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 Motorradtour Vietnam 2016

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Manado
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BeitragVerfasst am: 01.11.2016, 11:10    Motorradtour Vietnam 2016 Antworten mit ZitatNach oben

Etwa vor 4 Monaten habe ich, männlich, mitte vierzig eine Auszeit genommen und bereise für etwa 1 Jahr Südostaisen und reise nun von Thailand nach Vietnam. Vietnam habe ich schon mal mit Bus und Zug von Hanoi nach Saigon bereist. Nun werde ich mit einem Motorrad von Saigon in den Norden unterwegs sein.

Eigentlich beabsichtigte ich einen Monat in Saigon zu verweilen. Da mir aber die Stadt auf die Dauer zu hektisch wurde, entschloss ich ein Motorrad zu kaufen und Richtung Norden zu reisen. Leider legte mich in Saigon zuerst eine Grippe 4 Tage flach. Als ich wieder genesen war, musste zuerst ein Motorrad her. In Saigon im Distrikt 1 gibt es in der Bui Vien Strasse einige Shops, welche den Backpackern ein Motorrad verkaufen. Zuerst schaute ich mir zwei Shops an und entschloss mich nach einer kurzen Probefahrt eine Honda Win 100 für 300 Dollar zu kaufen. Bei der Besichtigung versprach mir der Verkäufer, dass ein Gepäckträger, der fehlende rechte Rückspiegel noch montiert wird und ein Schloss erhalte ich auch noch. Am nächsten Tag wollte ich das Motorrad abholen aber nichts war montiert. So wartete ich eine halbe Stunde, danach fuhr ich zu meinem Hotel und organisierte für Morgen meine erste Fahrt nach Vung Tau.


Saigon – Vung Tau 100 km AH17

So stand ich also an diesem Morgen vor meinem Motorrad und befestigte meinen Rucksack mit Gummibändern. Beim Beladen erinnerte ich mich, dass man anscheinend dem Motorrad einen Namen geben soll. Also taufte ich spontan meine Win auf den Namen "Susi". Leider konnte ich keine Fixation für mein Smart Phone auftreiben, um dies am Lenker zu befestigen. Kann ich ja dann noch später organisieren. Danach wurde das GPS aktiviert und ich fuhr das erstemal im Verkehr von Saigon.

Die ersten 10 Minuten war ganz okay, ausser dass Susis Vorderrad ziemlich fibrierte und es sehr unangehem war zu fahren. Vielleicht war ich Überladen aber nach ein paar Minuten hat sich dies dann erledigt.

So fuhr ich vom GPS navigiert irgendwo in Saigon herum. Zuerst verpasste ich eine Abzweigung dann fuhr ich Richtung Autobahn wo aber mein Motorrad nicht fahren darf. Irgendwie verlor ich komplett die Orientierung. Viele riessige Hochhäuser, enormer Verkehr, Staub, Hitze, Gehupe und Abgase. So hielt ich etwas genervt an einer Kreuzung und fragte einen Polizisten wie ich nach Vung Tau komme. Der Polizist konnte kein Englisch und auf einmal stand ein Vietnamese mit seinem Roller neben mir und fragte mich in gutem Englisch ob er mir behilflch sein kann. Ich erklärte, dass ich nicht mehr weiterkomme und stand da wie ein vollgeschwitzter Vollidiot. Lost in Saigon.

Er sah wohl, dass ich ziemlich fertig war und hat mir angeboten, mich auf die AH17 zu begleiten. Wau war das cool !!! So konnte ich ihm einfach nachfahren und nach 30 Mnuten standen wir dann tatsächlch auf der AH17. Ich war ihm so dankbar und wollte mich mit einem Trinkgeld bei ihm bedanken. Aber er lehnte mein Geld kategorisch ab, sagte aber, wenn ich glücklich bin, sei er es auch.

Nun fuhr ich wieder etwas entspannter auf der richtigen Strasse und erinnerte mich, dass beim Motorrad immer noch ein Oelwechsel gemacht werden muss, bevor man auf die Tour geht. So steuerte ich einen Mechaniker an der an Susi den Oelwechsel ausführte und liess noch einige lose Teile fixieren. Dann tankte ich später noch und kaufte einen Regenschutz und einen Mundschutz. Danach fuhr ich auf der AH17 Richtung Vung Tau bis mich der erste Regenschauer duschte. Zum Glück kaufte ich mir vorher noch den Regenschutz, welcher sich ausgezeichnet bewährt hat. Da ich viel Zeit in Saigon verloren habe, war dann auch mein Akku vom Smart Phone leer und so musste ich zuerst vor Vung Tau in einem Cafe meinen Akku wieder aufladen. Endlich gings zum Hotel. Um 17:00 Uhr war ich im Hotel angekommen und lag erleichtert aber auch erschöft auf dem Bett.


Vung Tau 2 Tage

Gewohnt habe ich im Sakura Hotel für 12 Dollar. Das Zimmer war sehr sauber, schön eingerichtet, ruhig und es hatte ein weiches bequemes Bett. Die Eigentümer sind sehr nett und hilfsbereit und das Motorrad konnte ich im Hotel einstellen. Dieses Hotel kann ich nur weiter empfehlen.

Nach meiner ersten Fahrt musste ich unbedingt nochmals über die Bücher damit ich die nächste Tour besser geniessen kann.

