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 Umweltkatstrophe durch unbehandeltes Abwasser

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Hoi An
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Anmeldungsdatum: 09.05.2012
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BeitragVerfasst am: 17.06.2016, 07:55    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

2,5 Monate sind inzwischen vergangen und noch gibt es immer noch keine Erklärung für das Massenfischsterben. Informationsminister Truong Nhan Tuan erklärte vor knapp 2 Wochen, die Regierung kenne schon die Ursache, wolle jedoch noch mit dem Gutachten von Experten abwarten. Presseberichten vom 10.06. zufolge sei in 30 Tonnen Makrelen, die unmittelbar nach dem Massenfischsterben in der Provinz Quang Tri von einem Händler gekauft wurden, das hochgiftige Phenol in einer Konzentration von 0,037 mg/kg nachgewiesen worden. Woher das kommt, könne man jedoch nicht sagen.

Wegen Kaufzurückhaltung bei Verbrauchern hatte der Händler insgesamt 110 Tonnen Fische zum Glück nicht verkauft und diese daher bislang in der Tieflagerhalle aufbewahrt. Während die Bevölkerung aufgrund der neuen Entdeckung sich Sorgen machen, behauptet das Gesundheitsministerium, dass das tägliche Verzehren von 1 Kg Fisch mit 0,037mg Phenol für Menschen mit einem Körpergewicht zwischen 50 – 55 kg gesundheitlich unbedenklich sei. Währenddessen teilt Herr Tran Quang Thanh vom Gesundheitsamt Ha Tinh mit, dass zum Zeitpunkt des Massenfischsterben (Anfang April) sei sogar das Hundertfache vom 0,037 mg/kg Phenol-Gehalt in den Fischen festgestellt worden sei.

In Da Nang verendete ein Dutzend Hühner plötzlich, nachdem man sie mit Seefischen, die vom Markt gekauft wurden, gefuttert hatte. Der Vorsitzende von Gemeinde Hòa Hiệp Bắc Stadt Da Nang betätigte den Vorfall, erklärte die Ursachen dafür mit: "Wir haben die Tiere vor Ort untersucht und stellten fest, dass die Todesursache nicht durch Fischverzehr, sondern weil die Hühner sich zu satt gefressen hatten".

US-Botschafter Ted Osius gab auf der CSIS-Konferenz an, die USA hätten der vietnamesischen Regierung ihre Unterstützung bei der Suche nach der Ursache des Massenfischsterbens angeboten. Die vietnamesische Regierung habe die Hilfe jedoch abgelehnt.

Im Zusammenhang mit der Umwelt-Katastrophe hatte Frau Tran Thi Lam Mitte April ein Gedicht geschrieben und auf ihrem Facebook veröffentlicht. Das Gedicht hieß "Unser Land ist echt seltsam, findest du auch?" und handelte über manche aktuelle Dinge des Landes. Es wurde übers Internet rasend schnell verbreitet. Dann konnte plötzlich ihre Facebookseite Tagelang nicht mehr erreicht werden. Dies sorgte für Spekulationen unter Facebook-Benutzern. Es gab Gerüchte, wonach die 45-Jährige Vietnamsischlehrerin an der Förderschule Ha Tinh (wo Formosa steht) wegen dem Gedicht von der Polizei festgenommen wurde, und die Schulleitung gegen sie ein Disziplinarverfahren eingeleitet habe.

Das Gedicht klingt sinngemäß so:

Đất nước mình ngộ quá phải không anh?
Unser Land ist echt seltsam, findest du auch?

Bốn ngàn tuổi mà dân không chịu lớn
Schon 4000 Jahre alt, will aber nicht erwachsen sein.

Bốn ngàn tuổi mà vẫn còn bú mớm
Schon 4000 Jahre alt, will sich weiter an Mutterbrust klammern

Trước những bất công vẫn không biết kêu đòi.
Vor lauter Ungerechtigkeiten wusste nicht, sich zu klagen.

Đất nước mình lạ quá phải không anh?
Unser Land ist echt seltsam, findest du auch?

Những chiếc bánh chưng vô củng kì vĩ
Hier gibt es die supergroßen Banh Chung-Kuchen,

Những dự án và tượng đài nghìn tỷ
Milliardenteuere Projekte und Denkmäler.

Sinh mạng con người chỉ như cái móng tay…
Das Leben eines Menschen ist nur so viel Wert wie der Fingernagel …

Đất nước mình buồn quá phải không anh?
Es ist echt traurig um unser Land, findest du auch?

Biển Bạc, rừng xanh, cánh đồng lúa biếc
Einst glitzerndes Meer, grüne Wälder und Augenweite Reisfelder

Rừng đã hết và biển thì đang chết
Aber Wälder sind längst alle und das Meer jetzt langsam stirbt

Những con thuyền nằm nhớ sóng khơi xa
Boote liegen langgeweilt am Strand und träumen von Wellen des weiten Meeres

Đất nước mình thương quá phải không anh?
Es ist so mitleidvoll mit unserem Land, findest du auch?

