in Handschellen vor Augen ihrer Tochter abgeführt.

Die Polizei hatte ihre Wohnung komplett durchsucht und dabei zahlreiche "Beweismitteln" u.a. Computer, T-Shirts mit Anti-China-Logo, T-Shirts mit Aufschriften gegen den Bauxit-Abbau im Zentralhochland, gegen Tötung durch Polizeigewalt und für Freilassung von politischen Gefangenen sowie für die Anklage gegen Formosa und für Umweltschutz mitgenommen.

Die Festnahme war offensichtlich für die Regierung von großer Bedeutung, deshalb war auch das Fernsehen life dabei. Vergleichsweise wurde über die Demonstration gegen Formosa vor 10 Tagen mit mehr als 15.000 Teilnehmern von keinem TV-Sender berichtet!
Die Festnahme erfolgte vor einem Gefängnis, als die 37-Jährige Frau Nay beim Verfassen des Beschwerdebriefes half. Die Gefängnisleitung hatte Frau Nay nämlich den monatlichen Gefängnisbesuch verweigert. Ihr Sohn wurde im August 2016 wegen kritischer Äußerungen gegen den Staat auf seinem Facebook zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt.

Möglicherweise hängt die Festnahme der Bloggerin mit der aktuellen Protest gegen Formosa zusammen. Denn vor wenigen Tagen kündigte die Polizeibehörde auf ihrer Internetseite an, jeden zu bestrafen, der Hilfe von der Exil-Organisation Viet Tan, welche die kommunistische Regierung als "Terroristen" bezeichnet, annimmt. Die Polizei wirft der Bloggerin vor, für ihre Aktivitäten Geld von Viet Tan angenommen zu haben.

Die Zweifachmutter hatte schon 2006 mit dem Blogschreiben über Korruptionen und Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft begonnen. Wegen ihrer kritischen Äußerungen wurde sie 2009 ohne Gerichtsverfahren 9 Tagelang unter Gewahrsam genommen. Die Bloggerin verlor nach der Freilassung ihren Job bei einem ausländischen Unternehmen und beschloss zunächst, sich die Zeit nur noch für ihre kleine Familie zu widmen. Doch die gegenwärtigen Tatsachen des Landes ließen die junge Frau nicht in Ruhe. Vor allem möchte die Bloggerin nicht, dass ihre Kinder in einer verdorbenen Gesellschaft aufwachsen. Also nahm sie ihre Aktivitäten wieder auf und setzte sich diesmal auch für die Menschenrechte ein.

CNN hat sie damals nach dem Grund gefragt. Sie engagierte sich nicht nur die unterdrückten Bürger "Dan-Oan", sondern sich auch tatkräftig für die Erhaltung der Umwelt. Wegen ihrer Aktivitäten war die Menschenrechtlerin täglich Gewalt und Bedrohungen durch die Polizei ausgesetzt.

Aufgrund ihres unermüdlichen Einsatzes für die Menschenrechte wurde Bloggerin Me Nam 2010 mit dem Hellman/Hammett-Preis von HRW und 2015 mit dem schwedischen Civil Rights Defenders-Preis ausgezeichnet. Beide Male konnte die Menschenrechtlerin nicht persönlich zum Empfang der Auszeichnungen erscheinen, weil vietnamesische Behörden ihren Reisepass eingezogen haben.

Vizekanzler Sigmar Gabriel hat sich während seines Vietnam-Besuchs 2014 persönlich mit der prominenten Menschenrechtsaktivistin getroffen. Bei fast allen Treffen mit westlichen Diplomaten war die Englischsprechende Bloggerin immer als Gast und Zeuge eingeladen. Während des Vietnam-Besuchs von US-Präsident im Mai wurde die Bloggerin mehrere Tage eingesperrt.

Vergangenen Monat wurden auch der prominente Blogger Nguyen Huu Vinh und seine Assistentin trotz internationaler Kritik zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt. Auch die Bäuerin Can Thi Theu, die sich gegen die Landenteignung durch die Regierung kämpft, wurde zum 2. Mal wegen Störung öffentlicher Ordnung zu fast 2 Jahren Gefängnis verurteilt und kam im Juli 2015 nach 15 Monaten Gefängnis frei.