Zuerst kaufte ich einen zusätzlichen Akku fur mein Smart Phone. Danach einige unnütze Sachen aus meinen Rucksack entsorgt um etwas leichter zu werden. Ausserdem werde ich von nun an spätestens um 08:30 Uhr losfahren damit ich nachmittags am neuen Ort ankomme. Und natürlich die Strassen besser studieren welche ich befahren werde. Da ich auf meinen Reisen immer einen kleinen Wasserkocher dabei habe, habe ich noch Birchermüsliflocken gekauft um am Morgen im Zimmer frühstücken zu können.


Vung Tau – Ham Tien (Mui Ne) 175 km QL 51 und 55 / AH1

Mein Ziel auf dieser Tour war, mich nicht zu verfahren und die Tour geniessen zu können. Zuerst fuhr ich auf der QL 51 aus Vung Tau heraus und bog auf die QL 55. Die Strasse ist in einem sehr guten Zustand und so tuckerte ich gemütlich an der Küste entlang, bis mich der erste Regenguss wieder überraschte. Bei der Fahrt bemerkte ich die Markierungssteine an der Strassenseite, welche die Strassennummer angab und wie weit der nächste Ort entfernt ist. Dieser Hinweis erleichterte mir die Orientierung und gab mir die Sicherheit auf der richtigen Strasse zu fahren. Die Honda lief rund und das Vorderrad wackelte auch nicht mehr so stark.

Nachdem ich drei Bananen und eine Flasche Wasser am Strassenrand gekauft habe, machte ich unterwegs eine kleine Pause. Danach gings weiter und ich kam an einer Polizeikontrolle vorbei. Ich verringerte mein Tempo und nickte freundlich der Polizei zu, aber diese interessierten sich nicht für mich, so wie ich es auch erwartete habe und gab wieder Gas. Die QL 55 ist in einem guten Zustand, es hatte wenig Verkehr und am Strassenrand gibt es einige Verpflegungsmöglichkeiten.

In Nga Ba bog ich auf die AH1 ab und von hier hatte es viel mehr Verkehr und Staub. Zum guten Glück hatte ich einen Mundschutz an was das Fahren viel angenehmer machte. Nun hatte ich hunger und ass unterwegs eine Nudelsuppe. Bei der Weiterfahrt bemerkte ich, dass der Auspuff lauter wurde. Da ich bald in Ham Tien ankomme, werde ich mich dort um diese Angelegenheit kümmern.

In Phu Thuy verliess ich die AH1, fuhr durch die Stadt und bog auf die Strasse nach Ham Tien ab. Nach etwa 10 km erreichte ich den Ort. Das Hotel fand ich ziemlich schnell und so konnte ich um 15:00 Uhr einchecken und danach in den Pool springen.


Ham Tien 4 Tage

Über Agoda habe ich das Hotel: Mui Ne Hills Budget Hotel gebucht. Es hat 3 Pools und kostete mich 9 Dollar. Beim Einchecken wurde ich mit den Worten empfangen: Ich erhalte ein Upgrade, weil ich für 4 Tage gebucht habe. Somit gings in die Villa welche aus etwa 6 Wohneinheiten besteht. Das Zimmer und das Bad ist sehr gross. Das Zimmer ist in einem guten Zustand und das Bett ist sehr bequem. Die Villa hat einen eigenen Pool mit Liegestühlen welche in top Zustand sind. Und die Aussicht vom Hügel auf das Meer ist einfach fantastisch. Einziger Mangel ist das sehr schwache Internet.

Wenn Du gut und günstig essen willst, kann ich Dir folgendes russische Restaurant empfehlen. Gehe einfach die Zufahrtsstrasse vom Hotel hinunter und auf der linken Seite ist es das letzte Restaurant mit der Hausnummer 71/1. Hier trifft man oft viele interessante Leute.

Nun musste ich mich um Susi kümmern. Beim Nachschauen bemerkte ich, dass der Auspuff nur noch an einer Seite des Zylinders befestigt war. Also fuhr ich zu einer Werkstatt und war gespannt was mich wohl diese erste Reparatur kosten wird. Er meinte 2 Dollar. 30 Minuten reparierte er die Win, bohrte ein neues Loch und drehte ein neues Gewinde. Als er fertig war, zeigte er noch kritisch auf das Hinterrand. Ich gab ihm die 2 Dollar und er meinte dann zu mir: See you tomorrow... Der günstige Preis für die Reparatur überraschte mich sehr.

Am nächsten Morgen fuhr ich die Zufahrtsstrasse zum Hotel hinuter, welche in einem erbärmlichen Zustand ist. Plötzlich hörte ich ein knattern und bemerkte, dass die Kette rausgesprungen ist. Oh nein dachte ich mir und die Worte vom Mech gingen mir gleichzeitig durch den Kopf: See you tomorrow; hahaha. Da ich mechanisch ziemliche eine Niete bin, gelang es mir aber trotzdem die Kette wieder einzusetzen und so fuhr ich wieder zum Mech. Er erklärte mir, dass ein neues hinteres Zahnrad, eine neue Kette, und ein neues Kugellager benötigt wird. Die Reparatur kostet mich 16 Dollar. Zusätzlich reparierte er noch das Zündschloss damit ich das Motorrad wieder regulär abstellen konnte.