Mỗi đứa trẻ sinh ra đã gánh nợ nần ông cha để lại
Jedes Kind, das das Licht der Welt erblickt, schultert Schulden seiner Vorfahren.

Di sản mai sau có gì để cháu con ta trang trải
Mit welchem Erbe zahlen Kinder unsere Schulden zurück,

Đứng trước năm châu mà không phải cúi đầu.
ohne nicht vor der ganzen Welt mit gesenktem Kopf zu stehen?

Đất nước mình rồi sẽ về đâu anh?
Wohin wird unser Land gehen?

Anh không biết em làm sao biết được
Wenn du nicht weiß, woher soll ich es wissen?

Câu hỏi gửi trời xanh, gửi người sau, người trước
Fragen an den blauen Himmel, an den hinteren und vorderen Menschen gerichtet.

Ai trả lời dùm… Đất nước sẽ về đâu?
Wer kann mir bitte antworten, wohin geht unser Land?

Das Gedicht hat auch Begeisterung bei zahlreichen Musikern ausgelöst. In kurzer Zeit wurden viele Lieder aus dem Gedicht komponiert. Im Internet gibt es daher mehrere Versionen mit dem gleichen Titel, gesungen von bekannten aber auch weniger bekannten Sängerinnen und Sängern.

Im Interview mit VietnamNet teilte Vietnamesischlehrerin mit, dass sie das Gedicht aus den Gefühlen heraus geschrieben habe, und es stecke sonst keine anderen Motive dahinter. Aber WEGEN "Druck der Öffentlichkeit" habe sie am 27.04. das Gedicht jedoch aus dem Facebook entfernt und vorübergehend die Nutzung deaktiviert. Vize-Direktor von der Förderschule Ha Tinh Herr Phan Khac Nghe dementiert Gerüchte über ein disziplinarisches Verfahren gegen Frau Lam und meint, die Schule mische sich nicht in die persönliche Freiheit der Lehrerin ein. Der Leiter der Stasi-Abteilung PA83 von Provinz Ha Tinh dementiert ebenfalls Gerüchte über eine Festnahme, bestätigt dennoch, dass seine Mitarbeiter die Lehrerin in einem Gespräch nur angeraten haben, das Gedicht zu löschen, um seine Verbreitung zu vermeiden.

In der Fernsehens-Show "60 phút mở" (60 Minuten offen) wollte die Moderatorin Bích Loan von ihrem geladenen Kollegen MC Phan Anh ebenfalls wissen, welche Motive hinter dem Posten des Video-Clips auf seinem Facebook gestanden haben. Als MC Phan Anh erklärte, er wolle nur das seltsame Phänomen mit Freunden teilen, sonst keine andere Absicht, werfen ihm "Psychologieanalytiker" und "Journalist" vor, nur aus Gier auf Macht und Berühmtheit dies gemacht zu haben. Die Zuschauer waren geschockt und empört zugleich, weil diese Art von verleumderischen Angriffen auf Menschen sie an das Anklagetribunal zu Zeiten der Landreform in Nord-Vietnam, wo die Bauern Großgrundbesitzern in einem öffentlichen Prozess mit Ausbeutung anprangerten, erinnerte.

Medien berichten dennoch von großen Sympathie von Zuschauern für MC Phan Anh aufgrund seiner Argumentationen. VTV ließ die Aufzeichnung der Sendung wegen dem Shitstorm aus Youtube entfernen.

Trotz brutaler Unterdrückungen hatten sich Aktivisten im Internet immer wieder zu Prosteten für Behörden-Transparenz in Sachen Fischsterben verabredet. Um die Protesten ja nicht entstehen zu lassen, versperrten Stasi-Männer Aktivisten den Ausgang, oder verhafteten alle Verdächtigen, die sich in der Nähe der geplanten Demo aufhielten, manche wurden sogar im Straßencafe verhaftet. Die Verhafteten wurden in so genannte Sammelstelle für Obdachlose und Prostituierte untergebracht. Straßenkünstler Ta Tri Hai, der bei Protestkundgebung gegen China immer mit seiner Geiger ganz vorne marschierte, wurde am Abend vor dem Protesttermin verhaftet und in eine solche Sammelstelle gebracht. Der 77-Jährige wurde von anderen Aktivisten befreit. Die Aktivisten haben dabei festgestellt, dass andere Menschen dort gegen ihren Willen eingesperrt wurde. Polizisten nützen diese Einrichtung zum Verhör und stellten ebenfalls immer wieder die gleichen Fragen, welche Motive die Demonstranten für die Teilnahme haben. Auch wenn die Umweltaktivisten die Wahrheit sagten, dass sie nur die Umwelt schützen wollen, gaben sich die Polizisten nicht zu frieden. Sie demütigten und misshandelten die Aktivisten wie mit Schwerverbrechern, auch wenn diese Ihre Meinung allein mit einem Spruchzettel gezeigt haben.

