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 Bauernproteste in der Provinz Hung Yen

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Courti
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Anmeldungsdatum: 11.06.2007
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BeitragVerfasst am: 11.05.2012, 09:56    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Endlich wurde meine Frage zu den gesetzlichen Rahmenbedingungen der Internetnutzung in Vietnam, die ich vor einigen Wochen gestellt habe, beantwortet: Danke NamNguyen! Zu deinem letzten Punkt: Das ist in China schon 2004 passiert. Der Journalist Shi Tao wurde zu einer 10-jährigen Haftstrafe verurteilt, weil Yahoo mit den chinesischen Behörden prächtig zusammenarbeitete. Nur so konnte eine Emailadresse der IP seines Computers zugeordnet werden, so dass man ihn überführen konnte. Achso... was hat er überhaupt getan: Er hat eine Anweisung, wie sich die Journalisten zum 15. Jahrestag des Aufstands am TianAnMen-Platz zu verhalten haben weitegereicht. Also su-tu, das hätten gewisse Behörden nicht nur gerne, das ist auch schon lange gängige Praxis.

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Um einen Schmetterling lieben zu können, müssen wir auch ein paar Raupen mögen (Antoine de Saint-Exupéry)

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tak1964-1
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BeitragVerfasst am: 11.05.2012, 12:04    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Ich mag einfach die VN Beamten mehr. Hier kann man bezahlen und bekommt wenigstens dann eine/seine Dienstleistung.
In D kann/muss man nur bezahlen und bekommt nichts ausse ne neue Zahlungsaufforderung

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Courti
Moderator



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Anmeldungsdatum: 11.06.2007
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BeitragVerfasst am: 11.05.2012, 12:24    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« tak1964-1 » hat folgendes geschrieben:
Ich mag einfach die VN Beamten mehr. Hier kann man bezahlen und bekommt wenigstens dann eine/seine Dienstleistung.
In D kann/muss man nur bezahlen und bekommt nichts ausse ne neue Zahlungsaufforderung

Da kenne ich aber Forenmitglieder, die nach der Zahlung von einigen 1000€ keine Leistung erhalten haben... und auch in meinem Familienkreis wurden mal Goldringe übergeben ohne, dass dies irgendwelche Folgen hatte... Also sooo sicher bekommt man seine Leistung in Vietnam nicht. Ich weiss gern, woran ich bin und finde daher die deutschen Verhältnisse in ihrer Berechenbarkeit von Vorteil.

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Cathrin
Gast










BeitragVerfasst am: 11.05.2012, 12:31    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« NamNguyen » hat folgendes geschrieben:
Einige Punkte aus dem "Entwurf fuer neue Reglungen fuer Bloggers in Vietnam"


Ist das wirklich so neu? In den derzeit gueltigen Regelungen steht doch auch nicht viel anderes drin.

Circular No. 07/2008/TT-BTTTT im Original


und in einer englischen Uebersetzung

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NamNguyen




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BeitragVerfasst am: 11.05.2012, 19:47    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

@Cathrin:

Das sollten neue Ergaenzungen sein. In der alten Reglung gibt es keinen Punkt, wo man die richtigen Namen und Adressen angeben muss... usw.

Fuer mein Geschmack ist diese Reglung auch nicht anders als das Prostitutionsverbot in Vietnam: Das ist verboten, aber man kann das solange treiben wie man will, wenn man an "bestimmte Regeln" haelt. Welche Regeln? Muss man selbst wissen. Wenn man nicht weiss, fragt gleich die naechste Polizeistation, die entweder direkt gegenueber dem Hurenhaus oder 50 meter weiter steht. Man gibt dir schnell die Antwort.

Auch hier beim Bloggen kann man "falsche Informationen", "falsche Namen" und "falsche Adressen" solange treiben wie man will, wenn man "harmlos" bleibt. Was ist "harmlos"? Muss man auch selber wissen. Wenn man nicht weiss, fragt gleich den Vater oder Onkel oder Grossvater. Einer davon muss ein Parteimitglied sein. Der gibt dir die Antwort.

Dennoch hat diese schaerfere Reglung einen Sinn: mehr Druck auf die ISPs und Forumsmoderatoren zu machen, damit sie ihre Mitglieder zensieren. Ausserdem muss man auch irgendwie ein "Gesetz" erfinden, damit man die Meinungsfeiheit mit diesem "Gesetz" offiziell unterdruecken kann.