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der_tomtomtom




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BeitragVerfasst am: 01.11.2016, 18:31    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Haha schöne Story. Die gute China Win... Smilie "You get what you pay for" ist da das Motto. Auf jeden Fall hat man damit immer ein Abenteuer. Wie weit biste insgesamt gefahren?
Ölwechsel ist nicht unwichtig bei den Dingern - am besten auch immer noch n Flaeschle bei haben - die pinkeln auch gerne Mal.

Aber immer noch die beste Methode dass Land zu entdecken - auf zwei Rädern. Den ganzen Reiseplänen der Schönwettertouristen hab ich schon lange abgeschworen. Alles was man für Vietnam braucht ist n Zweirad und ne Landkarte... der Rest ergibt sich von selbst.

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Courti
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BeitragVerfasst am: 02.11.2016, 00:22    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Ja, ein sehr schöner Bericht. Es wäre schon, sowas öfter zu lesen. Danke auch von meiner Seite.
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wildgoose
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BeitragVerfasst am: 02.11.2016, 07:32    Re: Motorradtour Vietnam 2016 Antworten mit ZitatNach oben

Hi,

schöne Tour. Mich interessiert nur, wie man sich mit GPS verfahren kann:

« Manado » hat folgendes geschrieben:
Irgendwie verlor ich komplett die Orientierung. Viele riessige Hochhäuser, enormer Verkehr, Staub, Hitze, Gehupe und Abgase. So hielt ich etwas genervt an einer Kreuzung und fragte einen Polizisten wie ich nach Vung Tau komme.


Dem Bericht nach auch mehrere Male. Wie geht das? Smilie

lg, Paul

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Manado
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BeitragVerfasst am: 02.11.2016, 15:30    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Habe es mir gedacht, dass eine Bemerkung zum Navi kommt; zurecht auch. Das Navi sollte mich aus Saigon führen, aber irgendwie ging die ganze Sache schief. Ich folgte dem Navi, aber das Gerät zeigte mir immer auf, dass ich einer geraden riesengrossen Strasse folgen muss, danach musste ich auf die andere Fahrbahn und dieselbe Strecke wieder zurück fahren und dies zweimal. Ich hätte das Navi einfach nochmals neu oder anders programmieren sollen, aber da fehlte mir etwas der kühle Kopf.

Nach Angaben eines Mechs sollte alle 1000 km ein Oelwechsel gemacht werden. Ich habe nun meinen dritten Wechsel hinter mir. Mit dem Motorrad im zentralen Bergland von Vietnam zu reisen war meine beste Entscheidung seit langem wieder. Vietnam hat eine wunderbare Natur welche bei schönem Wetter noch eindrücklicher wird.

Während der Fahrt kam mir der Gedanke, dass ich eigentlich meine Erfahrungen und Erlebnisse während meiner Tour für Motorradfahrer weitergeben könnte. Aus diesem Grund liegt bei mir der Focus eher auf den Strassenzustand, Ausflüge und Übernachtungsmöglichkeiten und nicht so sehr auf das kulturelle.

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wildgoose
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BeitragVerfasst am: 03.11.2016, 08:16    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« Manado » hat folgendes geschrieben:
Habe es mir gedacht, dass eine Bemerkung zum Navi kommt ....


Sollte nicht bös gemeint sein Smilie . Da ich mich auf professioneller Ebene mit Navigationssystemen beschäftige, interessieren mich immer Erfahrungen von Usern mit diversen Systemen. Auf dem Gebiet ist ja vieles auf dem Markt, aber nur weniges ist wirklich brauchbar.

« Manado » hat folgendes geschrieben:
Ich hätte das Navi einfach nochmals neu oder anders programmieren sollen ....


Nein, das hat mit dir nichts zu tun. Ich denke, da liegt ein grober Designfehler in der Vektorkarte vor, eventuell auch an der Routingengine.

lg, Paul

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Manado
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BeitragVerfasst am: 03.11.2016, 15:42    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Ich fahre mit Google Maps und habe in Vietnam oefters Probleme, wenn ich zum Beispiel Hotels oder Restaurants finden moechte. Ich werde zwar in die naehre Umgebung gelotst, dann faengt aber oft die Suche nach dem eigentlichen Ziel erst an.
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Manado
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BeitragVerfasst am: 03.11.2016, 15:51    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Ham Tien (Mui Ne) – Da Lat 160 km DT 716 / QL 288 QL 20

Da es in Ham Tien sehr warm war und ich vorher drei Monate in Thailand gewesen bin, freute ich mich riessig auf die Fahrt in das zentrale Bergland nach Da Lat wo mich eine Abkühlung erwartet.

Schon am Morgen beim Beladen des Motorrades machte mir die Hitze zu schaffen umso mehr freute ich mich auf die Abkühlung während der Fahrt. Hinterrrad und Auspuff sind repariert und somit war Susi wieder fit für die Fahrt in die Berge.

Auf der DT 716 hat es kaum Verkehr aber viel Sand auf der Strasse von den Dünnen. Die Fahrt war sehr angenehm und oft konnte ich auch das südchinesische Meer sehen. Nach der Küstenstrasse konnte man den Übergang von den Sandünnen in die grüne Natur gut beobachten. Leider wurden die Strassenverhältnisse schlechter da es einige Schlaglöcher hatte. Bevor ich auf die QL 288 abbog um nach Da Lat zu fahren, wurde der Auspuff wieder lauter. Nein nicht schon wieder, dachte ich. Nach etwa 2 km sah ich einen Mech. Er begutachtet den Auspuff und holte zwei Dichtungen und montierte diese zwischen Zylinder und Auspuff. Gekostet hat mich die Reparatur einen halben Dollar.