Das Europäische Parlament hat im Juli 2016 mit der Resolution 2016/2755(RSP) erneut die kommunistische Regierung Vietnams wegen ihrer Unterdrückung von Menschenrechten kritisiert. Währenddessen bekräftigt die kommunistische Regierung Vietnams die Fortsetzung dieser Menschenrechtspolitik!

Auf die Frage wovor die Bloggerin am meisten Angst hat, antwortet die alleinziehende Mutter, dass wenn sie vor dem Schlafengehen nicht mit ihrer Tochter kuscheln und ihren Sohn keine Gutenachtgeschichte vorlesen könne. Ihre Angst wird jetzt wahr und zwar möglicherweise für längere Zeit. Denn wegen "Propaganda gegen den Staat" kann die Zweifachmutter nun bis zu 12 Jahre Gefängnis verurteilt werden.

Mit der Aufforderung der EU-Diplomaten zur sofortigen und bedingungslosen Freilassung der Bloggerin wird hoffentlich Frau Nguyen Ngoc Nhu Quynh ihre Kinder bald wieder in die Arme schließen können.

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Hoi An
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BeitragVerfasst am: 11.11.2016, 17:26    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Es scheint, als bräuchte das kommunistische Regime Vietnams dringend neuen Nachschub an politischen Gefangenen für seine nächsten Verhandlungen mit dem Westen. Denn nach Bloggerin Me Nam sind jetzt zwei weitere Blogger verhaftet worden. Am 02.11.16 berichtete die Stasi-Behörde, dass Blogger Hồ Văn Hải bei der "Verbreitung von Staatsfeindlichen Informationen" über Internet auf "frischer Tat" ertappt wurde. Die Festnahme erfolgte noch auf der Arbeitsstelle des 51-Jährigen Arztes in Ho Chi Minh-Stadt. Und nur wenige Tage später wurde Herr Lưu Văn Vịnh, Gründer der Allianz "Selbstbestimmung des Vietnamesischen Volkes" wegen "Aktivitäten zur Umstürzung der Volksregierung" verhaftet. Der 49-Jährige Facebooker war bei fast allen Demonstrationen gegen China, für Umweltschutz und gegen Festnahmen von Aktivisten aktiv beteiligt. Beide Verhaftungen erfolgten mit einer Hausdurchsuchung.

Inzwischen befindet sich die bekannte Bloggerin Me Nam genau einen Monat in der Untersuchungshaft. Und U-Haft unter dem vietnamesischen Kommunismus bedeutet die menschenunwürdigste Einzelhaft auf unbegrenzter Zeit mit täglichem Verhör, ohne Kontakt zu Rechtsanwalt und Familienangehörigen, wie es seit Dez. 2015 mit Menschenrechtsrechtanwalt Nguyễn Văn Đài und seiner Assistentin Frau Lê Thu Hà der Fall ist. 73 Abgeordnete von 14 Ländern forderten in einem gemeinsamen Brief an die vietnamesische Regierung die Freilassung der beiden Menschenrechtler, darunter auch mehrere kambodschanische Abgeordneten, also von einem Land, das vor Kurzem noch unter kommunistischer Diktatur litt.

Wenn es darum geht, die Alleinherrschaft aufrechtzuerhalten, kennt die KPV keine internationalen Abmachungen mehr. Denn wenn die vietnamesische Regierung selbst auf Kritiken vom Präsidenten des UN-Menschenrechtsrats, welchem Vietnam seit einigen Jahren selbst angehört, wegen der Verhaftung von Bloggerin Me Nam eiskalt in die Mülltonne tritt, werden internationale Menschenrechtsorganisationen wie AI, HRW, RSF mit ihren Verurteilungen kaum etwas bewirken können. Zwar hatten westliche Regierungen wie die USA und die BRD) mit ihrem politischen Einfluss die Freilassung von Bloggerin Me Nam ebenfalls auch gefordert, aber die Angst die Macht durch eine junge Mutter zu verlieren, sitzt bei den kommunistischen Machthabern tief in den Nacken. Deshalb trotzen sie jeder Kritik und jeder Forderung, egal was der Rest der Welt über sie (ihn) denkt.