Denn, Vietnam bekraeftigte immer wieder:

"Es gibt in Vietnam keine sogenanten politischen Gefangenen, sondern es gibt hier nur die Gesetzbrecher, die fuer ihre widerliche Tat bestraft wurden."

NamNguyen

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tak1964-1
Gast










BeitragVerfasst am: 12.05.2012, 08:01    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« Courti » hat folgendes geschrieben:
« tak1964-1 » hat folgendes geschrieben:
Ich mag einfach die VN Beamten mehr. Hier kann man bezahlen und bekommt wenigstens dann eine/seine Dienstleistung.
In D kann/muss man nur bezahlen und bekommt nichts ausse ne neue Zahlungsaufforderung

Da kenne ich aber Forenmitglieder, die nach der Zahlung von einigen 1000€ keine Leistung erhalten haben... und auch in meinem Familienkreis wurden mal Goldringe übergeben ohne, dass dies irgendwelche Folgen hatte... Also sooo sicher bekommt man seine Leistung in Vietnam nicht. Ich weiss gern, woran ich bin und finde daher die deutschen Verhältnisse in ihrer Berechenbarkeit von Vorteil.


Ist mir auch passiert in der DEUTSCHEN un-BOTSCHAFT.
Wir haben jetzt sogar Polizeischutz fuer unsere Hunde, da wir kuerzlich erst durch Nachbarn auf Hundediebe aufmerksam gemacht wurden - Streife wurde entsprend zeitlich und oertlich verlegt, geht alles.

Unbuerokratischer geht's ja wohl kaum.

Kein Witz

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Catinat
Gast










BeitragVerfasst am: 12.05.2012, 09:47    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Vorher wurde das Thema schon durch eine “Natodebatte” zerpflueckt, jetzt durch Hundehaltung.

Dabei geht es doch um das Ausmass von aeusserbarer Meinungsfreiheit privat, in Blogs und in der vietnamesischen Presse.

Dieses und die Hintergruende hat allein bisher NamNguyen mir schluessig und ohne Ablenkung auf nebensaechliche Felder dargestellt.

In Deutschland muss ich nicht Nationalzeitung lesen, kann es aber. Ich kann mich an Karikaturen mit Frau Merkels Busenfreiheit erfreuen und die genauen Plagiatstellen in den Arbeiten deutscher Politiker in Zeitungen finden. Die Apanagen fuer zurueckgetretene Bundespraesidenten sind in der Hoehe durch die Presseberichte auch bekannt.

Ich fuehle mich in dieser Welt der westlichen Presse , in der alles zugaenglich ist, schlicht : viel, viel “freier” !

Gruesse, Catinat

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onscho
Moderator





Anmeldungsdatum: 27.12.2009
Beiträge: 367


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BeitragVerfasst am: 12.05.2012, 13:43    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Genau das ist der Punkt, in der westlichen Presse ist eben das meiste zugänglich. Wenn ich nur Neues Deutschland lese, habe ich eine vorgegebene Perspektive. Wenn ich nur die Welt lese, genauso. Ich kann mich aber in Deutschland entscheiden, durch welche Perspektive gefiltert ich meine Informationen bekomme. Ich kann auch Zeitungen verschiedener Couleur lesen und wenn ich mir wirklich viel Zeit für die Lektüre unterschiedlicher Zeitungen nehmen würde, hätte ich am Ende viele unterschiedliche Meinungen gelesen und unterschiedliche Schwerpunkte wahrgenommen.
Auch kann ich mich auf die Straße stellen und jedem der es wissen oder nicht wissen will meine politische Meinung auf die Nase drücken.

In Vietnam ist das Spektrum viel viel kleiner und auf die Straße stelle ich mich nur, wenn ich gucken will, was der Nachbar gerade kocht.