Nun bog ich auf die QL 288 nach Da Lat ab. Die Strasse ist etwas enger aber sehr gut zu befahren. Mit der Zeit wird es immer dörflicher und man kann die Armut der Region erkennen. Danach hat es lange Zeit keine Häuser mehr am Strassenrand. Ich bin ganz alleine mit der Natur. Oft ist der Strassenbelag sehr gut, jedoch gibt es auch Abschnitte mit vielen Schlaglöchern. Bei Dai Ninh wechsle ich auf die QL 20 und nun geht es immer etwas bergauf und ich spühre langsam eine angenehme Abkühlung und genisse die Aussicht in das Tal. Nach der ersten Steigung mache ich einen Rast und esse Reis mit Schweinefleisch und unterhalte mich mit den anwesenden Gästen. Danach folgt eher ein flacher Abschnitt bis Lien Khuong bis dann die eigentliche Steigung nach Da Lat erfolgt.


Da Lat 3 Tage

Der Empfang im Hotel war sehr freundlich, aber als ich mein Zimmer sah verging mir die gute Stimmung. Es war muffelig, abgewoht und überhaupt nicht mit den Fotos von Agoda stimmig. Die Wände waren feucht und als ich nach dem Essen in mein Zimmer zurückkehrte, waren drei Schnecken an der Wand. So feucht war das Zimmer. Als mich dann noch um 04:30 Uhr der Hahn aus dem Schlaf riss, musste ein anders Zimmer her, da ich bereits für zwei Nächte gebucht hatte.

Das nächste Zimmer war auch nicht besonders besser. Es muffelte auf jeden Fall nicht mehr und vom Hahn hatte ich auch Ruhe. Die Managerin sagte mir später, dass das Hotel nächsten Monat schliessen wird. Die Fotos auf Agoda sahen jedoch aus, als ob das Hotel erst eröffnet wurde. Danach suchte ich mir für die nächsten Tage eine andere Unterkunft. Bei der Verpflegung orientierte ich mich an den Tipps von Tripadvisor. Leider fiel ich dabei zweimal böse auf die Nase oder die beiden anderen Restaurants hatten geschlossen. In Da Lat hatte ich nicht so ein glückliches Händchen.

Das neue Hotel kostete 12 Dollar war sehr neuwertig und hatte eine tolle Aussicht. Jedoch klopfte die ganze Zeit der Nachbar vom Restaurant nebenan gegen die Wand. Ich wusste auch nicht was der machte. Die ganze Zeit hörte ich ein nerviges klopfen. Den Portier vom Hotel informierte ich darüber, aber der interessierte sich nicht gross dafür. Um 23:00 Uhr hatte ich die Schnauze voll und beschloss morgen nach Buon Ma Thut (BMT) weiterzureisen.

Da ich Da Lat von meiner ersten Reise schon kannte, konnte ich mit meiner Entscheidung gut leben und freute mich auf das Vietnam welches ich noch nicht gesehen habe.


Da Lat – BTM 200 km QL 20 und QL 27

Zuerst ging es wieder die Strasse QL 20 nach Lien Khuong hinuter und beim Kreisel links auf die QL 27 welche ich bis BTM fahren konnte. Der Strassenverlauf war nicht mehr so hügelig und die Strasse war in einem guten Zustand. Landschaftlich hat es mir sehr gut gefallen. Zwischendurch machte ich eine Kaffeepause. Da der Kaffee bisher der beste auf meiner Tour war, genehmigte ich mir noch einen Zweiten. Danach war alles irgendwie farbiger. Da hatte ich wahrscheinlich zu viel Koffein erwischt. Später verdunkelten Regenwolken den Himmel vor mir und als ich dachte ich hätte die Regenfront überstanden fing es in strömen an zu Regnen. Ich konnte mich noch knapp unter ein Dach stellen und musste eine Stunde abwarten bis ich meine Fahrt wieder fortsetzen konnte. Zurzeit läuft Susis problemlos und ich denke da habe ich einen guten Kauf gemacht. Gegen 15:30 Uhr erreichte ich BTM und das Einchecken in das Hotel verlief sehr einfach und spetitiv.

BTM 1 Tag

Für eine Nacht habe ich ein Zimmer im The Highland House gebucht. Das Hotel ist noch sehr neu liegt jedoch etwas ausserhalb. Bei der Ankunft konnte ich direkt Susi in die Garage stellen und ein Angestellter half mir beim Einchecken und danach trug er auch noch mein Gepäck in das Zimmer. Das Zimmer ist einfach eingerichtet und hatte wie die letzen Hotels eine sehr harte Matratze. Zuerst wollte ich auswärts Essen gehen. Aber als ich das Restaurant betrat wurde die Bedinung etwas nervös weil sie wahrscheinlich kein Englisch konnte und eine grosse Alternative gab es auch nicht. So ging zurück in mein Hotel und liess mir Essen in das Hotel liefern. Danach wurde mir noch mitgeteilt, dass das Hotel mir morgen ein Frühstück gratis offeriert. Tatsächlich wurde mir auf dem Balkon vor dem Hotel 2 Spiegeleier, 4 Scheiben Toastbrot und der beste Fruchtsaft den ich je getrunken habe, serviert. Ich kann nicht sagen was es für ein Fruchtsaft war. Er hatte eine orange gelbliche Farbe. Ev. Passionsfrucht? Keine Ahnung auf jeden Fall war es der Hammer. Danach ging es weiter nach Pleiku.