Junger Umweltaktivist Lau Nhat Phong kam nach der Freilassung erneut in jenes Polizeirevier, in dem er wegen seiner Demo-Teilnahme von 4 Polizisten in einem Hinterzimmer misshandelt wurde, um seinen Peinigen zur Rede und Antwort zu stellen. Doch diese leugnen ihre Tat. Stattdessen suchten Behördenmitarbeiter ihn zuhause auf, um ihn von weiteren Teilnahmen abzuhalten. Als ihnen das nicht gelingt, drohten ihm Kriminelle mit dem Tod, sollte er das Haus verlassen. Phong will gesehen haben, dass der Lokalpolizeichef sich kurz zuvor mit den kriminellen Jugendlichen gesprochen hat. Aber Phong ließ die Drohungen kalt und ist jetzt noch aktiver als zuvor.

Zurzeit verlief nur die wöchentliche Protestkundgebung mit Teilnahme mehrerer Hundert Bürgern in Provinz Nghe An unter der Leitung vom Kardinal Nguyễn Thái Hợp relativ ungestört. Die meisten von ihnen sind Christen und Fischer. VTV bezeichnet die Erklärung zum Fischsterben des Kardinals jedoch als Nichtobjektiv, Angstmacherei und Unruhestiftung. In einem Brief hatten die Geistlichen Formosa aufgefordert, die Vergiftung des Meeres endlich zuzugeben.

Massenfischsterben gab es zuletzt im See Hoàng Cầu und im Meer von Phú Yên. Formosa Vung Ang verschiebt die Eröffnungsfeier auf unbestimmte Zeit. Geplant war für den 25.06.2016.

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der_tomtomtom




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BeitragVerfasst am: 20.06.2016, 01:31    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Ich habe gehört, dass die Firma Formosa jetzt wohl ein Verbot bekommen hat, weiter in Vietnam tätig zu sein. Aber sicher bin ich mir nicht.

Eine Ministerin soll dazu wohl gesagt haben, dass man min. 1,5 Tonnen Fisch essen muss, um zu sterben. Sie wollte damit wohl beruhigen - Als ob das beruhigend ist. Auf den Arm nehmen

Außerdem sohl wohl eine LKW-Ladung kontaminierten Fischs auf dem Weg nach Hanoi gefunden worden sein, der dann da wohl verkauft werden sollte.

Das größte Problem ist einfach, dass von offizieller Seite so gut wie keine klaren Statements kommen, was Sache ist. Mittlerweile kann ich mir recht gut erklären, warum hier in Vietnam die haarsträubendsten Gerüchte und Geschichten die Runde machen. Es gibt einfach keine eindeutige und logisch nachvollziehbare offizielle Erklärung. Das Volk bleibt wie immer sich selbst überlassen.
Alles wird bewusst wage gehalten und Informationen bewusst zurückgehalten.

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Florian




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BeitragVerfasst am: 20.06.2016, 07:32    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« der_tomtomtom » hat folgendes geschrieben:
Mittlerweile kann ich mir recht gut erklären, warum hier in Vietnam die haarsträubendsten Gerüchte und Geschichten die Runde machen. Es gibt einfach keine eindeutige und logisch nachvollziehbare offizielle Erklärung.


Ja, wahrscheinlich richtet die nichtvorhandene Kommunikation der Regierung noch mehr wirtschaftlichen Schaden an, als das Umweltdesaster selbst. Unglaublich.

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csba
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BeitragVerfasst am: 20.06.2016, 09:11    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Das Lied "Đất nước mình ngộ quá phải không anh" ist wirklich sehr gelungen! Danke, Hoi An, fuer den obigen Beitrag.


« der_tomtomtom » hat folgendes geschrieben:
Ich habe gehört, dass die Firma Formosa jetzt wohl ein Verbot bekommen hat, weiter in Vietnam tätig zu sein. Aber sicher bin ich mir nicht.


Das ist meiner Meinung nach eher unwahrscheinlich.

« der_tomtomtom » hat folgendes geschrieben:
Eine Ministerin soll dazu wohl gesagt haben, dass man min. 1,5 Tonnen Fisch essen muss, um zu sterben. Sie wollte damit wohl beruhigen - Als ob das beruhigend ist. Auf den Arm nehmen


Ich glaube es ihr schon. Ich meine, man wuerde auch so sterben, wenn man die 1,5 Tonnen Fische innerhalb weniger Tage verschlingen wuerde, ob sie nun contaminiert sind oder nicht. Aber die Aussage der Ministerin ist wirklich absurd! Ich weiss nicht, was sich die Regierungsbeamten noch an Aussagen einfallen lassen werden, um diese "Katastrophe" zu verharmlosen.

« Florian » hat folgendes geschrieben:
Ja, wahrscheinlich richtet die nichtvorhandene Kommunikation der Regierung noch mehr wirtschaftlichen Schaden an, als das Umweltdesaster selbst. Unglaublich.