Vor guter Woche hat der deutsche Außenminister einen wichtigen Arbeitsbesuch in Vietnam abgestattet. Herr Frank-Walter Steinmeier hat dabei die vietnamesische Regierung aufgefordert, politische Reformen einzuleiten und mahnte die vietnamesischen Gastgeber zur Einhaltung der Menschenrechte. In seiner Rede vor den Studenten ging Herr Steinmeier auch auf das Thema Recht ein. Die Aufforderungen vom wichtigsten Handelspartner der EU ließen die kommunistischen Machthaber nicht nur kalt, sondern verhielten sich auch noch unfreundlich deswegen. Denn während das ZDF von dem Vietnam-Besuch des deutschen Außenministers berichtete, verlor keine einzige Zeitung in Vietnam über den Besuch ein Wort, geschweige denn über seine Aufforderung zur politischen Reform.

Um ihre Tochter bzw. Mutter wieder zu sehen, kämpfen nun die Mutter und Kinder von Bloggerin Me Nam selbst für ihre Freilassung. Auf der Mini-Demonstration rufen sie "Ich brauche meine Mama", "Mama braucht Rechtsanwalt", "Bitte kämpft mit uns für die Freiheit von Quynh". Die Aussichten auf einen Erfolg sind zwar sehr gering. Aber vielleicht mit einer breiten Unterstützung außenstehender Menschen klappt es doch? Wie heißt es noch so schön: "Die Hoffnung stirbt zuletzt".

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BeitragVerfasst am: 15.02.2017, 18:55    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Nach 3 Jahren Haft wegen Störung der öffentlichen Ordnung wurde die Menschenrechtsaktivistin Bui Thi Minh Hang am 11.02.17 fristgemäß freigelassen.

Vor dem Gefängnistor erwartete sie mehrere Dutzend Freunde. Die 53-Jährige bedankte sich bei den Anwesenden für den herzlichen Empfang, aber auch bei der kommunistischen Regierung für die kostenlose Ausbildung zur besseren Kämpferin während der Haft. Noch am selben Abend gaben Freunde einen weiteren Empfang für die unbeugsame Frau. In der Rede vor der Menge ruft sie die Regierung auf, Dialog mit dem Volk zu suchen anstatt ihnen mit Gefängnis zu erwidern. Im Interview bezeichnet die bekannte Anti-China-Aktivistin das kommunistische Regime als Großmacht von Unterdrückern.

Die vietnamesische Regierung hat rechtzeitig dafür gesorgt, dass der freiwerdende Platz von Frau Hang im Gefängnis von anderen Menschenrechtsaktivistinnen gefüllt wird. Nach Bloggerin Me Nam wurde vor dem Tet-Fest Dissidentin Nguyen Thi Nga, Mitgründerin der Organisation Frauen für Demokratie, auf unmenschlicher Art und Weise verhaftet, weil jetzt ihre Kinder, der jüngste erst 4 Jahre, ohne Mutter leben müssen. Im 2014 entkam sie nur knapp einem Mord durch die Stasi, als sie mit ihren Kindern mit dem Moped unterwegs war. 816 Personen und mehr als 30 Organisationen fordern mit ihren Unterschriften die Freilassung von Frau Nga.

Die Regierung beginnt jetzt offensichtlich eine neue Welle der Verhaftung gegen Andersdenkenden. Ende 2016 wurde Nguyễn Danh Dũng verhaftet. Der 29-Jährige soll Video-Clips gegen Regierungsmitglieder im Internet veröffentlicht haben. Am 11.01.17 wurde Nguyễn Văn Hóa verhaftet, weil er den geschädigten Fischern beim Verklagen gegen Formosa geholfen hat. Am 19.01.17 wurden Frau Trần Thị Miện aus Hà Nam und Herr Nguyễn Văn Oai, der nur vor wenigen Wochen nach langjähriger Haft fristgemäß entlassen wurde, wegen "Widerstand gegen Staatsgewalt" verhaftet.

Die Stasi geht jetzt noch härter gegen Dissidenten vor. Diese werden rund um die Uhr von der Stasi beschattet und dürfen ihre Wohnung nicht verlassen. Priester Phan Van Loi konnte die Neujahr-Messe nicht abhalten, weil ihm der Weg in die Kirche von Stasi-Männern versperrt wurde.

