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 Menschenrechte in Vietnam

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Hoi An
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Anmeldungsdatum: 09.05.2012
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BeitragVerfasst am: 14.02.2014, 17:03    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Die vietnamesische Regierung hat am 05.02. vor dem UNHRC über ihre Errungenschaften beim "Schutz und Förderung" der Menschenrechte in ihrem Land berichtet. Die Delegierten nahmen anschließend Stellung. Lob gab es von Ländern wie China, Nord-Korea, Cuba, Russland. Kritiken dagegen kamen von westlichen Ländern und Ländern des ehemaligen Ostblocks über die Menschenrechtsverletzungen in diesem Land. Selbst das Nachbarland Birma mahnt Vietnamesische Regierung zu mehr Anstrengungen in Sachen Menschenrechte. Die USA forderten die Freilassung politischer Gefangenen Le Quoc Quan, Dieu Cay, Tran Huynh Duy Thuc, Cu Ha Huy Vu. Hier die Pressemitteilung von Vertretern der Zivilorganisation- und Menschenrechtsgruppen zu dem UPR-Bericht der vietnamesischen Regierung.

UPR ist kaum gerade vorbei, schon sind neue Fälle von Unterdrückung gegen Bürgerrechtler bekannt. Am 9. Feb. wurde Menschenrechtsaktivist, ex-politischer Häftling Nguyen Bac Truyen von Dutzenden Polizisten gewaltsam im Haus seiner Verlobten Bui Thi Kim Phuong in Kreis Lap-Vo, Provinz Dong-Thap auf brutaler Art und Weise überwältigt und verschleppt. (Bericht in Englisch)
Mit Brechstangen hatten Polizisten die Metalltür aufgebrochen, um sich Zutritt in das Haus zu verschaffen. Dabei wurden zahlreichen Gegenständer demoliert, darunter auch das Bild des HoaHao-Buddhismus-Gründers Huynh Phu So vom Altar (Fotos). Vor der Festnahme wurde Strom und Internetverbindung von dem Haus abgeschaltet. Als Grund für die Festnahme nannte die Polizei "illegalen Aufenthalt" und "Schuldenflucht" des früheren Geschäftsführers vor seinen Gläubigen aus Saigon. Bei der Festnahme haben die Polizisten dem Rechtsanwalt die Augen und den Mund mit Klebeband zugebunden, dann vor Augen seiner Verlobten brutal zusammengeschlagen und abtransportiert. In Vietnam gilt das polizeiliche Meldegesetzt auch bei Kurzbesuch mit Übernachtung, daher wurde Frau Bui Thi Kim Phuong wegen Nichtmeldung ihres zukünftigen Ehemannes für mehrere Stunden in Gewahrsam genommen.

Wenige Stunden vor dem Polizeizugriff hatte Herr Truyen Hilferuf übers Internet absetzen können. Freunde hatten versucht, ihm zur Hilfe zu kommen, waren jedoch an den massiven Absperrungen gescheitert. Am 10.02. wollten etwa zwei Dutzend Freunde und Blogger aus Saigon, darunter auch die bekannte Bürgerrechtlerin Bui Thi Minh Hang, die Verlobte von Herrn Truyen, besuchen. Sie sind mit einem Bus nach Lap-Vo angereist. Doch als sie noch wenige hundert Meter vor dem Haus entfernt waren, tauchten plötzlich Tausend von Polizisten aus Verstecken auf, schlugen mit zum Teil scharfkantigen Stöcken auf Frauen und Männer ein, bevor sie diese 21 Menschen wegtransportierten. (Bericht in Englisch) Ihnen wurden sämtliche Kommunikationsgeräte wie Handy und Smartphone dabei beschlagnahmt.

Anwalt Truyen wurde nach Saigon gebracht und nach 24 Stunden aus der Haft entlassen. Seine Freunde dagegen mussten zwei Tage mit Verletzungen im Gefängnis von Provinz Dong Thap verbringen. Die Bürgerrechtlerin Bui Thi Minh Hang, Bloggerin Nguyen Thi Thuy Quynh und Buddhist Nguyen Van Minh befinden sich bis heute immer noch in der Haft. Laut Aussagen der Freigelassenen sei die Bürgerrechtlerin Bui Thi Minh Hang wegen ihrer unbeugsamen Haltung während der Festnahme von den Polizisten brutal misshandelt worden.

Herr Nguyen Bac Truyen wurde wegen Mitgliedschaft einer Demokratischen Partei zu 3,5 Jahren Gefängnis verurteilt. Nach der Haft setzt sich Herr Nguyen Bac Truyen weiter für die Demokratie des Landes ein. Seine Hochzeitfeier ist für den 18.02. in diesem Haus geplant und viele Freunde und Gleichgesinnten aus dem ganzen Land sind zu der Hochzeitsfeier eingeladen. Herr Truyen war nach Lap-Vo gekommen, um mit seiner Verlobten die bevorstehende Hochzeitsfeier vorzubereiten. In der Gemeinde leben überwiegend HoaHao-Buddhisten, dessen Gründer und Anführer Huynh Phu So von den Viet Minh (spätere Viet Cong) ermordet wurde. Seitdem stehen HoaHao-Gläubigen der kommunistischen Regierung sehr misstrauisch gegenüber. Nach Machtergreifung in 1975 hat die Regierung Vietnams ähnlich wie bei allen anderen Religionen eine neue HoaHao-Sekte gegründet, in deren Leitung hauptsächlich Kommunisten sitzen.

Die Gemeinde, in der die Familie von Frau Phuong lebt, gehört zum traditionellen HoaHao-Buddhismus und steht somit unter strenger Beobachtung der Behörden. Es wird vermutet, vietnamesische Behörden wollen mit dieser Unterdrückung den Zuzug eines bekannten Dissidenten in eine mit vielen HoaHao-Buddhisten lebenden Region verhindern. Aber auch das Zusammentreffen von Andersdenkenden während der Hochzeitsfeier dürfte den Behörden ein Dorn im Auge zu sein.