Ja! Der Meinung bin ich auch! Absolut!!


csba

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Toni B.
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BeitragVerfasst am: 30.06.2016, 18:06    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Die taiwanische Stahlproduktionsgruppe Formosa in Provinz Quang Tri hat ihren Fehler durch Ablassen des giftigen Abwassers gestanden.
Eine Entschädigung von ca. 500 Mio. Dollar wird an die Betroffenen gezahlt, die Frage nur, an wen und wie wird das Geld verteilt und werden die Schuldigen hart bestraft?
http://www.thanhniennews.com/

VG Toni B.

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Courti
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BeitragVerfasst am: 30.06.2016, 21:06    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Laut New York Times teilte die vietnamesische Regierung mit, dass die Schadensersatzzahlungen in Hilfen für betroffene Fischerdörfer, Fortbildungen von Fischern sowie in die Schadensbegrenzung im Meer geht.
Hier der Artikel: Taiwan-Owned Steel Factory Caused Toxic Spill, Vietnam Says

In dem Artikel wird auch geschildert, dass die Regierung Erkenntnisse über die Art der Verschmutzung selbst vor Vergifteten und deren Ärzten geheim hielt. Das ist wirklich ein unglaubliches Krisenmanagement. Und natürlich bleibt der paranoide Vorwurf nicht aus, dass feidliche Kräfte Unruhe stiften wollten... Mehr als 500 Demonstranten wurden verhaftet.

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csba
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BeitragVerfasst am: 01.07.2016, 07:26    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Ich denke aber auch, dass die Behoerden erst nach soviel Druck seitens der Oeffentlichkeit solche Informationen rausgerueckt haben. Dass Menschen durch das Verzehren von solchen contaminierten Fischen erkrankt sind und die Regierung es geheimhalten will, dass ist meiner Meinung nach in "diktatorischen" Laendern wie Vietnam nicht unueblich. "Alles dem Volk zu Liebe, auch wenn das ganze Volk daran erkranken wuerde".

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Florian




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BeitragVerfasst am: 01.07.2016, 11:06    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Immerhin, ein Schuldeingeständnis. Ich bin sicher, die Ursache war nach 2 Tagen allen klar, aber man hat sich da 2 1/2 Monate Zeit mit gelassen.

500 Millionen USD hört sich ja toll an. Aber wie weit das mit der Realität zu tun hat wird man wohl kaum erfahren.

« Courti » hat folgendes geschrieben:


In diesem Artikel steht das einzige, was ich bislang zu den konkreten Ursachen gelesen habe:
Zitat:
.. the coastal disaster was caused by a Taiwan-owned steel factory that discharged a combination of chemicals, including cyanide, into the ocean


Wär doch schön, da etwas mehr Details zu wissen. Für die Fischer und Konsumenten, wäre es sicher auch gut zu wissen, was das nun konkret für die zukünftigen Fischerträge bedeutet, und ob Fische aus dem Gebiet auch zukünftig mit Schadstoffen belastet sind, oder nicht.

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Hoi An
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BeitragVerfasst am: 01.07.2016, 17:48    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

3 Monate nach dem Massenfischsterben in Zentral-Vietnam gab die vietnamesische Regierung jetzt bekannt, was eigentlich jeder schon längst wusste, nämlich dass der taiwanische Stahlhersteller Formosa in Ha-Tinh der Urheber der Umweltkatastrophe gewesen sei und jetzt mit 500 Millionen Dollar Entschädigungen leisten zu wollen. Zeitung Tuoi Tre meint jedoch, das Geld reiche aber gerade nur aus, um sich die Straffreiheit zu erkaufen. Die einheimische Bevölkerung verzichtet dennoch auf Entschädigung und verlangt eine Umwelt wie vor den Zeiten des Formosa. Vor diesem Pressetermin sollen Militär- und Polizeieinheiten in Bereitschaft versetzt worden sein.

Rückblick: Nachdem die Fische vor der Küste von Ha-Tinh anfangs April plötzlich in Massen starben, entdeckten Fischer eine unterirdische Rohrleitung mit einem Durchmesser von 4,5m, aus der Abwasser ins Meer strömte. Da die Sonderindustriezone Vung Ang direkt in der Nähe dieser unterirdischen Rohrleitung stand, richtete die Bevölkerung ihren Verdacht auf den taiwanischen Stahlproduzent Formosa. Statt Untersuchungen anzustellen erklärte die vietnamesische Regierung, dass sie keinen Zusammenhang zwischen dem Massenfischsterben und Formosa siehe.