Die inzwischen bekannte Nord-Vietnamesin Hong Thai Hoang, die ihre Liebe für die Fahne vom ehemaligen Süd-Vietnam in einem Video-Clip bekennt hat, konnte ihre Kinder von Schule/Kindergarten nicht abholen, weil ihr ein Dutzend Stasi-Männer daran hinderten. Hier ihr verzweifelter Hilferuf.

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swr
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BeitragVerfasst am: 16.02.2017, 23:09    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Menschenrechte? Erstens sind sie Gummi wegen Artikel 29:
http://www.humanrights.ch/de/internationale-menschenrechte/aemr/text/artikel-29-aemr-grundpflichten-schranken-menschenrechte
Zweitens ist schon ihr Ursprung wegen des Umfeldes suspekt: Guillotine, Vendee und Strickweiber fallen mir da spontan ein.
Drittens sind sie Grundlage des Interventionsimperialismus.
Viertens ist mir ein Lieblingknüppel der PC - Jünger ohnehin suspekt.

Liebe zur Fahne von Südvietnam zeigen ist natürlich deutliches Ablehnen der Kommunisten. Meinungsfreiheit sollte zu grundlegenden Bürgerrechten gehören. Hier wird aber wohl in den alten Farben eine Alternative gesehen. Und da liegt der Fehler. Weil: Auch unter der alten Flagge würde man sich mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit den gleichen Werten verpflichtet sehen wie Hanoi heute: Globalisierung unter Führung von der Ostküste des Amilandes. Raider hieße Twix, ändern tät' sich nix.

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BeitragVerfasst am: 07.04.2017, 19:24    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

13 Frauen wurden am 29.03.2017 vom US-Außenministerium für ihre Tapferkeit geehrte. Eine unter den Auserwählten hieß Nguyen Ngoc Nhu Quynh, bekannt mit dem Nicknamen Me Nam. Der Preis wurde persönlich vom der US-First-Lady Melania Trump verliehen. Im Gegensatz zu den übrigen Preisträgerinnen konnte die zweifach alleinziehende Mutter die Auszeichnung jedoch nicht in Empfang nehmen, da sie seit Oktober 2016 wegen "Propaganda gegen den sozialistischen Staat" in U-Haft sitzt.

Die Preisverleihung sorgte für Verärgerung bei dem kommunistischen Regime. Denn kurz darauf erklärte der Sprecher des vietnamesischen Außenministeriums gegenüber der Presse, die USA haben bei ihrer Entscheidung nicht objektiv gehandelt und dieser Akt sei für die Entwicklung der Beziehung beider Länder nichts von Nutzen.

Doch kurz darauf bemühte sich die vietnamesische Regierung um Schadenbegrenzung. Denn am nächsten Tag lud der vietnamesische Staatspräsident den US-Boschafter Ted Osius zu einem Treffen ein. Bei dem Gespräch bekräftigte Tran Dai Quang die Willen für eine gute Zusammenarbeit mit dem neuen US-Präsidenten sowie die Absicht die Beziehung beider Länder voran zu treinen.

Zeitung Dan Tri (Volkswissen) zitierte in ihrem Bericht die Presse-Erklärung und hatte "dummerweise" wahre Aktivitäten von Bloggerin Me Nam erwähnt: "Zwischen 2009 bis 1016 wurde Frau Quynh wegen Zivilaktivitäten wie Forderung für Menschenrechte, Teilnahme an Demonstration gegen die Besetzung der Ostmeer-Inseln durch China, Proteste gegen Formosa aufgrund des Massenfischesterbens. Sie war die Koordinatorin des "Netzwerks Vietnamesischer Blogger" und Mitglied bei Organisationen "Patriotische Vietnamesen" und "Freier Bürger" verhaftet (Từ năm 2009 đến năm 2016, bà Quỳnh đã bị bắt giữ nhiều lần do tham gia các hoạt động dân sự, đòi dân quyền, và biểu tình phản đối Trung Quốc chiếm biển đảo tại Biển Đông, phản đối Công ty Formosa trong vụ việc cá chết hàng loạt tại miền Trung. Bà là điều phối viên của Mạng lưới Blogger Việt Nam, thành viên của các tổ chức “Người Việt yêu nước” và “Tuyên bố công dân tự do”)

Keine Ahnung, ob der Chefredakteur von Zeitung Dan Tri wegen ihren ehrlichen Worten seinen Sessel räumen musste oder nicht. Auf jeden Fall wurde die obige Passage aus dem Bericht heraus gemeißelt.