In einem anderen Fall wurde das Haus des Menschenrechtsaktivist Huỳnh Ngọc Tuấn in der Nacht des 11.02. Ziel eines Steinwurfangriffs. Ein Stein mit einem Durchmesser von 12 cm fiel nur wenige Meter von seinem Schlafplatz. Nach seiner Angabe, hätte seine Schwester, die in dem Nebenhaus wohnt, zu dem Zeitpunkt 4 Polizisten beobachtet. Das Ziegeldach seines Hauses wurde dabei schwer beschädigt. Herr Huỳnh Ngọc Tuấn war im Januar 2014 nach Hanoi gereist, um zusammen mit anderen Menschenrechtsaktivisten wie Pham Ba Hai, Rechtsanwältin Le Thi Cong Nhan und deren Mann den Dissidenten Pham Van Troi zu besuchen. Während ihres Aufenthalts kamen Polizisten und nahmen die Besucher fest. Auf dem Revier wurden sie geschlagen. Herr Huỳnh Ngọc Tuấn erlitt dabei einen Brustknochenbruch. (Bericht in Englisch)

Währenddessen befindet sich der katholische Rechstanwalt Le Quoc Quan im Gefängnis Hoa Lo erneut unter Hungerstreik, weil ihm die Gefängnisleitung den Rechtsbeistand, die Bibel und Besuch durch einen Priester verweigerte. Die Revisionsinstanz gegen Herrn Le Quoc Quan ist für den 18.02. angesetzt. Solange will der Dissident seinen Hungerstreik fortsetzen.

Blogger Dinh Dang Dinh, ein Lehrer von Provinz Dak Nong wurde aufgrund seiner kritischen Texte in 2012 wegen "Propaganda gegen den vietnamesischen Staat" zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt. Seit einem Jahr leidet er unter Magenkrebs. Die USA und viele Länder von der EU haben seine Freilassung gefordert. Seine Krebserkrankung ist jetzt im Endstadium. Seit einigen Tagen befindet sich Herr Dinh in einer Klinik zur Behandlung jedoch unter strenger Beobachtung von Polizisten. Trotz Verschlimmerung der Krankheit wollen ihn Ärzte ins Gefängnis zurück schicken. Seine Kinder flehten daraufhin die Behörden an, als "Pfand" für ihren Vater ins Gefängnis zu gehen, so dass Lehrer Dinh solange draußen bleiben darf, um sich zu kurieren.
Ob die Behörden dieser Bitte der Kinder entsprechen?

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Hoi An
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BeitragVerfasst am: 28.02.2014, 17:11    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Erneut wurden Menschenrechtsaktivist Nguyen-Bac-Truyen und seine Frau Bui-Thi-Kim-Phuong Opfer der Staatsgewalt. Das frisch vermählte Ehepaar war auf Einladung der australischen Botschaft von Saigon nach Hanoi gereist. In der Hauptstadt ließ sich das Paar am 24.02. in einem Taxi zur australischen Botschaft fahren. Noch ca. 300 Meter vor der Botschaft entfernt wurde das Taxi plötzlich von hinten angefahren. Als der Taxifahrer wegen dem Unfall anhielt und ausstieg, wurde er von 4 jungen Männern angegriffen. Der Taxifahrer griff daraufhin die Flucht. Die vermutlich Stasi-Männer gingen auf die noch im Wagen sitzenden verängstigten Fahrgäste zu, zerrten sie mit aller Brutalität aus dem Wagen und schlugen auf sie ein. Erst als Anwohner zu Hilfe kamen, ließen sie sich von ihren blutenden Opfern und fuhren mit ihren Motorrädern OHNE amtliche Kennzeichen und OHNE Helm davon. Unter großen Schmerzen schleppten sich Anwalt Truyen und seine Frau Zufluss in die australische Botschaft. Dort wurden ihre Wunden zunächst provisorisch behandelt und später in einem Hospital. (Bericht in Englisch) Nach eigenen Angaben wurde das Ehepaar schon gleich nach Ankunft am Flughafen Noi-Bai von den vier jungen Männern verfolgt.

Am Tag darauf wurden Herr Truyen und seine Frau auch von Botschaftsvertretern der EU-Länder empfangen, wo sie über den Vorfall in Lap Vo sowie die Situation der drei inhaftierten Freunde ausführlich berichten konnten. Aufgrund seiner lebensbedrohlichen Situation wurde Herrn Truyen vor einigen Jahren ein Aufenthalt in den USA angeboten, was er jedoch ablehnte.

Der 47-Jährige Anwalt wurde am 09.02. von Hunderten von Polizisten gewaltsam aus dem Haus seiner Frau in Dong Thap verhaftet und nach Saigon gebracht. Etwa zwei Dutzend Freunde, die seine Frau am nächsten Tag besuchen wollten, wurden von Polizisten brutal zusammengeschlagen und verhaftet. Drei von ihnen befinden sich bis heute in der Polizeigewahrsam, darunter Menschenrechtsaktivistin Bui-Thi-Minh-Hang, Menschenrechtsaktivistin Nguyen-Thi-Thuy-Quynh und Menschenrechtsaktivist Nguyen Van Minh. Gegen ihre Verhaftung sind die Inhaftierten in Hungerstreik getreten.

Trần Bùi Trung, jüngster Sohn von Frau Bui-Thi-Minh-Hang, war bereits mehrfach von Vung Tau nach Dong Thap (ca. 400 km) gefahren, um seine Mutter im Gefängnis zu besuchen. Die Polizei-Behörden lehnten seinen Besuch mit dem Argument ab, dass während "Untersuchungshaft" keine Besuch erlaubt sei. (Bericht in Englisch) Nach Angabe von Trung bereitete die Polizei derzeit eine Anklage gegen die drei Menschenrechtsaktivisten wegen "illegaler Versammlung" und "Verkehrsbehinderung" vor. Nach vietnamesischem Gesetz ist Versammlung ab 5 Personen auf öffentlichen Plätzen nicht gestattet.

