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 Einstellung gegenüber Ärzten

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Courti
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Anmeldungsdatum: 11.06.2007
Beiträge: 4417
Wohnort: Bayern


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BeitragVerfasst am: 15.09.2016, 22:33    Einstellung gegenüber Ärzten Antworten mit ZitatNach oben

Gestern bin ich auf einen Artikel über eine junge Hmong-Familie gestoßen. Ein Aspekt darin spiegelt die Einstellung zu Ärzten wieder.
Zitat:
Der junge Vater blickt in die dunkle Ecke des Bettes, wo das immer stärker hustende Kleinkind liegt. Es klingt, als wäre ein Arztbesuch ratsam. Hai steht auf, um die Gäste aus dem fernen Europa zu verabschieden. Seine Jacke und Hose schlackern um den dürren Körper. May streicht sich eine Strähne aus dem jungen Gesicht und nickt zum Abschied. Auch sie schafft es nicht zu lächeln. Der Arzt sei nur ein paar Kilometer über einen Bergpfad entfernt, sagt Entwicklungshelferin Quynh Tran, doch die Familie lasse sich nicht überreden. "Arztbesuche sind ihnen unangenehm."


Ähnliches erlebe ich auch in meinem Umfeld. Diagnostiziert ein Arzt eine Krankheit, wird das als schlimm empfunden, weil man krank ist. Die Chance, nun passend therapieren zu können, wird größtenteils ausgeblendet. Insgeheim wünscht man eher, keine Kenntnis der Krankheit zu haben, um als gesund zu gelten. Daher fällt auch hier der Gang zum Arzt schwer.

Hier der Artikel zum Nachlesen:
Eine Hilfsorganisation kämpft in Vietnam gegen Kinderehen

_________________
Um einen Schmetterling lieben zu können, müssen wir auch ein paar Raupen mögen (Antoine de Saint-Exupéry)

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hebbbert
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Anmeldungsdatum: 23.09.2010
Beiträge: 3


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BeitragVerfasst am: 18.09.2016, 15:30    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hab in einer neuen Zahnklinik in Saigon sehr gute Erfahrung gemacht, vorrausgesetzt, du sprichst einigermaßen Englisch, (als Deutscher). Wie der Umgang mit Einheimischen ist kenne ich nur aus einem Krankenhaus, auch in Saigon, dessen Zustände einfach haltlos waren und bis zur Schließung in etwas 2 Jahren wohl auch so bleiben.
Hier werden wohl überwiegend Vietnamesen behandelt, die nicht gerade das dicke Portmonaie haben und davon gibt es ja viele.
Ich kann von 8 Bettzimmern berichten, vier davon waren doppelt belegt. Angehörige schlafen teilweise unter den Betten.
Alle Desinfektionsspender hängen vorschriftsmäßig am Eingang der Patientenzimmer. Leider alle (hab ich ausprobiert) leeer. Patienten werden Sauerstoffschläuche an das Nachbarbett gereicht. Ein junges Mädchen, vielleicht 14 -15 versucht sich das Schreien durch ihr dreimal so großes Knie und der dadurch aufgetretenen Schmerzen zu verkneifen, was nicht immer gelingt.
Auf Bitten um Händedesinfektion an die Schwestern werde ich freundlich belächelt, bekomme aber welche.
Ich habe nur diese eine Station gesehen und will auch niocht anklagen.
Es macht einen traurig, dass in eine Stadt (Saigon)mit zunehmendem Luxus und sozialischtischem Hintergrund das Volk leider keine bessere Behandlung erfahren kann und die Schulung von Sauberkeit und Hygiene gerade auf dem Land so dermaßen zu vernachlässigen. Gewiss ist der Bildungsstand ein völlig anderer als in D. und der Krieg ist auch erst 40 Jahre vorbei.
Ich wünsche mir, wenn ich (wir) mal dort lebe (bin 59) dass ich mit meiner Arbeitskraft helfen kann, soweit es erlaubt wird.

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der_tomtomtom




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Anmeldungsdatum: 22.02.2012
Beiträge: 1409
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BeitragVerfasst am: 30.09.2016, 06:29    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Zitat:
Es macht einen traurig, dass in eine Stadt (Saigon)mit zunehmendem Luxus und sozialischtischem Hintergrund das Volk leider keine bessere Behandlung erfahren kann und die Schulung von Sauberkeit und Hygiene gerade auf dem Land so dermaßen zu vernachlässigen. Gewiss ist der Bildungsstand ein völlig anderer als in D. und der Krieg ist auch erst 40 Jahre vorbei.
Ich wünsche mir, wenn ich (wir) mal dort lebe (bin 59) dass ich mit meiner Arbeitskraft helfen kann, soweit es erlaubt wird.