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der_tomtomtom




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BeitragVerfasst am: 04.11.2016, 10:50    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Mich interessiert der Straßenzustand von BMT nach Pleiku. Vor 2 Jahren war das noch eine Katastrophe. Ist das jetzt besser geworden eigentlich?

Ich bin damals dann die Strasse an der Grenze gefahren - das war ein Abenteuer, denn irgendwann war das nur noch eine Schotterpiste. Aber total durch die Pampa. Ich würd die Grenzstraße nochmal fahren aber dann nur mit ner Enduro.

Ab Pleiku wirds dann entspannt - und ab Kontum fängt ja die HCM-Straße an.

Bei den Hotels solltest du nichts vorbuchen. Fahr einfach direkt hin, schau dir das Zimmer an und entscheide vor Ort.

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wildgoose
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BeitragVerfasst am: 04.11.2016, 11:54    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« Manado » hat folgendes geschrieben:
Ich fahre mit Google Maps und habe in Vietnam oefters Probleme, wenn ich zum Beispiel Hotels oder Restaurants finden moechte. Ich werde zwar in die naehre Umgebung gelotst, dann faengt aber oft die Suche nach dem eigentlichen Ziel erst an.


Danke für die Info. Das ist leider das Problem bei Google Maps, dass die Vektorkarte dafür aus dem Mapmaker Programm stammt. Und die Daten kommen somit von Laien, die keine Ahnung von geospatial data haben.

Mit einem Garmin wäre sowas nicht passiert.

lg, Paul

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Florian




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BeitragVerfasst am: 04.11.2016, 12:01    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« Manado » hat folgendes geschrieben:
Da der Kaffee bisher der beste auf meiner Tour war, genehmigte ich mir noch einen Zweiten. Danach war alles irgendwie farbiger. Da hatte ich wahrscheinlich zu viel Koffein erwischt.


Lachen

Schöner Bericht, les gerne weiter !

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Manado
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BeitragVerfasst am: 04.11.2016, 16:42    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Besten Dank für Euer Interesse an meinem Bericht und die Fragen und Anregungen.

Die Strasse von BTM nach Pleiku ist in einem top Zustand so wie ich mich erinnern kann. Es ist eigentlich fast schon eine Schnellstrasse. Von Pleiku an die Grenze habe ich auch einen Ausflug gemacht. Auch diese Strasse ist in einem top Zustand. Demnach wurde in dieser Gegend massiv in den Strassenbau investiert.

Ich buche gerne fuer 1 Nacht im voraus, weil ich es nicht mag, nach der Tour noch eine Unterkunft zu suchen. Das Motorrad mit dem Gepäck steht dann von mir unbeaufsichtigt vor der Unterkunft rum was ich gar nicht mag und dann weisst du nicht wie das Zimmer aussieht und was es kostet. Ich schätze eine günstige und angenehme Unterkunft, deswegen erwähne ich auch gerne in welchem Ort es eine interessante Unterkunft hat.

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Manado
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BeitragVerfasst am: 06.11.2016, 16:39    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

BTM – Pleiku 180 km AH17

Nach dem feinen Frühstück auf dem Balkon und dem Beladen der Honda in der Garage fuhr ich gemütlich die AH17 entlang. Alles läuft bestens und Susi ist in Bestform. Vor allem das erste Drittel der Strecke hat mir bisher von meiner gesamten Tour am besten gefallen. Es ist etwas hügelig, die Aussicht in die Weite ist atemberaubend, alles Grün und es hat einen ländlichen Charakter. Überraschenderweise bemerkte ich auch, dass die Strassenverhältnisse in Vietnam besser sind als ich erwartet habe. Als sich dunkle Regenwolken vor mir bilden pokere ich und schaue nach einer Verpflegungsmöglichkeit um. Da bemerke ich gerade 2 Camionfahrer vor einem Restaurant parken und betrachte dies als gutes Omen. Motorrad unter das Dach gestellt, Essen bestellt und dann fängt es richtig an zu Regnen. Das Essen war ausgezeichnet. Nach dem Essen habe ich noch etwas gewartet und bin danach 10 Minuten im leichten Regen weitergefahren. Diese Fahrt war bisher meine angenehmste auf meiner Tour. Jedoch meine Unterkunft in Pleiku zu finden, war etwas schwieriger.


Pleiku 7 Tage

Über Agoda buchte ich für nur eine Nacht das Duc Long Hotel 1, da ich bemerkte, dass in Vietnam das Hotel etwas günstiger ist, wenn ich direkt vor Ort buche. Geblieben bin ich insgesamt 7 Tage. Das Hotel ist schon etwas in die Jahre gekommen und die Zimmer sind auch schon etwas abgewohnt. Ich hatte ein Zimmer mit Balkon zur Strassenseite. Das Zimmer überzeugt vor allem durch seine Grösse, den eigenen Charme, die hohe Zimmerdecke und den Balkon. Ab 22:00 Uhr ist kaum noch Verkehr und somit auch ruhig. Leider war die Matrazte sehr hart und alt, geschlafen hatte ich trotzdem gut. Ausserdem sind alle Angestellte sehr freundlich, aufgestellt und hilfsbereit. Dieses Hotel kann ich absolut weiter empfehlen, wenn es auch mal etwas einfacher sein darf.