Unterdessen hat die vor Kurzem in Vietnam gegründete "Vereinigung der Gewissensgefangenen und für die Religionsfreiheit in Vietnam" (UNICAT) beim UNHRC, wo die vietnamesische Regierung vor einem Monat der Weltgemeinschaft über ihre "Errungenschaften" in Sachen Menschenrechte berichtet hatte, Klage gegen die Verhaftung von den drei Menschenrechtsaktivisten eingereicht. (Klage in Englisch)

Währenddessen blieb das "Volksgericht" von Hanoi in der Revisionsinstanz am 18.02. gegen den bekannten Menschenrechtsanwalt Le Quoc Quan bei den 30 Monaten Haft wegen "Steuerhinterziehung" in Höhe von 57.000 US-Dollar. Nach der Urteilverkündung rief der deutlich abgemagerte 47-Jährige in Vietnamesisch und Englisch "Ich bin Opfer politischer Verschwörungen", "Ich bin unschuldig". Polizisten im Gerichtsaal hatten den seit Wochen in Hungerstreik getretenen Anwalt während des Prozesses aufgrund seiner Schwächeanfälle immer wieder auf die Beine stützen müssen. Als seine Mutter und seine Frau, einzige Familienangehörigen, die in dem Gerichtssaal anwesend durften, dieses Anblickes ihre Tränen nicht unterdrücken konnten, wurden sie von Polizisten aus dem Saal entfernt. Während des Prozesses protestierten vor dem Gerichtsgebäude Hunderte Menschen trotz massiven Polizeieinsatzes die Freilassung vom Blogger Le Quoc Quan. USA verurteilen dieses Urteil und verlangen erneut die Freilassung vom Anwalt Le Quoc Quan.

Herr Huỳnh Ngọc Tuấn, Menschenrechtsaktivist aus Quang Nam, dessen Haus vor zwei Wochen von unbekannten mit Steinen attackiert wurde, wurde jetzt erneut mit seinem Sohn nach einem Tempelbesuch am 20.02. von 8 vermummten Männern angegriffen und schwer verletzt. Mönche, die versucht hatten zu schlichten, wurden ebenfalls niedergeschlagen. (ausführlicher Bericht in Englisch)

Blogger Bùi Tuấn Lâm, Mitglied vom Netzwerk Vietnamesischer Blogger und der Gruppe NO-U, der auf Einladung internationaler Menschrechtsorganisationen im Rahmen des vietnamesischen UPR die Menschenrechtssituation in Vietnam am 05.02. in Genf berichtet hatte, ist am 24.02. nach Vietnam zurückgekehrt. Nach seiner Ankunft am Flughafen Tân Sơn Nhất um 8:30 Uhr wurde Lam von der Stasi-Behörde 8 Stunden lang vernommen, bevor er den Flughafen gegen 16:30 Uhr verlassen konnte. Der 1984 in Da Nang geborene junge Mann hat vor seinem Rückflug am 17.02. an einer Gedenkfeier vor der China-Botschaft in Manila an die 60.000 vietnamesische Opfer des chinesischen Übergriffs vor 35 Jahren teilgenommen.

Aufgrund der zunehmenden Ausland-Reiseverbote von Bloggern will die Organisation Netzwerk Vietnameischer Blogger (NVB) am 01.03.2014 in einem Cafe in Saigon über die Rechte auf die Bewegungsfreiheit der Bürger diskutieren. Alle Interessierte sind eingeladen, an der Diskussion teilzunehmen.

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BeitragVerfasst am: 28.03.2014, 17:06    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Von Frau Bui Hang, die seit fast 2 Monaten von der Polizei Dong Thap gekidnappt und verschleppt wurde, fehlt immer noch jedes Lebenszeichen, nachdem sie mit zwei Dutzend Freunden die Ehefrau des verhafteten Anwalts Nguyen Bac Truyen besuchen wollte. Da ihre Kinder bislang von Provinz-Regierung Dong Thap keine Besuchserlaubnis bekommen, und sich besorgt um das Wohlbefinden ihrer Mutter, sind sie in die Hauptstadt gereist, um sich darüber bei der Zentralregierung in Hanoi zu beschwerden. Da ihr Hilfegesuch auch bei Zentral-Behörden ohne Erfolg blieb, riefen sie zur Demonstration für den 23.03. am HoanKiem-See auf.

Ihre Bemühungen um die Freilassung ihrer Mutter fanden breite Unterstützung. Neben der zugesagten Teilnahme zahlreicher Freunde an der Demo (Bericht in Englisch) zelebrierte auch die Kirche von Thai Ha am Vorabend (22.03.) ein Frieden-Gebet für die 3 verhafteten. Wegen ihrem 7 Monate alten Baby verließ Frau Quỳnh Anh, Tochter von Frau Bui Hang, nach der Messe die Kirche von Thai Ha. Doch noch auf dem Nachhauseweg wurde sie von der Polizei festgenommen. Mit ihr waren auch ihr Ehemann und ihr 7 Monate altes Baby. Vom Polizeirevier Trang Tien aus rief sie um 20.45 Uhr ihren Bruder Bùi Trung an und teilte ihm von ihrer Verhaftung mit. Bui Trung rief daraufhin die Polizei Trang Tien an und fragte nach dem Grund der Verhaftung. Dieses teilte ihm jedoch mit, niemanden verhaftet zu haben.

Bui Trung kündigte daraufhin über sein Facebook an: "Jetzt werde ich mit einem Spruchband vor dem Polizeirevier Tràng Tiền demonstrieren, um die Freilassung meiner Schwester zu fordern. Sollte ich verschleppt oder tot bin, dann wisst ihr, dass die vietnamesische Polizei mich getötet hat..Wir müssen die Polizei Trang Tien wegen ihrem verantwortungslosen und gesetzmissachtenden Handeln anprangern und die sofortige Freilassung von Schwester Quỳnh Anh und ihrem Baby fordern. Das Baby ist unschuldig und braucht Ruhe und Schlaf. Ängste können geistige und psychische Schäden bei ihm hinterlassen. Das ist nicht nur gesetzwidrig sondern auch unmenschlich!"

Herr Nguyen Bac Truyen berichtete von seinem Telefonat mit Quynh Anh während ihrer Anhörung auf dem Polizeirevier wie folgt: "Quynh Anh mußte der Polizei wegen der Einreichung ihres Beschwerdebriefs beim Polizeiministerium Erklärung machen. Ihr 7 monatiges Baby schrie vor Hunger".