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Hoi An
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Anmeldungsdatum: 09.05.2012
Beiträge: 235


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BeitragVerfasst am: 18.05.2012, 15:37    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Einen weiteren Unterschied habe ich jetzt auch noch festgestellt. In Deutschland hatte ich noch nie erlebt, dass Polizisten weibliche Demonstranten mit solcher Brutalität (Tritt mit voller Wucht in den Unterleib) misshandeln, wie dieses Video-Clip über die Zwangsräumung in Van Giang zeigt: https://www.youtube.com/watch?v=7BoJ-wvKxNs

Und wenn die Behörden in Deutschland einen Fehler gemacht haben, werden sie von der Presse angeprangert und in meisten Fällen werden Köpfe rollen. In Vietnam kratzt es die Behörden überhaupt nichts, auch wenn es bei den misshandelten zufällig um Zeitungsreporter von "Đài Tiếng nói Việt Nam" (Sender Stimme von Vietnam) handelt.

Dieses Video-Clip mit den Gewaltattaken auf die beiden Reporter, welches Herr Nguyễn Khắc Hào Vize-Vorsitzende von Provinz Hưng Yên, bei der Online-Konferenz mit Ministerpräsident Nguyen Tan Dung am 02. Mai als Fälschungen von feindlichen Kräften im In- und Ausland bezeichnet hatte (http://www.tinmoi.vn/lanh-dao-hung-yen-bao-cao-ve-vu-cuong-che-o-van-giang-05876399.html), ging um die Welt: http://www.youtube.com/watch?feature=endscreen&NR=1&v=Y2ILRETTeAo
In diesem Video-Clip stand der Reporter ziemlich unbeteiligt da und hatte zuvor keine Provokation oder irgendeine Widerstandgeste gemacht. Die Szene mit den Schlägen von mehreren Polizisten zum Teil mit Stöcken aus mehreren Seiten gibt mir das Gefühl, die vietnamesischen Beamten wollten nicht die Protestierenden vertreiben, sondern sie möglichst schwer verletzen, als hätten sie große Freude daran! Auch das ist für mich ein Unterschied.

Der Sender "Stimme von Vietnam" (VOV) veröffentlichte am 10.05. (gut 2 Wochen nach dem Vorfall !) auf seiner Internetseite einen Bericht über den gewaltsamen Übergriff auf die zwei Reporter dieses Senders während der Zwangsräumung in Văn Giang und fordert darin die Verantwortlichen auf, Stellungen dazu zu nehmen. Nachfolgend die gewagte Übersetzung von mir von dieser Veröffentlichung http://vietnamnet.vn/vn/chinh-tri/71660/vov-len-tieng-vu-hanh-hung-nha-bao-o-van-giang.html

Die Geschäftsleitung von VOV hat am 24.04. Herrn Nguyễn Ngọc Năm, Leiter der Abteilung Nachrichten – Politik - Wirtschaft (Informationszentrum) und Reporter Hán Phi Long beauftragt, in die Gemeinde Xuân Quan, Kreis Văn Giang, Provinz Hưng Yên zu fahren, um Informationen über die Bodenenteignung von 166 Familien für den Bau des Ecoparks zu sammeln und anschließend der Geschäftsleitung zu berichten, um eine angemessene Berichterstattung zu machen.

Im Bereich des Kulturhauses vom Dorf 1, Gemeinde Xuân Quan wurden die beiden VOV-Reporter von einer Gruppe der Zwangsräumungstruppen geschlagen, obwohl diese sich als Reporter im Dienst ausgegeben hatten.
Herr Nguyễn Ngọc Năm wurde in Handschellen in die Dienststelle der Staatsanwaltschaft vom Kreis Văn Giang abgeführt, dort zur Vernehmung von 9.45 – 17.15 Uhr am 24.04. festgehalten. Verletzt durch den Übergriff begab sich Reporter Hán Phi Long dennoch zur Polizei Văn Giang und berichtete den Vorfall.

Nachdem Berichte über den Vorfall bei Polizei Văn Giang gemacht wurden, stellten die beiden Reporter noch am selben Tag der Misshandlung (24.04.) einen Antrag zur Aufklärung der Angelegenheit an den Polizeichef von Provinz Hưng Yên.

Der Sender VOV hat dem Informationszentrum (Einheit von den misshandelten Reportern) und anderen zuständigen Einheiten angewiesen, diese Angelegenheit auf Basis von Zusammenarbeit, Aufbau, Gesetzwahrung, zum Schutz von Ehre und Würde von Bürgern und Recht auf rechtsmäßige Berichterstattungsarbeit von Reporten zu untersuchen.
Der Direktor vom Informationszentrum hat im Auftrag der Senderleitung die Polizei von Hưng Yên in einem Brief gebeten, die Angelegenheit aufzuklären, und entsprechende Maßnahmen gegen die Missachtung von Menschenleben, Gesundheit der Bürger und Gesetzen einzuleiten, insbesondere den Reportern die Berichterstattungsarbeit zu gewähren.
Das Informationszentrum und die beiden Reporter haben jedoch bis heute noch keine offizielle Antwort von der Polizei Provinz Hưng Yên erhalten.