Pleiku hat mir bisher am besten gefallen. Verpflegung, Markt, ATM, Supermarkt, Mech alles befindet sich in direkter Umgebung vor dem Hotel. Die Stadt ist übersichtlich und der Verkehr hält sich für vietnamesische Verhältnisse in Grenzen. Ausserdem ist das Klima sehr mild und am Morgen hat es angenehme 22 Grad, was ich besonders geschätzt habe.

Folgende Aktivitäten möchte ich besonders empfehlen:

Eine Ausfahrt zum T’Nung Lake 10 km nördlich von Pleiku. Die Strassen werden immer enger, sind jedoch gut befahrbar. Der Ausflug führt durch Kaffeeplantagen und Reisfeldern. Die Aussicht auf die umliegenden Hügel ist einfach traumhaft. Ich stellte das Motorrad ab, stand an den Wegrand und schloss die Augen. Kein Lärm alles friedlich und still ausser das Zirzen der Grillen war zu hören. Mein bisher schönster Moment auf meiner Tour.

Den Besuch der Minh Thanh Pagode innerhalb von Pleiku. Pleiku hat touristisch nicht allzu viel zu bieten, dieser Tempel ist allerdings sehr beeindruckend. Die schönste Tempelanlage, die ich je besucht habe. Ein Ort der Ruhe und Besinnung.

Pleiku hat mir bisher am besten gefallen und deswegen blieb ich auch 7 Tage. Endlich konnte die Wäsche gewaschen werden, ausgiebig relaxen und den Bericht beginnen zu schreiben. Ausserdem konnte ich endlich die Fixation für mein Smart Phone finden, um dies am Lenker zu befestigen und Susi erhielt ihren wohl verdienten Oelwechsel.



Pleiku – Kontum 50 km AH17

Da diese Fahrt nur etwa 50 km beträgt, schlief ich zuerst aus und bin erst später als gewöhnlich gestartet. Die AH17 ist in einem sehr guten Zustand und es hat kaum Verkehr auf der Strasse. Der Strassenverlauf ist eher hügelig und ist beidseits von Bergen umgeben. Während der Fahrt sieht man einige Reisfelder und Bananenbäume. Vor Kontum geht die Strasse leicht abwärts und man bekommt einen guten Überblick von Kontum und seiner Umgebung.

Nun bin ich schon knapp 3 Wochen mit Susi unterwegs und es läuft soweit alles Bestens und die Fahrten werden langsam zur Routine. Der Trip macht enorm Spass und ich bin froh dass ich die Tour fahre. Susi ist fit und seit 600 km pannenfrei. Respekt und Danke Susi !!!

Kontum 2 Tage

Meine Unterkunft war diesmal das Konklor Hotel. Die Unterkunft ist sehr neuwertig, liegt jedoch ziemlich ausserhalb vom Zentrum und ist daher sehr ruhig. Die Bungalows mit jeweils zwei Wohneineinheiten stehen nach Aussage der Inhaberin erst seit einer Woche und das Hotel selbst seit einem Jahr. Das Zimmer und das Bad sind schön, sehr geräumig und haben ein weiches Bett als auch ein super schnelles Internet. Leider hat es keinen Kühlschrank, obwohl das dazugehörige Möbel bereits im Zimmer steht. Der wird sicherlich auch noch geliefert und bezahlt habe ich 16 Dollar. Der Preis ist derselbe wie bei Agoda auch. Da ich in Kontum am ersten Tag wenig interessante Verpflegungsmöglichkeiten gefunden habe, ass ich im Hotel. Seit meiner Tour war diese Essen das Beste. Die Auswahlmöglichkeiten sind eher beschränkt aber absoluter Clean Food, sehr schmakhaft und schön auf einem weissen Teller serviert und für nur knapp 3 Dollar ein 3-Gang-Menu. Wenn es auch mal etwas komfortabler sein darf, kann ich dieses Hotel absolut weiter empfehlen,

Als ich nach meiner Ankunft in das Zentrum fuhr um mich zu verpflegen, sah ich viele Obst, Gemüse und Fleischstände, aber nichts richtiges zum Essen. Wollte dann 1 Orange und einen Apfel kaufen und die Marktfrau verlangte 4 Dollar. Ich wechselte den Obststand, nahm 1 Orange und auch sie wollte 4 Dollar. Bin wortlos weitergegangen ...

Gerne empfehle ich dieses kurze aber schöne Motorradtour in direkter Umgebung von Kontum. Die Strassenverhältnisse sind grundsätzlich gut, jedoch gibt es Abschnitte mit gröberen Schlaglöchern. Es ist eine flache Ebene und die Aus- und Fernsicht ist fantastisch. Sie führt im Osten über die Brücke des Song Dak Bla Fluesses und etwa neun Kilometer dieser Strasse folgen. Es ist eine schöne, friedliche Umgebung mit sehr ländlichem Charakter und die Einheinischen freuen sich über den Kontakt mit dem Besucher. Danach 500 Meter rechts der AH17 folgen und links in die Nguyen Van Lihn abbiegen. Auf dieser Seite waren die Bauern gerade bei der Reisernte und der Reis wird direkt an der Strasse zum Trocken ausgelegt. Manchmal sind soger Seitenstrassen komplett zum Trocknen des Reises bedeckt. Im hinteren Teil der Strecke sind auch Kautschukplantagen zu sehen. Bei einzelnen fährt man direkt durch die Plantage.