Ebenfalls auf dem Nachhauseweg nach dem Friedengebet in der Kirche Thai Ha wurde Herr Trương Văn Dũng von 4 vermummten Männern mit Eisenstangen geschlagen und im Gesicht und im Bein übel verletzt. (Bericht in Englisch). Noch schlimmer geschah es mit Frau Nga, als sie mit einer Gruppe von etwa 50 Menschen von der Kirche Thai Ha für die Freilassung von Frau Bui Hang zu der Demonstration am HoanKiem-See marschierte. Doch wenige Hundert Meter vor dem Treffpunkt wurden sie von Stasi-Männern gestoppt. Frau Nga und zwei Männer von der ethnischen Hmong wurden verhaftet und brutal geschlagen. Auf dem Polizeirevier wurde Frau Nga von den Stasi-Männern zur Durchsuchung nackt ausgezogen und sexuell beleidigt und belästigt. (Bericht in Englisch)

Im Laufe des Abends haben sich ca. 30 Stasi-Mitarbeiter gegen 21:30 Uhr Zugang in die Kirche Thai Ha verschafft und die Kirchenmitarbeiter mit Störungen provoziert. Die Kirche läuteten daraufhin die Alarm-Glocken (Bericht in Englisch). Die in der Nähe lebenden Gläubigen eilten sich zur Hilfe. Sie verschlossen das Eingangstor von der Kirche und setzten die Stasi-Männer somit fest. Die Behörden schickten daraufhin 50 uniformierte Polizisten, die die Kirche mehrere Stunden belagerten. Trotz der gedrohten Erstürmung der Polizei auf das Gotteshaus blieb die Kirchenleitung gelassen. Sie forderte stattdessen von den festgesetzten Stasi-Männern ein Schuldzugeständnis wegen ihrer verursachten Störung, was diese aber ablehnten. Erst gegen 23:30 Uhr, als der Polizei-Chef von Hanoi den Rückzug der 50 belagernden Polizisten zugesichert hat, ließ Priester Dinh Huu Thoai das Kirchentor wieder öffnen.

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BeitragVerfasst am: 10.04.2014, 16:11    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Auch die Trauerfeier des kürzlich verstorbenen Regimekritikers Dinh Dang Dinh war NICHT frei von Störungen verlaufen. Das war vor 6 Jahren bei der Trauerfeier vom ehemaligen Führer der Demokratischen Partei Vietnams Herrn Hoang Minh Chinh der Fall, vor 3 Monaten bei der Trauerfeier von Herrn Le Hieu Dang der Fall und vor zwei Monaten bei Trauerfeier von Mutter der Menschenrechtsaktivistin Pham Thanh Nghien auch der Fall. Die Trauerfeier vom Lehrer Dinh sollte ursprünglich in der Trauerhalle auf dem Kirchengeländer in der Ky Dong Str. Stattfinden. Doch aufgrund von Drohnungen durch die Stasi wurde der Sarg des verstorbenen Umweltschützers in die Kirche verlegt und dort aufgebahrt. Zahlreiche Bürger waren gekommen, um sich Abschied vom Lehrer Dinh zu nehmen. Unter den Blumenkränen war auch eins vom US-Konsulat.

Die Trauerfeier von Frau Nguyen Thi Loi im Feb. 2014, Mutter von Menschenrechtsaktivistin Pham Thanh Nghien in Hai Phong, wurde von Stasi und Verkehrspolizisten massiv gestört. Zunächst wollte die Behörde die Trauerfeier selbst ausrichten. Als die Familienangehörigen der verstorbenen dies ablehnten, ließ die Stasi vor dem Haus einen Kontrollposten errichten. Trauergäste aus anderen Städten wurden noch vor dem Eintreffen von Verkehrspolizisten kontrolliert und wegen irgendwelcher "Verstöße" oder "Mängel am Fahrzeug" schikaniert. Stasi mischte sich unter Trauergäste und zerstöre Namenschilder von Bürgerorganisationen auf den Blumenkränen.

Ähnliche Störungen gab es bei der Trauerfeier von Herrn Lê Hiếu Đằng, ein ehemaliges ranghohes Viet-Cong-Mitglied, welches vor seinem Ableben energisch gegen die chinesische Bedrohung kämpfte und sich für Demokratisierung des Landes einsetzte. Der Jurist wurde nach der Machtergreifung der Kommunisten in 1975 Dozent an der "Parteischule" und war viele Jahre Vize-Vorsitzende der "Vaterlandfront", eine Unter-Organisation der KP. In seinem Schreiben mit dem Titel "Gedanken während der Krankentage" rechtfertigte sich der Ex-Kommunist seine frühere Entscheidung wegen Informationsmangel in der damaligen Zeit. Wenige Tage vor seinem Tod war er aus der Partei ausgetreten.

Nachfolgend eine Ausschnitt von dem langen Text des Demokratie-Kämpfers:
"Dieses Schreiben soll als Erklärung gegenüber Freunden, Weggefährten, Intellektuellen und Künstlern sowie Schülern und Studenten, die ich neuerlich kennengelernt habe, dienen. Es soll auch klarstellen, dass wir Bürger eines Landes mit so viel ehrenvollen Geschichten handeln müssen und nicht dasitzen, um zu diskutieren, wer damals recht oder unrecht hat, als er (während des Vietnamkrieges) sich für eine oder andere Seite entschieden hatte. Denn in der Tat sehnt sich ein Großteil der Menschheit, darunter auch wir Vietnamesen, immer noch nach einer besseren Gesellschaft, gegen das Böse und das Übel. Und eine Zeitlang haben wir daher in der Illusion des Sozialismus unter der kommunistischen Partei Vietnams gelebt. Es ist darauf zurückzuführen, weil wir damals nicht Möglichkeiten und Informationen darüber verfügten, um eine klare Entscheidung zu treffen. Dennoch hat sich die Situation national und international verändert. Wir müssen uns jetzt Gedanken über die Dinge machen, um uns für den neuen Kampf zu widmen. Also wir sollten keine Zeit mit den alten Geschichten mehr verlieren und uns dabei zu schwächen. Überlassen wir die Beurteilung dieses Kapitels lieber unsere Kinder und nützen die Zeit für das Handeln ..."