VOV hat auch die zentrale Propagandaabteilung der Regierung, das Ministerium für Information und Kommunikation, den Verein vietnamesischer Reporter, das Volkskomitee Provinz Hưng Yên in einem Brief vorgeschlagen, gemeinsam diesen Vorfall abschließend und transparent aufzuklären und anschließend der Öffentlichkeit über das Ergebnis mitzuteilen.

Quelle: VOV online

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Cathrin
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BeitragVerfasst am: 18.05.2012, 17:31    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« Hoi An » hat folgendes geschrieben:
Einen weiteren Unterschied habe ich jetzt auch noch festgestellt. In Deutschland hatte ich noch nie erlebt, dass Polizisten weibliche Demonstranten mit solcher Brutalität (Tritt mit voller Wucht in den Unterleib) misshandeln

Nun, ich habe so etwas in Deutschland leider nicht nur einmal erleben muessen. Nach einem dieser brutalen Polizeieinsaetze war ich sogar ueber zwei Wochen krank geschrieben. Deshalb ist diese Aussage:
« Hoi An » hat folgendes geschrieben:
Und wenn die Behörden in Deutschland einen Fehler gemacht haben, werden sie von der Presse angeprangert und in meisten Fällen werden Köpfe rollen.
aus meiner Sicht der Witz der Woche.

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hamoeller
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BeitragVerfasst am: 18.05.2012, 18:01    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

@Cathrin

Nach deinen Erfahrungen in Deutschland und auf dieser Welt muesstes du ungefaehr mein Alter haben. Warum erzaehlst du nicht einmal, was dir wirklich passiert ist? Du scheinst Tritte in Unterleib ja reihenweise abbekommen zu haben.
Aus deinen Worten spricht ein unbaendiger Hass auf Deutschland und alles was damit zu tun hat. Du stellst "Hoi An's" Erfahrungen in Abrede und laesst nur deine Erfahrungen/Meinungen gelten.
Das ist bitter und es sollte doch einmal geklaert werden. Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille.

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Cathrin
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BeitragVerfasst am: 18.05.2012, 18:16    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« hamoeller » hat folgendes geschrieben:
Warum erzaehlst du nicht einmal, was dir wirklich passiert ist?
Es steht schon ein Teil davon hier im Forum, ausfuehrlicher aber in meinem Blog.

« hamoeller » hat folgendes geschrieben:
Du scheinst Tritte in Unterleib ja reihenweise abbekommen zu haben.
Wo liest du das heraus?

« hamoeller » hat folgendes geschrieben:
Du stellst "Hoi An's" Erfahrungen in Abrede und laesst nur deine Erfahrungen/Meinungen gelten.
Aha, wenn ich also schreibe aus meiner Sicht stelle ich alle anderen Erfahrungen in Abrede? Interessant.

« hamoeller » hat folgendes geschrieben:
Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille.
Ja eben.

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AndyNguyen




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BeitragVerfasst am: 18.05.2012, 18:31    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Nun bringen doch auch diese Vergleiche nichts. Natürlich gibt es auch in Deutschland überzogene Polizeimaßnahmen, es gibt auch innerhalb der Polizei (gerade der Berliner Polzei wird das nachgesagt) einen gewissen Korpsgeist, der die Aufklärung solcher Vorfälle schwierig bis unmöglich macht. Nur heißt das Thema hier nicht "Welche Polizei ist brutaler?".

Wir müssen doch nur eines sehen. Das GG gibt den Bürgern in Deutschland ein Demonstrations- und Versammlungsrecht. Selbst dann, wenn der Zweck der Veranstaltung eine Aktion gegen die Regierung ist. Gibt es dieses, verfassungsmäßige Grundrecht in Vietnam? Mir zumindest ist das nicht bekannt. Wir gehen doch in Deutschland soweit, sogar die (neo) Nazis und die Salafisten in ihrem Demonstrationsrecht zu schützen, obwohl die eigentlich die Abschaffung dieses Systems anstreben. Würde ich in VN zu einer Demonstration aufrufen dürfen, wenn ich mit der Veranstaltung die Abschaffung der regierenden und einzigen Partei fordern wollte?