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BeitragVerfasst am: 11.07.2017, 08:29    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Ungeachtet weltweite Proteste gegen die Festnahme und Freilassungsforderungen wurde die bekannte Menschenrechts- und Umweltaktivistin Nguyen Ngoc Nhu Quynh von dem kommunistischen Staat Vietnams am 29.06.17 in einem Schnellverfahren zu 10 Jahren Gefängnis wegen "Propaganda gegen den Staat" verurteilt. Das harte Urteil gegen die zweifache alleinziehende Mutter hat erneut weltweit für Verachtung und Bestürzung ausgelöst.

Die Anklageschrift enthält folgende 4 Punkte:
1. Beschädigung des Ansehens der Polizei: Mit der Aktion "Stop police killing civilians" die Polizei und deren Ansehen beschädigt zu haben: In 2014 veröffentlichte Frau Nhu Quynh ein Dokument über 31 Fälle, bei den Personen während des Polizeigewahrsams gestorben sind.
2. Öffentliche Aberkennung der KP-Führung durch Forderung nach Menschenrechten: In 2015 soll Như Quỳnh mit 162 Personen und 27 Organisationen für Menschenrechte in Vietnam aufgerufen haben.
3. Verbreitung falscher Information über Radio und Zeitungen: Frau Như Quỳnh soll das Land zwischen 2013-2016 mit falschen Informationen in Interviews mit ausländischen TV-Sendern und Zeitungen angeschwärzt zu haben.
4. Besitz verbotener Dokumenten: Frau Như Quỳnh soll Gedichte von Bùi Chát und eine Musik-CD über die vietnamesischen Fischer vom Komponist Tuấn Khanh gehortet haben. Beide Dokumente seien "gegen den Sozialismus und den Zusammenhalt des Volkes".

Der von ihrer Mutter beantragte Prozesszutritt beim zuständigen "Volksgericht" wurde mit dem Argument abgelehnt, der Prozess gehe sie nichts an. Ihre Mutter (Frau Lan) war trotz des Verbotes hingegangen. Die Verteidiger beauftragen daraufhin den Zutritt für sie, diesmal direkt beim Richtervorsitzenden. Dieser lehnte den Antrag mit dem Argument ab, der Gerichtssaal sei schon "voll", erlaubte ihr jedoch den Prozess von einem Nebenzimmer heraus über einen Fernsehermonitor zu verfolgen. Nach Prozessende musste sie in dem Zimmer so lange bleiben, bis ihre Tochter weggefahren wurde, und durfte dann das Gebäude verlassen. Obwohl die Angelegenheit Mutter und Kinder von Bloggerin Me Nam "nicht angeht", wurden sie tags und nachts von der Stasi beschattet. Die Situation war so unerträglich, so dass Frau Lan eines Tages mit ihren Enkelkindern vor dem Haus gegen die Unterdrückung protestieren mussten. In diesem Bild sperrte ein Auto tagelang den Eingang ihres Hauses.

Nach 9 Monaten Iso-Haft durfte Frau Lan (Mutter) Bloggerin Me Nam einen Tag vor dem Prozess zum ersten Mal für 5 Minuten sehen. Bis dahin wurde ihr der Ort des Gewahrsams von der Polizei geheim gehalten, damit sie kein Lebensmittel oder sonstiges für die Tochter schicken kann. Laut ex-Gewissengefangene Dieu Cay wollen die Behörden damit erreichen, dass den politischen Gefangenen zusätzlich noch die Einsamkeit zugesetzt werden. Sie sollten das Gefühl der Enttäuschung bekommen, sie seien vergessen worden, niemand interessiert sich noch für sie.

Die Civil Rights Defenders Preisträgerin von 2015 durfte bei der Festnahme außer der Kleidung am Leib keine weiteren Sachen mitnehmen und musste während der U-Haft Häftlingsanzüge tragen. Ihr wurde weder Unterwäsche und noch Damenbinde zur Verfügung gestellt. Die 37-Jährige nutzte die knappe Zeit des Treffens ihrer Mutter mitzuteilen, was sie als Frau alles dringend benötigt und sich bei ihrer Mutter und Kindern wegen Unannehmlichkeiten zu entschuldigen. Sie bekräftigte jedoch, heute das gleiche wieder tun würde. Nach dem kurzen Besuch teilte ihr ein Stasi-Hauptmann mit, dass Frau Lan nicht zum Prozess kommen darf.