(Bài viết nầy cũng là để trải lòng với bạn bè, đồng đội và những nhân sĩ trí thức, các văn nghệ sĩ, các bạn TNSVHS mà tôi đã quen hoặc mới quen, để khẳng định một điều: với lòng tự trọng của một công dân một nước có lịch sử hào hùng chúng ta phải hành động. Không nên ngồi tranh luận với nhau về sự đúng, sai khi chọn lựa đứng bên này hay bên kia. Vì thật ra cả một bộ phận loài người trong đó có người VN khát khao với một xã hội tốt đẹp hơn, chống lại cái ác, cái xấu nên đã có thời gian dài nuôi ảo tưởng về ĐCS VN và CNXH. Vấn đề là trước đây chúng ta chưa có đủ điều kiện, dữ liệu để nhận thức một số vấn đề sống còn của đất nước nhưng hiện nay tình hình trong nước và trên thế giới đã thay đổi, vì vậy chúng ta phải nhận thức lại một số vấn đề trước đây. Nhận thức lại và dấn thân hành động cho cuộc chiến đấu mới. Đừng loay hoay những chuyện đã qua mà làm suy yếu sức mạnh đoàn kết dân tộc. Hãy để con cháu chúng ta làm nhiệm vụ đánh giá lịch sử. Còn chúng ta trước mắt là hành động, hành động và hành động...)

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Hoi An
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BeitragVerfasst am: 26.08.2014, 16:10    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Wegen "Störung öffentlicher Ordnung" wurde die drei Demokratiekämpfer/Innen Bùi Thị Minh Hằng, Nguyễn Văn Minh und Nguyễn Thị Thúy Quỳnh nach 6 Monaten U-Haft heute vom "Volksgericht" von Stadt Cao-Lanh Provinz Sa-Dec zu jeweils 3; 2,5 und 2 Jahren Haft verurteilt. HRW bezeichnet in ihrer Erklärung diesen Prozess als Verleumdung und politisch motiviert. Sie fordert deshalb die sofortige Freilassung der drei Inhaftierten.

Ein kriegsähnlicher Zustand herrschte in der sonst friedlichen Stadt Cao-Lanh an diesem Tag, da überall Straßensperrungen aufgestellt wurden. Und in jeder Ecke lauerten Polizisten und nahmen jeden fest, der versucht, in die Nähe des Gerichts zu kommen und zu photographieren.

Schon Tage vor dem Prozess bestellten Behörden in fast allen Landesteilen Weggefährten von den drei Demokratiekämpfer/innen ins Revier oder schickten persönlich Polizisten vorbei (wie hier bei Herrn Nguyễn Việt Hưng in Hanoi, um ihnen die Fahrt nach Cao-Lanh zu diesem "öffentlichen Prozess" zu untersagen. Vor den Häusern von denjenigen, die der Vorladung der Polizei nicht gefolgt haben, stellten Polizisten Barrikade auf.

Trotz massiver Behinderungen gelangen zahlreiche Patrioten nach Cao-Lanh zu kommen, um ihren Freunden in diesen Stunden beizustehen. Vor allem HoaHao-Buddhisten in der Region, die selbst Opfer der Unterdrückung des totalitären kommunistischen Regimes sind, sind in die Stadt gekommen, um ihre große Sympathie und Unterstützung für die drei Angeklagten zum Ausdruck zu bringen und zu beten. Aber auch das ließen die Behörden nicht zu und haben alle samt mit allen Brutalitäten verhaftet. Zahlreiche andere wurden noch im Hotel unter Gewaltanwendung und zum Teil in Handschellen verhaftet und verschleppt. Selbst Đặng Thị Quỳnh Anh, Tochter von der willensstarken und unbeugsamen Demokratiekämpferin Bui Thi Minh Hang, durfte die Absperrung passieren, um in das Gerichtgebäude zu dem "öffentlichen" Prozess gegen ihre Mutter zu kommen.

Bis 17 Uhr sind mindestens 100 Personen festgenommen, darunter 40 Buddhist/innen. Einige von ihnen wurden während des Polizeigewahrsams misshandelt. So hat ein Beamter in Zivil Frau Nguyễn Ngọc Lụa, Tochter des 74-Jährigien Gewissengefangenen Nguyễn Văn Lía, auf dem Revier mehrfach ins Gesicht geschlagen, so dass sie stark blutete und ohnmächtig wurde. Als andere Inhaftierten Frau Nguyễn Ngọc Lụa helfen wollten, indem sie den gewalttätigen Beamten zurückdrängten, wurden sie von Bereitschaftspolizisten angegriffen. Frau Nguyễn Ngọc Lụa musste wegen der schweren Verletzung ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Im Februar 2014 hatte Frau Bui Thi Minh Hang zusammen mit 20 Freunden versucht, Herrn Nguyen Bac Truyen und seine Frau im Kreis Lap Vo zu besuchen, nachdem die Lokalpolizei mit Gewalt in ihre Wohnung eingedrungen waren und Gegenstände, darunter auch das Bild des HoaHao-Gründers vom Altar, demoliert hatten. Doch noch auf der Fahrt auf Mopeds dahin wurden sie von Dutzenden Polizisten angehalten und zur Umkehr gezwungen. Als diese Leute dagegen protestierten, nahmen sie Hunderte von herbeigerufenen Bereitschaftspolizisten wegen "Widerstand gegen Staatsgewalt" fest. Zahlreiche Bürger erlitten dabei schwere Verletzungen. Laut Anklageschrift haben Polizisten auch ihre IPads und Smartphone zur "Beweissicherung" und "Qualitätskontrolle" beschlagnahmt.

Frau Bui Thi Minh Hang stammt aus einer Familie in Hanoi, deren Eltern hohe Funktionäre in der KP waren. Doch sie konnte die feige Politik der KP gegenüber China trotz der Annektierung der Spartley und Paracel-Inseln nicht ausstehen und demonstrierte daher immer an vordester Front gegen chinesische Invasion. Nach und nach schloss sie sich der Demokratiebewegung an und wurde zu einer Hauptfigur dieser Bewegung, wovor die KP mächtig Angst hat. Zur Abscheckung hatte die kommunistische Regierung von Vietnam Frau Hang in 2011 schon einmal verhaften lassen. Sie setzte dabei sogar Medien für die Kampagne gegen die Patriotin ein. Trotzdem es ist ihr bis heute nicht gelungen, den Willen dieser Menschenrechtlerin zu brechen.