Wir erinnern und an die Rothemden gegen Gelbhemden Ausschreitungen in Thailand. Es gab massenhaft Tote. Übergriffe von Sicherheitsorganen gibt es immer und überall. Es geht doch aber um das System, das dahinter steht. Und da geht es in Vietnam um den Schutz der Privilegien der korrupten, herschenden Parteikader, das ist auch in China so und deshalb heissen solchen Systeme auch Diktatur. Und man muss sich fragen wozu der Krieg der Befreiung so viele Opfer gefordert hat, wenn dass das Ergebnis ist. War es dass wert? Viele der Toten, vermutlich inklusive Onkel Ho, müßten sich doch eigentlich im Grabe umdrehen, wenn sie dieses Resultat sähen. Nationale Einheit? Ja! Wirtschaftlicher Aufschwung? Ja. Aber die Ziele der eigenen Verfassung erreicht? Nein!

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Ai làm nấy chịu
(dt.: Jeder ist für seine Taten selbst verantwortlich)

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Courti
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BeitragVerfasst am: 18.05.2012, 19:37    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

In der Tat haben wir darüber schonmal geredet. Nach wie vor sage ich dir dazu das Zauberwort für alle, die sich zu Unrecht schlecht behandelt fühlen: Dienstaufsichtsbeschwerde. Die kannst du jederzeit auch heute noch schreiben und dann geht das seinen rechtsstaatlichen Gang. Zu erwarten, dass die Verantwortlichen gehängt werden, ist zuviel verlangt, aber es wird unangenehme Fragen und dann - wenn nachweislich etwas an der Sache dran ist - eine Konsequenz geben. Zumindest bekommst du eine Antwort, wie die Sache von einem Dritten gesehen wird. Der ist zwar nicht unabhängig, aber immerhin kannst auf diese Antwort wieder reagieren. Sich aber zu beschweren, dass keine Konsequenzen gezogen werden, ohne diesen Weg gegangen zu sein ist schlechter Stil. Zu erwarten, dass ohne Beschwerden oder Anzeigen irgendwas verfolgt wird, ist naiv. Und zu erwarten, dass jede Anzeige oder jede Beschwerde Erfolg hat, ist nicht rechtsstaatlich. Bei solchen Youtube-Videos wie denen, die uns hoi an hier verlinkt hat, müsste man einer Anzeige oder einer Beschwerde schon zunächst mal eine gute Chance auf Erfolg einräumen.
Aber zurück zu Vietnam: Wo beschwert man sich da, damit das dann seinen sozialistischen Weg geht oder vielmehr damit das dann seinen sozialistischen Weg gehen MUSS? Vielleicht sollte man das den Bauern mal sagen. Oder die Reporter, die sich ja nach Darstellung von VOV nicht beteiligten und als Journalisten ausgewiesen haben. Ich bin da mal gespannt, ob die Beschwerde von VOV, die hoi an uns übersetzt hat, irgendwelche Folgen haben wird.

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tak1964-1
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BeitragVerfasst am: 19.05.2012, 04:03    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Und wieder ein bischen Denokratie aus D

"Sie haben gesagt, ich stelle eine Gefahr da. Man dürfe mich präventiv davon abhalten, etwas Gefährliches zu tun." Leon, der dann irgendwann mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiter nach Frankfurt fuhr, wirkt nicht gerade wie ein Gewalttäter. Er ist ein junger Mann, Anfang 20, Studententyp mit kurzen lockigen Haaren und einer Regenjacke. Nicht alles, was er sagt, lässt sich im Detail nachprüfen, doch seine Schilderungen decken sich mit denen vieler anderer Menschen, die sich derzeit in der Frankfurter City aufhalten."

source: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/occupy-demonstration-in-frankfurt-laehmt-das-bankenviertel-a-833858.html

Koennte das auch heissen, der Otto Normal darf die Politiker und Beamte in die Wueste schicken, das die keinen mehr anrichten?
Oder haben nur die Beamten und Politiker solche Rechte?

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