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BeitragVerfasst am: 07.11.2016, 02:42    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Schön - ja die Ecke Kontum/Pleiku finde ich persönlich auch herrlich. Gibt es in Kontum immer noch dieses geile Barbeque vor dem Hotel da bei dem Kreisverkehr rechts.

Der schönste Teil kommt jetzt aber erst noch - die HCM-Strasse ab Kontum immer gen Norden bis Phong Nha. Das ist meiner Meinung nach immer noch die schönste Strecke in Vietnam! Was abgefahren ist, dass es da einige Strassen gibt, die links in die Berge reingehen - wenn du die ein Stück fährst bist du in Laos. Ich bin dann irgendwann umgedreht - weil ich n kleiner Schisser bin aber die Minderheiten brausen da lustig hin und her...

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Manado
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BeitragVerfasst am: 09.11.2016, 12:49    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Kontum – Khan Duc Town 180 km / AH17

Grundsätzlich gestaltet sich die Abfahrt immer nach dem selben Muster. Zuerst sich mittels GPS auf die richtige Hauptstrasse navigieren. Danach geht es zirka 5 km auf einer grossen zweispurigen Fahrbahn mit Motoradstreifen durch die Stadt. Die beiden Strassenseiten trennen oft Sträucher oder Eisengitter. Danach folgen wieder 5 km wo die Fahrbahnen zweispurig bleibt, aber etwas enger wird. Nochmals nach 5 km wird die Fahrbahn dann einspurig und es wird immer ländlicher. Auf diesem Abschnitt fühle ich mich am wöhlsten.

Problemlos verläuft die Fahrt auf der AH17. Landschaftlich ist der Ho Chi Ming Pfad einfach beeindruckend. Nun sehe ich auch öfters Flüsse. Nach etwa 100 km führt die Strasse wieder in die Berge und mehrmals kann ich die Fernsicht in das Tal geniessen. Nun geht es wieder abwärts und der dichte Dschungel beidseits ist sehr beeindruckend und auf der linken Seite sah ich meinen ersten Wasserfall in Vietnam. Leider ist dieser Strassenabschnitt sehr bescheiden und es gibt viele Belagsarbeiten zu umfahren.

Etwa 5 km vor dem Ziel gibt es auf der rechten Seite für die Fernbusse eine Verpflegungsmöglichkeit, daher auch der grosse Parkplatz davor. Hier habe ich meine beste Nudelsuppe auf meiner Tour gegessen. Der Name des Restaurant heisst: Quan An.

Tatsächlich musste ich unterwegs auch zweimal Scheiss..... Die Geschäfte erledigte ich neben der Strasse hinter einem Busch. Zum Glück hatte ich etwas WC-Papier dabei. Somit kam ich erleichert und gestärkt am neunen Ort an.


Khan Duc Town 2 Tage

Telefonisch buchte ich beim Be Chau Giang Hotel 1 Nacht für 13 Dollar. Ich mag es nicht nach der Tour eine Unterkunft zu suchen deshalb reserviere ich grundsätzlich immer eine Nacht im Voraus. Für diesen Preis ist es ein gutes Hotel. Das Zimmer ist geräumig, nicht abgewohnt und die Matratze ist auch nicht so steinhart. Der Balkon mit Sicht auf den gegenüberliegenden Huegel ist fantastisch. Das WiFi ist auch akzeptabel hatte jedoch gröbere Aussetzter.

Zum Abendessen ass ich im Hotel gegrillte Rippchen. Diese waren sehr saftig und die Marinade sehr schmackhaft. Die Rippchen sind kleingeschnitten wie vieles in Vietnam und bezahlte dafür 6 Dollar. Das Personal benötigt viel Zeit da sie mit ihren Smart Phones abgelenkt sind.


Khan Duc Town – Hoi An 110 km AH 17 / QL 14B

Am Morgen vor der Abfahrt ist es immer dasselbe. Susi springt einfach nicht an. Nach 5 bis 8 Versuchen gelingt es mir dann endlich den Motor zu starten. Ein Vietnamese hat das Morgenritual mitangesehen und kommt dann zu mir und zeigt auf den Joke und starte Susi beim erstenmal. Wau hatte ich nicht gewusst. Ein Problem weniger am Morgen.

Auf dem ersten Streckenabschnitt geht es eigentlich nur abwärts bis zur Abzweigung auf die QL 14B. Während der Fahrt begleitet einen oft einen Fluss. Nach dem Abbiegen auf die QL 14B war Susi 1000 km pannenfrei und somit genehmigte ich mir unterwegs einen Kaffee. Während dem Trinken des Kaffees schaue ich auf Susi und bemerke, dass sie auf der linken Seite leicht runtertropft. Ev. Regenwasser von der Fahrt dachte ich, jedoch das Motorrad war trocken. Oder vom vorherigen Tanken? Ich kontrollierte die Flüssigkeit und es war Benzin.