Laut vietnam. "Strafgesetzbuch" dürfen politische Gefangene nach dem Strafurteil 2mal im Monat Besuch von Familienangehörigen bekommen. Aber auch dies hat ihr jetzt die Gefängnisleitung mit Verweis auf Anordnung der Stasi verweigert. Möglicherweise will die Behörden vermeiden, dass noch mehr negative Dinge über die Haftbedingungen und Behandlungen von Bloggerin nach draußen durchsickern.
Mit der ungewöhnlich hohen Strafe und unmenschlichen Haftbedingungen erhofft sich die vietnamesische Regierung möglicherweise einen hohen Freikaufwert des Westen für die äußerst prominente Gefangene mit anschließender Exil-Verbannung. Vor zwei Woche ist Menschenrechtsaktivist Pham Minh Hoang nach Aberkennung seiner vietnamesischen Staatsangehörigkeit durch den Staatspräsidenten gegen seinen Willen nach Frankreich abgeschoben worden und ihn damit für immer von Frau, Tochter und schwer krankem Vater getrennt. Der 1972 in Frankreich Absolvent lehrte nach Rückkehr in 2002 an der technischen Universität in Saigon, bis ihn die Stasi im Jahr 2012 wegen Propaganda gegen den Staat verhaftete und zu 3 Jahren Gefängnis verurteilte.

Rechtsanwalt Luan, der zusammen mit 2 weiteren Kollegen den Freispruch für die Umweltaktivistin plädiert hatte, bezeichnet den Prozess als unverhältnismäßig und ohne Diskussion, weil weder die Staatsanwaltschaft noch der Richtervorsitzende auf die Verteidigung der Rechtsanwälte eingegangen war.
Es ist fraglich, ob Rechtsanwälte in Zukunft sich bei politischen Prozessen noch engagieren wollen. Denn das vietnamesische "Parlament" hat vor Kurzem ein Gesetz verabschiedet, wonach Rechtsanwälte verpflichtet sind, Meldung über ihre Klienten machen, wenn jemand sich politisch betätigt und ihnen in einer Rechtsberatung über seine Aktivität anvertraut hat.

Frau Lan bezeichnet die ungewöhnlich harte Strafe als Racheakt an ihre Tochter, da die Trägerin des International Women of Courage Awardvon 2017 vor im Gerichtssaal anstatt "Reue" als letztes Wort dies gesagt haben:
"Ich möchte mich für alle Unannehmlichkeiten bei meiner Mutter und Kindern entschuldigen, und bei den Rechtsanwälten, die versucht haben mich zu verteidigen, bedanken. Jeder Mensch hat jedoch sein eigenes Lebensziel. Wenn es einen Neubeginn geben würde, dann würde ich den selben Weg nochmals gehen. Und ich bin fest überzeugt, dass ihr (Mama und die Kinder) Stolz über mich seid. Mein Wünsch ist es, eine bessere Gesellschaft für unser Land zu bauen. Ein Land ist nur stark, wenn es soziale Basis mit Freiheit und Glück des Volkes verbindet. Das Volk ist nur frei und glücklich, wenn es seine Meinung frei äußern darf. Ich möchte, dass alle Menschen ihre Ängste überwinden und sich für eine bessere Gesellschaft einsetzen."

Als Frau Lan nach Hause kam, lief Nấm (Tochter von Nhu Quynh) auf sie zu und fragte: "Großmutter, wie ist es ausgegangen? ". Frau Lan: 'Wenn du später mit dem Studium fertig bist, dann wird deine Mutter mit uns wieder zusammen leben". Nấm sagte daraufhin, ich gehe jetzt in die Kirche und werde für Mama beten".[/i] Video von ihr mit dem Hilferuf

Über Gấu (5-Jähriger Sohn von Bloggerin Me Nam) erzählt die Großmutter: "Gấu trägt derzeit innerliche Verletzungen. Wenn er von der Schule nach Hause kommt, sucht er immer noch nach seiner Mutter. Und weil er sie nicht findet, wirkt er sehr ängstig". Bis zum 03.07.17 wurden knapp 300 Millionen Dong für die Kinder von Bloggerin Me Nam gespendet.