In Vietnam handeln Richter, welche selbst KP-Mitglieder sind bzw. sein müssen, nicht nach Gesetzen sondern nur nach Anweisung und Willen der Partei. Mit dem heutigen hohen Strafmaß wegen "Störung öffentlicher Ordnung" kann man sich erklären, dass die KP möglichst viele Demokratiekämpfer von der Gesellschaft insolieren will.
Zum Vergleich: Das "Volksgericht" von Stadt Tuy-Hoa hat z.B. im April diesen Jahres fünf Polizisten, die Herrn Ngô Thanh Kiều zum Tode gefolterten, nur zu 5 Jahren für den Haupttäter, 2 Jahren, 18 Monaten und 12 Monaten Haft für die übrigen verurteilt. Und zwei wurden sogar auf Bewährung ausgesetzt.

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Kris Toff
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BeitragVerfasst am: 26.08.2014, 22:33    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

An dieser Stelle mal ein großes Dankeschön an Hoi An. Ich lese deine gut recherchierten Berichte sehr gerne und freue mich immer darauf. Bitte mach weiter so, auch wenn du auf deine Beiträge kaum Antwort bekommst.
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Hoi An
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BeitragVerfasst am: 29.08.2014, 16:14    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Wenige Stunden nach Bekanntwerden vom Strafmaß gegen die drei Demokratie-Aktivisten Bui Thi Minh Hang, Nguyen Thi Thuy Quynh und Nguyen Van Minh berichteten zahlreiche internationale Zeitungen (REUTER, VOA, AFP, SCMP, Bangkok Post, Straitstimes, FIDH, OMCT... über das Urteil.

Menschenrechtsorganisationen wie AI und HRW verurteilten gegen das Urteil scharf. Auch die US-Botschaft in Hanoi äußerte ihre tiefen Bedenken über das Strafmaß und bezeichnete es als alarmierend, wenn vietnamesische Behörden Verkehrsordnung anwenden, um Regimekritiker ins Gefängnis zu stecken. Auch der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung übt harsches Kritik gegen das Urteil und fordert die Freilassung der Menschenrechtsaktivisten.

Währenddessen befindet sich Frau Nguyen Thi Ngoc Lua bis heute wegen schwerer Gehirnerschütterung zur Behandlung in einem Krankenhaus. Aber nur durch finanzielle Unterstützung zahlreicher Freunde möglich. Wegen schwerer Misshandlung durch einen Polizisten auf dem Polizei-Revier, wo sie zusammen mit vielen anderen wegen ihrer Unterstützung für die drei angeklagten Menschenrechts-Aktivisten eingesperrt wurde, wurde Frau Lua zunächst in ein Lokalkrankenhaus eingeliert jedoch nicht behandelt und gleich wieder entlassen, weil sie das nötige Geld für die Behandlung nicht hatte. Zuhause klagte Frau Lua über starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Als einige Freunde von ihr davon mitbekamen, sammelten sie das Geld zusammen und brachten sie in ein Saigoner Krankenhaus. Ärzte stellten mit Hilfe der Computertomographie Gehirnerschütterung fest. Ob die Staatsanwaltschaft gegen den Polizist, der sie so übel zugerichtet hat, (das vorletzete Bild: Mann mit weißem Hemd, Brille und gehobenem Zeigerfinger auf dieser Seite) ermittelt? Mit diesem Regime wohl kaum!

An dem Tag, wo der Prozess gegen die drei Menschenrechtsaktivisten stattfand, begann Le Hong Anh, Sonderbeauftragter des KP-Chefs, seine die China-Reise, um die Beziehung beider Parteien, welche durch anti-chinesische Proteste in vietnamesischer Bevölkerung nach Aufstellung der chinesischen Bohrinsel HD-891 in vietnameschen Gewässern ziemlich zerrüttet war, wieder herzustellen. Man vermutet, dass die beiden Termine bewusst gewählt wurden und die hohe Strafe gegen die drei Menschenrechtsaktivisten als Gastgeschenk an China gelten soll.

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BeitragVerfasst am: 23.10.2014, 16:01    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Im Rahmen der UPR hat der UN-Menschenrechtsrat Ende July 2014 Herrn Heiner Bielefeldt als Sonderberichterstatter zur Untersuchung der Religionsfreiheit nach Vietnam entsandt. Nach einem zehntägigen Arbeitsaufenthalt gab der Prof. von Uni Erlangen auf der Presse-Konferenz noch in Hanoi bekannt, dass seine Arbeit von vietnamesischen Behörden massiv behindert wurde. Menschen, mit denen der UN-Sonderberichterstatter sich treffen wollte, wurden von der STASI abgeschirmt und eingeschüchtert. Die STASI war Dr. Heiner Bielefeldt überall dicht auf den Fersen. Seine Schritte und Kontakte wurden verfolgt. Wegen der Beschwerde des UN-Sonderbeauftragten sprach Phạm Hải Anh, stellv. Leiter für internationale Angelegenheit, von Missverständnissen, was Herr Bielefeldt ihm jedoch sofort widersprach.

Der Professor für Menschenrechte beschreibt im Interview mit dem Deutsche Welle, dass das Ausüben von religiösem Glauben in Vietnam im Vergleich zu Zeiten nach 1975 jetzt im begrenzten Rahmen insgesamt schon besser geworden sei.

Es existiere verschiedene Glaubensrichtungen in diesem kommunistischen Land. Hier und dort seien Pagoden, Tempel und religiöse Symbole zu sehen. Aber “Religionsgemeinschaften müssen sich vorher einem mühsamen Registrierungsverfahren unterziehen, um ihren Glauben überhaupt praktizieren zu dürfen. Dafür müssen sie den Jahresplan ihrer Aktivitäten bei den Behörden anmelden. Inhalte ihres Religionsprogramms müssen vorher von Behörden genehmigt werden. Die negative, vielleicht sogar feindselige Haltung, macht die Bedingungen für die selbständigen Gemeinden sehr kompliziert und riskant.
Verpflichtungen, die Behörden zu informieren, um die Zulassung für Tätigkeiten erhalten, sind vielfältig, detailliert und schwer. Diejenigen, die diese Vorschriften nicht befolgen, werden enorme Schwierigkeiten bekommen, wenn sie versuchen, selbst nur eine kleine Gemeinschaft zu gründen. Sie riskieren damit,
- schwere Konfrontation mit der Polizei;
- ständig zur Anhörung vorgeladen zu werden;
- ständige Überwachung ihrer religiösen Aktivitäten;
- Störung religiöser Zeremonien und Feste;
- Hausarrest, Inhaftierung, Schläge und Angriffe;
- Verlust von Arbeit und Sozialleistungen;
- auf ihre Familienangehörige werden Druck ausgeübt;
- Vandalismus;
- Zerstörungen von Gotteshäusern, Friedhöfen und Bestattungshallen;
- Beschlagnahmung von Eigentum;
- systematisch gezwungen, ihre religiösen Aktivitäten aufzugeben, und stattdessen mit staatlichen Glaubensinstitutionen zu kooperieren und Religion oder Weltanschauung von anderen zu denunzieren.