Also fuhr ich zum nächsten Mech und der schraubte die linke Verschalung ab und man sah, dass Susi ein ganz feines Loch unten im Tank hatte. Der Mech fing eifrig an die ganzen Teile vom Motorrad abzuschrauben bis ich ihn fragte was die Reparatur kosten wird. Er meinte 32 Dollar. Ich sagte sofort stop und protestierte gegen den viel zu hohen Preis. 4 Personen standen um mich herum und meinten dies sei ein guter Preis und hielten ihren Daumen nach oben. Ich zeigte ihnen dann meinen erhobenen Zeigefinger und sagte: Wait. Die Anwesenden schauten gespannt was nun folgt. Ich kramte aus meinem Rucksack meinen Sekundenkleber hervor und versiegelte die betroffene Stelle zu. Der Mech schraubte die Teile wieder an das Motorrad und ich fuhr wieder los. Für Ihren Aufwand musste ich 1 Dollar bezahlen. Unterwegs kontrollierte ich die geklebte Stelle nochmals, aber Susi war trocken.

Als es in die Ebene Richtung Hoi An ging, wurde es wieder viel wärmer und das Verkehrsaufkommen war auch heftiger. Das GPS navigierte mich etwa 10 km auf einer Nebenstrasse Richtung Hoi An. Die Nebenstrassen sind etwas enger und holpriger aber es ist spannend so nahe an den Einheimischen vorbei zu fahren und man hat eine gute Sicht auf die vielen Reisfelder.

Hoi An 3 Tage

Meine gebuchte Unterkunft war eher enttäuschend da die Bilder auf Agoda nicht stimmig waren. Hoi An selbst ist schon sehr speziell und am Abend müssen die Besucher anscheinend Geld bezahlen um überhaupt im Zentrum Essen zu können. Ich musste jedoch nie bezahlen, habe aber schon Diskussionen mitbekommen wo es um das Bezahlen des Eintrittsgeldes ging. Einen Ausflug in die Umgebung und eine Ausfahrt auf den Wolkenpass kann ich empfehlen. Da ich wieder mal in einer Stadt war ass ich ich seit langem wieder einen Burger in Jim΄s Snackbar. Super Burger mit den besten Pommes in Vietnam. Jim΄s Snackbar kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen.


Fazit

Mein Fazit nach halber Strecke ist sehr positiv. Grundsätzlich sind alle Hauptstrassen in einem guten bis sehr gutem Zustand. Mit meinem Motorrad bin ich sehr zufrieden obwohl ich am Anfang eher etwas skeptisch war. Ereignet sich mal eine Panne kann das Motorrad fast überall repariert werden und einen Mech findet man an jedem Strassenabschnitt. Grundsätzlich sind die Reparaturen günstig, man muss jedoch immer vorher zuerst nach den Kosten fragen, sonst kann es auf einmal sehr teuer werden.

In Südostasien war ich schon öfters Motorrad gefahren aber ein solches Chaos wie in Vietnam habe ich eigentlich noch nie erlebt. Da fährt jeder wie er will ohne gross Rücksicht auf den andern zu nehmen. Grundsätzlich gibt es hier keine Verkehrsregeln ausser dass der grössere Vortritt hat und dieser zieht er konsequent durch. Dass Busse oder Lastwagen sich in der Kurve überholen ist leider keine Seltenheit.

Was mich nervt, ist die ewige für uns Europärer unnötige Huperei. Überholt dich ein Auto wirst du angehupt. Fährt dir jemand entgegen, wird gehupt. Stehst du am Strassenrand wirst du angehupt. Einmal stand ich in Pleiku in der Nacht auf dem Balkon und die Strasse war komplett leer. Da kam ein Auto und hupte sich auf der menschenleere Strasse den Weg frei. Dann sass ich wieder am Tag auf dem Balkon und der Fahrer der gegen überliegenden Bank kam wieder hupend vor die Bank. Er pakierte rückwärts und niemand war hinter ihm aber er hupte sich mindestens fünf mal auf den Parkplatz.

Eigentlich sind die Vietnamesen sehr kontaktfreudig und hilfsbereit. Einige versuchen jedoch oft den Touristen massiv überhöhte Preise zu verlangen andere hatten mich jedoch von ihrer Grosszügigkeit sehr überrascht.

Landschaftlich ist Vietnam sehr sehr schön. Am besten hat es mir in den Bergen und auf dem Ho Chi Min Pfad gefallen. Im zentralen Bergland ist es etwas kühler und es hat viel weniger Verkehr und die Landschaft ist immer sehr grün und abwechslungsreich begleitet von Hügeln, Ebenen, Flüssen, Dschungel, Reisfelder, Kautschukplantagen etc.

Wie geht meine Tour weiter? Insgesamt bin ich nun schon etwa 1400 km gefahren. Eigentlich beabsichtigte ich mal bis Hoi An zu fahren und danach wieder zurück nach Saigon. Da aber das Fahren so Spass macht, überlegte ich mir weiter in den Norden zu fahren. Ninh Binh sollte anscheind ein ganz besonders schöner Ort sein als auch der Nationalpark Pu Luong. Danach wieder retour nach Saigon. Aber das sind dann etwa 5000 km was mir doch zu viel wird. Nun fahre ich wieder zurück nach Saigon und werde endlich mal das Mekong-Delta ausgiebig erkunden. Meine weitere Reise möchte ich dann in Kambodscha weiterführen.

Frage:

Kann mir jemand im Mekong-Delta eine laendliche, ruhige Unterkunft fuer etwa 15 bis 20 Dollar empfehlen? Habe selbst schon etwas rechechiert, aber nichts passendes bisher gefunden. Die Art der Homestays im Bambus-Look sprechen mich nicht besonders an. Auch an einer privaten Person fuer einen Ausflug im Kanal bin ich interessiert.

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