Währenddessen nahm das Massenfischsterben seinen freien Lauf zu und weiterte sich rasend schnell in die Nachbarprovinzen Quảng Bình, Quảng Trị và Thừa Thiên - Huế und sogar bis nach Da-Nang. Einheimische Fischer, deren Fang jetzt wertlos war, weil sie niemand kaufte, gingen mit Protesten auf die Straße und verlangten Entschädigung und Aufklärung. Die Regierung beruhigte die Betroffenen, indem sie versprach, Reis an die Fischer zu verteilen. Gleichzeitig erklärte sie, dass Algenbütendas Massenfischsterben verursacht haben. Nachdem unabhängige Wissenschaftler jedoch Gegenargumente geliefert haben, ruderte die Regierung von dieser Behauptung zurück.

Fischer wollen 6 Meilen von der Küste auch eine gelbe Wasserschicht, die um die Korallen hüllt, gesehen haben. Die Behörden waren jedoch anderer Meinung. Sowohl im Meerwasser als auch in toten Fischen wurden Chemikalien in hoher Konzentration festgestellt. Eine Reporterin wollte von dem Vize-Umweltminister eine Erklärung dafür hören, bekam anstatt eine Antwort nur: "Deine Frage schadet unserem Land".
Ein Dutzend Hühner, die mit Fischen gefuttert wurden, fielen plötzlich tot um. Als Ursache gaben die Behörden den Hühnern die Schuld, "zu voll gefressen zu haben". Die ganze Region wirkte wie ausgestorben. Kein Tourist, alle Geschäfte blieben leer, Fischerboote liegen trostlos am Strand herum. Die Angst ging um.

Ohne zu wissen, welche Gefahr einen erwartet, empfahl der Vize-Vorsitzende von Provinz Ha Tinh der Bevölkerung, weiter wie bisher Fische und andere Meerestiere zu essen und im Meer wie gewohnt zu baden.
Während die Bevölkerung in vielen Teilen des Landes aus Verzweiflung auf die Straße ging, um lautstark gegen die Vergiftung des Meeres durch Formosa zu protestieren, statte KP-Chef Nguyen Phu Trong am 22.04.16 einen Besuch in Vung Ang ab, um seine Solidarität mit dem reichen Stahlhersteller aus Taiwan zu demonstrieren. Für die armen Einheimischen hatte der mächtigste Mann des Landes keine Zeit.
Wie in einem Filmdrehbuch gab die Geschäftsleitung von Formosa wenige Stunden vor der offiziellen Pressekonferenz ihre Tat zu, und entschuldigte sich dafür, dass ein Subunternehmen aufgrund von Stromausfall das Desaster verursacht habe. Und die Behörden hatten nicht kontrolliert, weil sie davon ausgingen, das das Stahlwerk noch nicht produktiv sei.

Nach dem Bekanntwerden der Umweltkatastrophe hatte Formosa dennoch 9 Taucher in das verseuchte Wasser geschickt. Einer starb, 5 weitere wurden ins Krankenhaus eingeliefert.
Auf die Frage, ob Formosa strafrechtlich verfolgt werde, ließ Minister Mai Tien Dung wissen, dass Vietnam freundliche Atmosphäre für ausländische Investoren schaffen will, zudem habe Formosa versichert, Entschädigungen zu leisten und den gemachten Fehler nie mehr zu wiederholen, werde man daher keine strafrechtliche Verfolgung gegen Formosa einleiten. Anstatt die Schuldigen zu verhaften, steckt die vietnamesische Regierung ihre eigenen Bürger, die an friedlichen Protestkundgebungen gegen Formosa teilgenommen haben, ins Gefängnis. Frau Can Thi Theu, eine von den verhafteten, befindet sich seit ihrer Festnahme am 10.06.16 im Hungerstreik.

Angaben des Landwirtschaftsministers zufolge sei das Wasser außerhalb der 20 Meilen von der Küste sicher (nicht kontaminiert). Aber wie kommen Fischer mit ihren kleinen Fischerschalen dahin. Auch selbst für Fischer mit richtig großen Booten stellt das Fischen dort draußen ein großes Problem dar, weil chinesische Regierung den Fischfang verbietet. Eine Angabe darüber, wielange das Meer noch vergiftet bleibt, wurde von den Anwesenden nicht gemacht!

Auf die Frage eines Reporter, ob Journalisten bei der Berichterstattung behindert und Informationen verheimlicht wurden, antwortet Informationsminister Truong Minh Tuan: "Anfangs April, als das Massenfischsterben auftrat, hatten Medien sehr vielfältig und sehr häufig darüber berichtet. Die Partei und Regierung haben nicht die Absicht, Informationen zu verheimlichen. Denn nicht nur die Bevölkerung sondern auch die Partei und Regierung waren interessiert, die Wahrheit erfahren. Aber um die Untersuchungen nicht zu erschweren, haben wir die Medien gebeten, nicht von Spekulationen zu berichten, sondern abzuwarten. Das war eine komplizierte Angelegenheit. Untersuchungen durch die Medien hätte mit Sicherheit nicht zum Erfolg geführt, wie die Ermittlungsbehörden zusammen mit den Wissenschaftlern gemacht haben".