Selbst für diejenigen, die bereits formelle Anerkennung durch die Behörden erhalten haben, operieren unter einer Rechtsunsicherheit wegen Mangel von angemessenen Gesetzen. Viele haben Probleme mit dem Landbesitz. Es ist für sie schwierig, ein erforderliches Grundstück oder Haus zu erwerben, um es für ihren religiösen Zweck zu nutzen.


Unter kommunistischer Herrschaft gab es im Norden nach 1945, da laut Karl Marx "Die Religion ist das Opium des Volkes", keine Religionsfreiheit. Kirchen und Tempel waren alle vor der "August Revolution" 1945 gebaut. Während bei der katholischen Kirchengemeinschaft aufgrund ihrer gut organisierten Struktur und Widerstands noch einigermaßen gut funktionierte, saßen in buddhistischen Tempeln nur noch veraltete einsame Äbte und warteten nur noch auf den Tag ihres Ablebens. Junge Mönche wurden als Schmarotzer bezeichnet und gezwungen, ihre Gewände abzulegen und auf Feldern der Kollektive zu arbeiten.

Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus Osteuropas blieb die Einnahmequelle für das System weg. Die Machthaber Vietnams waren gezwungen, das Land für westliche Investoren zu öffnen und damit auch den Zugang ausländischer Diplomaten und Touristen. Um die Kritik wegen der unterdrückten Religionspolitik entgegenzutreten, ließ die Regierung buddhistische Tempel und Pagoden wieder besetzten, jedoch von eigenen "Mitarbeitern".

Gleiche Situation herrschte im Süd-Vietnam nach der Machtergreifung der Kommunisten aus dem Norden im April 1975. Hier war die Zerstörung nach chinesischem Vorbild wegen des stark verbreiteten Buddhismus noch größer. Um die organisierten Struktur des Buddhismus im Süd-Vietnam zu zerstören, hat die damalige kommunistische Regierung einerseits ranghohe Mitglieder der Vereinigten Buddhistischen Kirche Vietnams (VBKV) gekauft, und in 1982 unter ihrer "Schirmherrschaft" die sog. Buddhistische Kirche Vietnams (BKV) gegründet und sich von der traditionellen VBKV gespaltet. Die traditionelle VBKV (heute unter der Leitung vom Hochehrwürdigen Patriarch Thich Quang Do) wurde als illegale Organisation abgestempelt, deren Mitglieder unter Hausarrest gestellt, Feste werden gestört. Andererseits schleusten vietnamesischen Behörden Agenten in beide Organisationen ein, um zum einen die Aktivitäten der vom Staat gegründeten Glaubensgemeinschaft BKV zu kontrollieren, zum anderen Mistrauen unter Mitgliedern der traditionellen VBKV zu zeugen, mit dem Ziel diese und den buddhistischen Glauben zu zerstören oder zumindest zu schwächen. Was ihnen leider teilweise gelungen ist!

Mönche, die für den Staat arbeiten, haben neben "freier"Ausübung ihres Glaubens, bekommen auch noch hohe Position in der Machtstruktur des Staates wie Parlamentsabgeordnete. Oder sie genießen auf Provinzebene zumindest außerordentliche Privilegien, wie im Fall des "Mönches" Thich Thanh Cuong, der zurzeit die Funktionen "Leiter für festliche Angelegenheiten der Zentralen BKV", "Bürochef der VBK Provinz Hải Dương", "Leiter der VBK vom Kreis Tứ Kỳ". "Mönch" Thich Thanh Cuong geriet neuerlich in Schlagzeilen, weil er zu den ersten in Vietnam gehörte, die sich ein Iphone6 erworben haben. Er hat auch Schwächen für Militärwaffen, teure Autos, gutes Essen, Auslandsreisen und aber auch für hübsche Jungs. Es gibt auch Bilder von diesem Mönch mit Polizeimütze und Militärgruß. Die staatliche Buddhistische Kirchenorganisation beschloss, "Mönch" Thich Thanh Cuong trotz schwerer Verstöße gegen die Buddhistischen Grundregeln wegen seiner guten Verdienste nicht vom Amt zu entheben.

Mönche von der traditionellen VBKV stehen dagegen unter permanenter Überwachung und Unterdrückung des Stasi-Apparats. Ihre Tempel drohen jeder Zeit von den Behörden abgerissen werden, zum Beispiel hier die 70jährige Pagode Lien Tri vom Hochehrwürdigen Thich Khong Tanh, einer der engen Mitarbeiter vom Hochehrwürdigen Patriarch Thich Quang Do.

Übrigens, die "Kästchen" mit der Aufschrift "SPENDE, DONATION", die in fast allen Pagoden und Tempeln in Vietnam zu sehen sind, werden nicht von den Mönchen oder Nonnen dieser Einrichtungen verwaltet, sondern allein den Behörden. Lachen

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Hoi An
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BeitragVerfasst am: 05.12.2014, 16:52    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Anders als wie früher werden Menschenrechtsaktivisten jetzt nicht mehr sooft wegen "Propaganda gegen den sozialistischen Staat" verhaftet, wodurch vietnamesische Regierung massive Kritik von westlichen Ländern bekamen. Nun wenden die Behörden dieses Landes eine neue Strategie an. Und sie lautet Gewalt statt Gefängnis. Die Machthaber wollen dadurch Menschenrechtsaktivisten einschüchtern und zum Aufgeben zu zwingen.