Neben Menschenrechtsorganisationen haben mehrere Regierungen darunter auch die EU, Deutschland und USA auch die UN das Urteil gegen Frau Nguyen Ngoc Nhu Quynh kritisiert und erneut die Freilassung gefordert.



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BeitragVerfasst am: 02.08.2017, 07:17    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Nach Bloggerin Me Nam ist nun eine weitere Mutter zweier Kleinkinder wegen "Propaganda gegen den sozialistischen Staat" zu 9 Jahren Haft und mit anschließendem 5 Jahre Hausarrest verurteilt worden. Trotz 6 Monate Trennung durch U-Haft erlaubten die Behörden den Kindern nicht ihre Mutter in diesem "öffentlichen Prozess" zu sehen.

Menschen, die den angeblich öffentlichen Prozess aus nächster Nähe verfolgen wollten, wurden vertrieben und geschlagen. Tausende zeigten sich solidarisch mit der Menschenrechtlerin und hatten für sie gebeten.

Frau Phan Thi Nga war Mitglied in der Organisation Frauen für Menschenrechte in Vietnam und aktiv gegen die Inselnbesetzung von China. Sie wurde mehrfach von "unbekannten" Männern auf offenen Strassen angegriffen und einige Male sehr schwer verletzt. Man könnte sich erahnen, im wessen Auftrag die Verfolgung, Misshandlung, Verhaftung und Verurteilung von Frau Nga stammte.

Rechtsanwalt Ha Huy Son, Verteidiger von Frau Nga, bezeichnet Beweise gegen seine Mandantin als illegal, weil irgendwelche Filmaufnahmen irgendwo aus dem Internet herunter geladen und zusammen geschnitten wurden.

Das Urteil der kommunistischen Regierung gegen die Bürgerrechtlerin stößt erneut auf Verachtung und Entsetzen des Westens und zahlreicher Menschenrechtsorganisationen der Welt. Auch der UN-Menschenrechtsrat, dem Vietnam seit einigen Jahren als Mitglied angehört, kritisiert das Urteil scharf und verlangt die Freilassung von Frau Tran Thi Nga.

Trotz Kritiken der Internationalen Gemeinschaft geht die Verhaftungswelle gegen Bürgerrechtler im Land unvermindert weiter. Am 30.07.17 wurden 4 Bürgerrechtsaktivisten wegen "Aktivitäten zum Stütz der kommunistischen Regierung" festgenommen. Es sind alle Ex-Gewissengefangenen Pastor Nguyen Trung Ton aus Thanh Hoa, Ingenieur Phan Van Troi aus Hanoi, Ex-Geschäftsmann Nguyen Bac Truyen aus Saigon, Ex-Journalist Truong Minh Duc aus Binh Duong.

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BeitragVerfasst am: 05.12.2017, 17:14    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Der nur einen halben Tag gedauerte Berufungsprozess am 30.11.17 mit 10-Jährigen Hafturteil gegen die bekannte Bürgerrechtlerin Nguyen Ngoc Nhu Quynh hat erneut weltweit für Bestürzung und Empörung gesorgt. Nach der Urteilverkündung äußert die US-Botschaft in Vietnam ihre tiefe Bedenken. Die Menschrechtsbeauftragte der Bundesregierung Bärbel Kofler zeigt erneut in einer Erklärung ihre tiefe Betroffenheit. Herr Giles Lever -Botschafter von Großbritannien in Vietnam- ist schwer enttäuscht über das Urteil und verlangt die sofortige Freilassung der alleinziehende Mutter zweier Kleinkinder. Das Gleiche fordert auch Herr Frank Schwabe, Sprecher für Menschenrechte und humanitäre Hilfe der SPD sowie zahlreiche NGOs.

Herr Bruno Angelet verurteilt das Urteil scharf, welches Vietnam klar gegen die Internationale Erklärung der Menschrechte und den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte verstößt. Vietnamesische Behörden haben dem EU-Botschafter sogar die Beobachtung bei diesem öffentlichen Prozess verweigert!