Während vietnamesischen Medien eigene Ermittlungen über die Umweltvergiftung untersagt war, tat das der taiwanische Fernsehsender PTS heimlich. In diesem Dukumentationsfilm interviewten die Mitarbeiter von PTS die Bewohner und Fischer von Ha Tinh. Die Fischer erzählen, dass sie seit Monaten nicht mehr zum Fischen ins Meer fahren, weil niemand Fische kaufen wolle. Eine Hausfrau zeigt Fische und Meeresfrüchte aus der Tiefkühltruhe, die sie selbst aus Angst vor Vergiftung nicht essen würde. Einheimische berichteten von Schmerzen und Hauterkrankungen, nachdem sie nach Aufbruch der Katastrophe Fische verzehrt hatten.

Um Platz für Formosa zu schaffen, hätten Behörden zahlreiche Familien zwang umgesiedelt. Viele lebten seit Generationen von der Fischerei. Etwas andere hatten sie nicht gelernt. Daher weigern sie sich, in die von der Regierung errichteten Wohnsiedlungen in Richtung Bergregion umzuziehen. Um Druck auf die Einheimischen auszuüben, verweigern die Behörden wiederum ihren Kindern den Schulunterricht. Die Einheimischen gaben nicht nach und organisieren daraufhin den Privatunterricht, damit 155 Kinder weiter lesen, schreiben und rechnen lernen können.
Die 166 unbeugsamen Haushalte mit mehr als 800 Köpfen der Gemeinde Vũng Áng leben seitdem unter ständiger Beobachtung der Stasi. Um die Dreharbeiten machen zu können, hatten die Mitarbeiter vom PTS sich als Einheimische verkleiden müssen. Nur durch Schutz von den Einheimischen haben sie ihren Verfolgern einige Male entkommen können. Diese gaben an, sie hätten zwar gewusst, dass in Vietnam ähnlich wie in China keine Pressefreiheit gebe. Aber dass Journalisten wegen ihrer Berichterstattung verprügelt werden, so schlimm hätten sie sich es nicht vorgestellt, berichteteAktivist Nguyễn Anh Tuấn.

In diesem Film wurde auch berichtet, dass taiwanische Abgeordnete sowie Umweltaktivisten ihre Regierung aufgefordert haben, Untersuchungen in Sachen Massenfischsterben in Vietnam zu veranlassen. Von vietnamesischen "Abgeordneten" hat man in der Angelegenheit nichts gehört. Nach aktuellen Presseberichten gewährt die vietnamsische Regierung Formosa ziemlich hohe Sonderrechte. Sein Bodennutzungsrecht beträgt 70 Jahre, davon 15 Jahre kostenfrei. Es braucht nur 10% Betriebsteuer anstatt 28% zu zahlen, keine Einnahmesteuer in den ersten 4 Jahren und in den folgenden 9 Jahren mit 50% Steuernachlass.

Die Vietnamesischlehrerin Tran Thi Lam, die das berühmte Gedicht "Unser Land ist echt seltsam" geschrieben hat, schrieb jetzt auf ihrem Facebook: "Wir sind nicht unschuldig!" und meint, weil Menschen sich nur um das eigene Wohl und nicht um die Umwelt kümmerten, und auch zu feige waren, die Meinung zu sagen.

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Hoi An
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BeitragVerfasst am: 12.09.2016, 07:39    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Formosa verseucht nicht nur das Meer sondern auch den Boden von Vietnam mit Schadstoffen aus seinem Stahlwerk. Ein Zeitungsreporter (und nicht irgendeine Umweltbehörde) fand heraus, dass Formosa rund 100 Tonnen gifthaltigen Schlamm aus Abwasserbehandlungsanlagen in einem abgelegenen Waldstück vergraben ließ. Der Auftragsnehmer für die Entsorgung des mit Schwermetall belasteten Schlamms ist ausgerechnet der Chef des staatlichen "Müllentsorgungsunternehmens" von Ky Anh, Le-Quang-Hoa. Auf dem 1000 m2 Privatgrundstück von Le-Quang-Hoa fanden Behörden streng nach Chemikalien riechende Schlammmassen. Der Chef des staatlichen "Entsorgungsbetriebs" hielt den verseuchten Schlamm für harmlos und wollte damit seine Bananenplantage düngern. Später wurde jedoch herausgefunden, dass der Beamte in mindestens 8 weiteren Standorten darunter auch in einem Park Tonnenweise Müll von Formosa (illegal) vergraben hat.

Zurzeit liegen noch 700 Tonnen unbehandelter Schlamm auf dem Geländer von Formosa. D.h., wenn der Umwelt-Skandal nicht zufällig aufgedeckt wurde, dann wären diese 700 Tonnen Giftstoffe irgendwo durch staatliche "Umwelt-Unternehmen" (so bezeichnen sich die Müllentsorgungsunternehmen in Vietnam) in der Natur entsorgt worden. Formosa streitet jede Mitschuld an dem Skandal ab und gibt die Schuld allein dem staatlichen Müllentsorger, mit dem sie einen Vertrag geschlossen hat. Der Untersuchung zufolge überschreitet die Konzentration von Zyanid in dem illegal entsorgten Schlamm den maximal zulässigen Höchstwert. Der Chef der Umweltbehörde von Ha Tinh räumte ein, aus Panik nur eine Probe für die Untersuchung entnommen zu haben!