Es gibt auch schicke Krankenhäuser, wenn du das nötige Kleingeld hast oder für Ausländer. Reiche und Westler behandelt man wie Kaiser und das eigene Volk wie ein Dreck. Das ist leider die Realität hier.
Den Sozialismus gab und gibt es hier nicht, nicht mal in der Form, wie er z.B. in Kuba praktiziert wurde.

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Micha L






Anmeldungsdatum: 19.11.2003
Beiträge: 2597
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BeitragVerfasst am: 30.09.2016, 17:02    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Trotz Versicherung müssen die Leute die Behandlung selbst bezahlen, d.h. dort ist das Prinzip der "Zuzahlung" bis zum "geht nicht mehr" ausgebaut worden.
Es ist auch so, daß die Familienmitglieder der Kranken die Pflege und Ernährung im Krankenhaus übernehmen müssen, rund um die Uhr (eine von der Sowjetunion übernommene Unart).

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Hoi An
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Anmeldungsdatum: 09.05.2012
Beiträge: 234


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BeitragVerfasst am: 05.10.2016, 07:08    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Viele Minderheitsvölker brechen medizinische Behandlungen in Krankenhäusern nur deshalb ab, weil sie sich die teuren Behandlungskosten nicht leisten können. Diese Bilder habt ihr bestimmt schon mal in Vietnam gesehen. Diese vielleicht noch nicht. Aber man könnte erahnen, was das sein könnte. Wenn nicht dann war die Geschichte so:

Frau Lò Thị P. wurde von ihrem Mann, der vor einem Jahr an AIDS gestorben war, mit HIV-Virus infiziert. Vor gut einem Monat bekam die 40-Jährige Tuberkulose. Ihre Familienangehörige ließen sie im Provinz-Krankenhaus Son La behandeln. Doch die Krankheit verschlimmerte sich. Da die Heilungschance gleich Null war, und ihre Angehörigen nach 2 Wochen Behandlung sich die Krankenhauskosten nicht mehr leisten konnten, beschlossen sie, die schwerkranke Frau am 12.09. nach Hause zu holen. Für die Heimfahrt in einem PKW-Taxi hätten die Angehörigen 5 Millionen Dong bezahlen müssen, da Ärzte vom Krankenhaus den kostenlosen Transport in einem Krankenwagen verweigerten.

Da den Angehörigen nach Begleichung der Krankenhausrechnungen aber nur noch 400.000 Dong übrig blieben, beschlossen sie, die 32 Kg wiegende Frau mit dem Xe-Om (Moped-Taxi) nach Hause transportieren zu lassen. Kaum 20 Km gefahren starb Frau Lò Thị P. in den Armen ihres Bruders, der sie während der Überfahrt festhielt. Der Moped-Taxi-Fahrer weigerte daraufhin den Weitertransport. Die Leiche der Verstorbenen wurde am Straßenrand auf eine Plastikplane abgelegt. Bruder Lò Văn Muôn rief einen Angehörigen an, welche dann mit dem Moped entgegenkam und die tote Frau in einer Strohmatte eingewickelt auf dem Moped-Gepäckträger mit Hilfe zwei Bambusstäbe nach Hause transportiert. Merkwürdigerweise war der Transport über 70 Km Strecke durch viele Städte und Dörfer KEINEN Polizisten, die sonst fast in jeder Straßenecke auf Verkehrssünden auflauern, um satte Strafgelder zu kassieren, aufgefallen.

Diese Art von Leichentransport war kein Einzelfall. Am 08.09.2016 hatte schon mal Ähnliches in dieser Provinz gegeben. Krankenhausdirektor von Son La bestätigt diesen Fall, meinte jedoch, dass Krankenhaus hätte den Angehörigen des Verstorbenen den Transport in einem Krankenwagen angeboten. Die Angehörigen nahmen das Angebot jedoch nicht an, mit dem Argument nach deren Brauch dürfen Tote nur auf Moped transportiert werden. Man fragt sich, was hatten die Bergvölker früher gemacht, als es Mopeds noch nicht erfunden wurden.

Für kranke Menschen hat die Regierung der wirtschaftschwachen Provinz Son La kein Geld. Aber für den Bau von Gedenkstätten für Ho Chi Minh plant sie sogar 1400 Milliarden Dong auszugeben. Ein Teil dieses Geldes stammt mit Sicherheit aus Steuergeldern der Familienangehörige von Frau Lò Thị P., die eine 7-Jährige Tochter hinterlässt.

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der_tomtomtom




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Anmeldungsdatum: 22.02.2012
Beiträge: 1409
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BeitragVerfasst am: 13.10.2016, 13:25    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hier ein Video über das größte Krankenhaus in Ho Chi Minh Stadt - das Chợ Rẫy Hospital in Distrikt 5
https://www.facebook.com/nhatkyyeunuoc1/videos/1513279658698776/

Und Saigon ist die modernste Stadt im Land - daher wird es auf dem Land noch schlimmer in den öffentlichen Krankenhäusern abgehen...

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