Nur 4 Tage vor dem Prozess haben Behörden von Provinz Phu Yen einem ihrer Rechtsanwälte wegen Missbrauch der REDEFREIHEIT die Lizenz entzogen, weil Herr Vo An Don in Interviews mit ausländischen Sendern VERLEUMDUNG über vietnamesische Staatsanwaltschaft, die kommunistische Partei und den Staat gemacht haben soll. Menschenrechtsanwalt Vo An Don hatte seit 2012 in mehr als 200 Fällen unterdrückte Bürger vor dem Gericht, z.B. im Prozess wegen Mord an Familienvater durch Polizeigewalt verteidigt. Im Bezug auf den Lizenzentzug teilte Rechtsanwalt Don im Interview mit BBC mit, dass er jetzt wohl nur noch als Bauer seinen Lebensunterhalt bestreiten könne.

Das Strafmaß gegen die Bloggerin wäre mindestens zur Häfte reduziert, wenn Frau Huynh vor dem Richter ein SCHULDZUGESTÄNDNIS gemacht hätte. Aber auch diesmal blieb die Frau der Tapferkeit 2017 bei ihrer Überzeugung wie bei der 1. Instanz vor 6 Monaten, nämlich nur zum Wohle der Menschen und der Umwelt gehandelt zu haben, und nicht um das kommunistische Regime zu stürzen.

Als Schlusswort wiederholte die Aktivistin erneut: "Wenn ich nochmal die Gelegenheit habe, die Dinge von vorne zu wieder zu machen, dann würde ich das Gleiche tun. Eine entwickelte Gesellschaft muss andere Meinungen anhören können.

Sofort unterbrach sie der "Richter" mit der Frage: "Hatten Sie nicht den Antrag auf Berufung gestellt?

Bloggerin Me Nam: Ja, das hatte ich, weil ich schuldig bin und eine Überprüfung des Urteils der 1. Instanz verlange.

Richter: "Das reicht!" und kündigte eine Unterredungspause an. Nach 15 Minuten kam dieser zurück und verkündet das 10-Jährige Hafturteil gegen Frau Huynh.

Ihre Rechtsanwälte verlangten eine Diskussion mit den Zeugen, auf dessen Gutachten, das Urteil gefällt wurden. Diese Zeugen seien gerade auf Geschäftsreisen und stehen für Diskussionen daher nicht zur Verfügung, ließ der Richter wissen.

Obige Details von dem Prozess stammen von Mutter der Bloggerin Me Nam, die nach langem Streit mit der Stasi letztendlich in das Gerichtsgebäude hinein, den ÖFFENTLICHEN Prozess jedoch nur in einem Nebenzimmer über Fernseherübertragung in schlechter Tonqualität verfolgen durfte. Draußen warteten Freunde von Me Nam, die nicht in das Gerichtgebäude durften. Als Frau Lan Freunde ihrer Tochter über den Prozess berichtet und aus Wut ruft:"Meine Tochte ist unschuldig", gingen sofort Stasi-Männer mit Fäusten und Tritten auf sie und Freunde los. Manche wurden festgenommen und erst gegen Mittelnacht wieder freigelassen. Unter den festgenommenen war auch Frau Tien, deren Vater 2012 von Polizisten in den Tod gefoltert wurde.

Die Umweltschützerin wurde im Juni 2017 von Melania Trump als tapfere Frau geehrt. Die US First Lady hat ihren Mann auf der ASIEN-Reise nur bis nach China begleitet. Als der mächtigste Mann der Welt weiter nach Vietnam zum APEC-Gipfel weiterreiste, blieb sie in Peking allein zurück und schaute sich lieber Tiere im Zoo an. Vor ihrer ASIEN-Reise hat sie die Tochter von Me Nam in einem Brief gebeten, sich für die Freilassung ihrer Mutter einzusetzen. In diesem jüngsten Video-Clip beschreibt die 10-Jährige ihre Sehnsucht für ihre Mutter.

Das 10-Jährige Gefängnisurteil gegen Bloggerin Me Nam fiel nur wenige Tage vor dem jährlichen Gespräch zwischen der EU und Vietnam über die Menschenrechte. Weitere ähnliche Urteile gab es fast im gleichen Zeitraum gegen andere Umweltaktivisten in Vietnam.

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