In der letzten Zeit hat die Bevölkerung (wieder die Bevölkerung und nicht die Behörden) immer mehr solche Umweltverschmutzungsskandale aufgedeckt. Die Bewohner von Da Nang haben am 15.08.2016 nach langer heimlicher Verfolgung festgestellt, dass das "Umwelt-Unternehmen" Anh Duong Hunderte Tonnen vermutlich hochgiftige Schlammmassen und braune Metallpulver in großen Mengen auf ihrem Betriebsgeländer deponiert. Die Chefin dieses "Umweltunternehmens" gab ebenfalls an, nicht von dem giftigen Inhalt der Stoffe gewusst zu haben.

Währenddessen wurden neue Fälle des Massenfischsterbens berichtet. Medien berichten am 09.09.16 von 50 Tonnen toter Zuchtfische und 3 Wochen davor 60 Tonnen ebenfalls Zuchtfische in Flüssen von Provinz Thanh Hoa. Die Farmer vermuten die Ursache in den ungeklärten Abwässern aus Betrieben in der Region. Aber Herr Vũ Đình Hảo, Leiter der Landwirtschaft vom Kreis Bá Thước teilt die Vermutung der Bevölkerung nicht und nennt Sauerstoffmangel und hohen Schlammgehalt im Wasser als Ursache des ungewöhnlichen Massenfischsterbens. Zuvor wurden ähnliche Erscheinungen in Quang Ngai und Saigon beobachtet.

Am Anfang des Formosa-Skandals hatten die Behörden noch von Berichten über der Zerstörung der Korallen abgestritten. Und jetzt, nach dem Formosa die Schuld zugegeben hat, berichten Zeitungen über das Ausmaß der Verseuchung sogar mit Bildern. Möglicherweise steht die hohe Krebserkrankung in der Bevölkerung mit der Umweltverschmutzung zusammen. Denn Vietnam führt hier den 2.Platz der Weltrangliste, bei Männern sogar den 1. Platz der Krebserkrankungen.
Die Umweltkatastrophe durch Formosa ist zwischen 4 Monate alt. Die Behörden von Provinz Ha Tinh können immer noch nicht sagen, wie lange das Meer noch braucht, bis es sich wie vorher regeneriert. Das bedeutet, dass die Boote der Fischer weiter gelangweilt am Strand liegen müssen. Die Bevölkerung ist tief verzweifelt trotz des Versprechens der Behörden, ihnen neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu besorgen, sogar eine Beschäftigung als Vertragsarbeiter im Ausland.

Das neue Schuljahr in Vietnam hat gerade begonnen. Doch mehr als 1000 Kinder von Fischergemeinde Ky Ha von Provinz Ha-Tinh müssen zuhause bleiben, weil die Eltern nicht das nötige Schulgeld für ihre Kinder aufbringen können. Die zunehmende Armut sorgt für Unmut in der einheimischen Bevölkerung. In Provinz Ha Tinh hat es in der letzten Zeit mehrere Großdemonstrationen gegen Formosa gegeben. Im August demonstrierten schätzungsweise 50000 Bewohner aus 6 Katholikengemeinden der Stadt Vinh und forderten lautstark das Schließung von Formosa.

Auf der Protestkundgebung vom 01.09.2016 verlangen die 3000 Teilnehmer, Formosa anzuklagen. Auf ihren Spruchbändern standen: "Wer hat Formosa nach Vietnam geholt, damit diese die vietnamesische Bevölkerung vergiftet", "Regierung, entscheide dich entweder für das Volk oder für Formosa", und "Wo bleiben unsere Entschädigungsgelder". Laut Gesetz dürfen ausländische Firmen eine Betriebserlaubnis max. nur 50 Jahre bekommen. Formosa bekam 70 Jahre. Der Ex-Vorsitzende von Ha Tinh hat die Erlaubnis dafür erteilt, wies seine Schuld zurück und erklärte, dass die Regierung (von Nguyen Tan Dung) ihm dies genehmigt habe. Dieser ist aber entmachtet worden. Die Anlagen von Formosa waren kaum in Betrieb und hatten schon schlimme Umweltkatastrophen verursacht. Die Bevölkerung fragt sich daher, wie das Land in 70 Jahren aussehen würde.