Nachfolgend einige Beispiele:
Herr Truong Minh Duc wurde erneut wegen seiner Berichterstattung über die Situationen im Lande von Stasi-Mitarbeitern auf brutalster Art und Weise kollektiv zusammengeschlagen und anschließend ein Laptop, ein Tablett, 04 ATM-Karten und 600 USD Bargeld von ihm mitgenommen, als er abends in seiner Heimat Binh Duong mit dem Moped unterwegs war. Viele von ihnen kannte der freie Journalist bereits aus früheren Begegnungen, daher erstattete das Opfer Strafanzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung. Doch die Behörde hat bisher nichts darauf reagiert.

Am 29.10.2014 besuchten die beiden Ex-Gewissengefangenen Phạm Bá Hải und Lê Văn Sóc Herrn Dương Âu, ebenfalls ein Ex-Gewissengefangener, in Da-Lat. Während ihres Besuchs stürmten Stasi-Mitarbeiter in die Wohnung von Herrn Dương Âu und vertrieben die Besucher. Auf dem Zufußweg zum Motel wurden die beiden Herren von unbekannten Männern an einer abgelegenen Straßenecke angegriffen. Sie flogen am nächsten Morgen nach Vinh, um weitere Familienangehörige von Gewissengefangenen wie Chu Mạnh Sơn, Đậu Văn Dương und Đặng Xuân Diệu zu besuchen. Doch gleich nach der Landung wurden Phạm Bá Hải und Lê Văn Sóc von der Flughafen-Stasi festgenommen. Anschuldigung: Verwicklung in einer Schlägerei und Beraubung eines Bürgers in Đà Lạt. Ein Stasi-Offizier hat Herrn Phạm Bá Hải beim Verhör geschlagen, mit einer brennenden Zigartette auf den Arm gedrückt und beschimpft.

Als Chu Mạnh Sơn die beiden Gäste am Flughafen abholen wollte, wurde ebenfalls von der Stasi verhaftet und auf dem Revier von Polizisten geschlagen und beschimpft. Am Ende hat er 2.000.000 Dong wegen "unerlaubtem Verlassen des Wohnorts" Geldstrafe zahlen müssen, sonst würden ihm die Polizisten sein Moped und persönliche Gegenstände nicht zurückgeben.

Unbekannte hatten am 02.11.2014 die evangelische Mennonite-Kirche vom Pastor Nguyễn Hồng Quang, ebenfalls ein Demokratieaktivist, im Kreis Ben Cat (Binh Duong) während Gottesdienst mit Steinen angegriffen. Am 16.11. griffen etwa zwei Dutzend Männer erneut gegen 8 Uhr morgens das Gotteshaus mit Steinen stundenlang an, zerstörten die Eingangstür, drangen in das Haus ein, demolierten und misshandelten die Besucher. Pastor Trần Minh Hòa hatten dreimal die Bereitschaftspolizei 113 angerufen. Doch sie kam nicht. Statt Hilfe schickten die Behörden am Abend einen Lokalpolizisten vorbei, um Pastor die Vorladung zur Anhörung überreichen. Und der Behördenterror scheint kein Ende zu haben. Denn am 02.12.2014 wurde die Kirche erneut angegriffen. Diesmal hat die Stasi nicht nur Gegenstände zerstört, sondern auch zwei Kirchenmitglieder Nguyễn Ngọc Thuận und Từ Văn Lên mitgenommen.

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BeitragVerfasst am: 10.01.2015, 13:27    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Schulkind von Lehrerin zu Tode geprügelt.
http://tuoitrenews.vn/education/25270/sixth-grader-dies-after-teachers-punishment-in-Ho Chi Minh City

Schüler schlagen ist üblich.

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Toni B.
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BeitragVerfasst am: 10.01.2015, 17:10    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hier möchte ich mich zu diesem unglücklichen Fall äußern, damit niemand zu diesem Vorfall mißvertsteht.
Die Schülerin hatte als Kleinkind bereit unter schwerer Nervenkrankheit gelitten, sie ist sehr schüchtern, hat Panik Angst, wenn jemand sie anfaßt und ihr Angst macht. Genau das ist in diesem Fall, die Lehrerin wußte das leider nicht.
Ich möchte die Lehrerin nicht schützen sondern bin auch gegen solche Erziehungsstrafe, aber man soll nicht denken, daß solche Erziehung in VN normal ist
VG Toni B.

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swr
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BeitragVerfasst am: 10.01.2015, 18:16    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

@Toni B.
Nö.
Kann man ja gar nicht mißverstehen.
Vor wenigen Tagen gab es einen Artikel über eine Schülerin, die vom Sportlehrer geschlagen wurde, bis sie nicht mehr laufen konnte.
War wohl auch in Saigon.
Auf youtube müßten sich auch einige Videos finden zum Thema.
Wegen langsamen Netzes spare ich mir die Suche.
Aber das habe ich auf die Schnelle gefunden:
http://english.vietnamnet.vn/fms/education/26104/vietnamese-children-have--old-head-on-young-shoulders--.html
http://weareinvietnam.wordpress.com/2013/01/29/157/

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Toni B.
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BeitragVerfasst am: 10.01.2015, 21:16    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

@swr
Die Informationen sind auf den 26.08.2012 und 29.01.2013 datiert! Es sind 2 bzw. über 2 Jahren her. Es ist nicht üblich in VN oder?
VG Toni B.

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BeitragVerfasst am: 10.01.2015, 21:30    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

@Tony B.
Ich bookmarke nicht jeden Artikel.
Wenn Sie selbst regelmäßig die vietnamesische Tagespresse lesen, dann werden Sie bemerken, daß dort auch solch unangenehme Themen regelmäßig auftauchen.
Diese Mühe kann ich Ihnen aber nicht abnehmen.
Sprechen Sie vietnamesisch, dann werden Sie auch Blogs zum Thema Erziehung und Schule lesen können.
Mehr hier:
http://www.giyf.com/

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swr
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BeitragVerfasst am: 10.01.2015, 22:06    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Also gut.
Hier. Kein Jahr alt.
http://english.vietnamnet.vn/fms/education/96264/how-to-punish-the-teacher-scolding-and-beating-students-.html
http://tuoitrenews.vn/education/17843/teacher-fired-at-own-will-for-fight-with-students

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