Währenddessen hat die vietnamesische Steuerbehörde Formosa inzwischen Steuern in Höhe von 13.000 Milliarden, andere Quellen sprechen von 14617 Milliarden Dong rückerstattet, und zwar als Entschädigung für die Beschädigung der Produktionsanlagen durch wütender Bürger wegen des Eindringens chinesischer Ölplattform in 2014. Diese Summe entspricht ungefähr die 500 Millionen Dollar, die Formosa den Betroffnen entschädigen soll. D.h., die Vietnamesen entschädigen mit ihren Steuergeldern den betroffenen Fischern und nicht Formosa. Anfang August wollte eine kleine Gruppe taiwanscher Abgeordnete sich ein Bild über das Ausmaß der Umweltzerstörung vor Ort informieren, sowie die betroffen Einheimischen zu besuchen. Nach Ankunft am Flughafen von Noi Bai behielten Grenzpolizisten ihren Pass und ließen sie nicht in die Stadt Vinh weiterreisen. Als Grund gaben vietnamesiche Behörden an, die Abgeordneten seien mit einem Touristenvisum eingereist und dürfen daher keine parlamentarischen Arbeiten durchführen.

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Flan
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BeitragVerfasst am: 13.09.2016, 04:45    gänsehaut Antworten mit ZitatNach oben

hallo Hoi An
Beim Durchlesen deines postig bekam ich Gänsehaut, es ist unglaublich wie dilettantisch und sorglos mit der Umwelt umgegangen wird.
Die brutalsten Umwelt Verbrecher sind leider die sogenannten sozialistischen Regime, Ich lebe in China und bekomme ein bisschen mit was da abgelaufen ist.
Die Vietnamesen machen die gleichen Fehler aber halt 20 Jahre später.
Es war in den letzten wochen echt arg , in der Nähe von Shanghai wurde das G20 treffen abgehalten.
Da wurden die Dreckschleudern im Großraum abgestellt, und siehe da wir hatten auf einmal blauen Himmel,
in der Nacht konnten wir die Sterne sehen. Meine Chinesischen Kollegen waren ganz wundersam.
ES ist sehr bedauerlich wie diese Regierungen vom Profit gesteuert werden. Mensch und Umwelt ist für die zweitrangig .

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BeitragVerfasst am: 14.09.2016, 11:31    Re: gänsehaut Antworten mit ZitatNach oben

« Flan » hat folgendes geschrieben:
...
Die Vietnamesen machen die gleichen Fehler aber halt 20 Jahre später.
.... .


Die wollen halt unbedingt die Chinesen einholen . Geschockt

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Courti
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BeitragVerfasst am: 01.10.2016, 21:55    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Das ökologische Ausmaß der Kathastrophe ist erschreckend. Das Politische Krisenmanagement auch. Jetzt berichten vietnamesische Nachrichten auch über die sozialen Auswirkungen:
19000 Menschen verloren durch die Katastrophe ihren Job und sind nun arbeitslos, weitere 5000 mussten sich einen neuen Beruf aneignen. Da Fisch aus den betroffenen Gebieten nach wie vor als unsicher gilt und nicht abzusehen ist, wann sich dies wieder ändert, wird die Lage weiterhin angespannt bleiben. Die Zahl der Wanderarbeiter aus den betroffenen Provinzen ist deutlich angestiegen.

Hier ein Artikel darüber:
Over 19,000 Vietnamese jobs lost to Formosa mass fish deaths

Übrigens wurde Formosa bereits 2009 der Negativpreis "Black Planet Award" verliehen. In der Begründung heisst es u.a.:
Zitat:
Die Geschichte des Konzerns ist begleitet von einer andauernden Folge sozialer und ökologischer Verbrechen in aller Welt. Herausragende Beispiele sind:
[...]Die FORMOSA-Anlagen in aller Welt stellen eine Gefahr für Mensch und Umwelt dar. 1998 wurde FORMOSA PLASTICS GROUP dabei erwischt, als 3.000 Tonnen giftiger Abfälle vor der kambodschanischen Hafenstadt Sihanoukville einfach im Meer versenkt werden sollten. Die Böden, die Luft und das Wasser rund um die Anlagen sind in ungeheurer Weise vergiftet, ruinieren direkt die Umwelt und stellen eine Gefahr für Leib und Leben der Menschen dar.

Black Planet Award 2009 Formosa Plastics

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BeitragVerfasst am: 02.10.2016, 10:37    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Heute demonstrierten über 10.000 Menschen friedlich gegen Formosa.

Polizei und Militärs die bisher viele Proteste massiv unterdrückten, zogen sich zurück als sie die Menschenmasse sahen die teilnahmen und liefen über bzw. flohen.
Einige zogen ihre Uniformen aus um unerkannt zu bleiben weil sie wussten, dass sie in den Augen der Menschen zu Mittätern gehörten, weil sie Formosa schützen.

http://huynhngocchenh.blogspot.de/2016/10/bo-formosa-i-hay-lo-cho-ba-inh.html

so ging das früh am morgen los...
https://www.youtube.com/watch?v=YpJqOefr0qc

https://youtu.be/MNgjPRIThT4

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BeitragVerfasst am: 02.10.2016, 10:49    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

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